Prevc gewinnt in Garmisch vor Hörl und Embacher
Für Daniel Tschofenig ist nach Rang neun eine erfolgreiche Tournee-Titelverteidigung außer Reichweite. Hörl landete nach vier fünften Plätzen in Garmisch-Partenkirchen auf dem Podest. Und es wäre auch mehr möglich gewesen. Denn vor Hörl wurde der Anlauf um eine Luke verkürzt, doch genau in dieser Phase verstärkte sich der Rückenwind. Damit haderte Hörl auch im ORF-Interview.
"Der zweite (Sprung) war eine zache Partie. Das war von den Bedingungen her sehr schwer. Ich hab mich irgendwie gerettet, aber ganz fair war es jetzt nicht", konstatierte der 27-jährige Salzburger. Dennoch konnte er sich über Rang zwei auch freuen. "Mega, auch dass Embacher wieder das Stockerl macht, er hat einen super Job gemacht. Die Jungen puschen uns, und wir müssen uns strecken."
Der angesprochene Embacher, der sich in der Gesamtwertung von Platz sieben auf drei katapultierte, war freilich auch hochzufrieden. "Ein mega Tag wieder, sehr cool. Ich habe zwei richtig lässige Sprünge erwischt", sagte der 19-jährige Tiroler nach seinem zweiten Weltcup-Podestplatz nach Falun in dieser Saison, wo er Zweiter geworden war. Er stellte fest, dass es zu Leader Prevc schon einen Respektabstand gäbe. "Er wird sehr schwer zu knacken sein, aber die Tournee hat eigene Gesetze. Wir werden weiterkämpfen und schauen, dass wir ihn nerven."
Mit Maximilian Ortner auf Rang zehn kamen insgesamt vier ÖSV-"Adler" in die Top Ten. Manuel Fettner landete auf Rang 13, Jonas Schuster wurde 24., und für Stefan Kraft reichte es nur für Rang 26.
Tschofenig aktuell nicht konstant genug
Tschofenig wird im Kampf um den "goldenen Adler" keine Rolle mehr spielen. "Gut war es leider nicht, die Sprünge sind nicht gut", ist der Kärntner auf der Suche nach dem Grund. "Ich verstehe nicht ganz, warum es in Oberstdorf funktioniert und da nicht. Es ist ein bisserl ein Auf und Ab." Tschofenig lobte Hörl und Embacher, von denen er sich aktuell "einiges abschauen" könne. "Ganz große Klasse."
Prevc war nach seinem zweiten Tourneesieg in Folge glücklich. "Das bedeutet mir viel. Es ist wirklich toll, ich hoffe, ich kann so weitermachen." Vom möglichen Grand Slam, also dem Sieg bei allen vier Tourneespringen bei einer Tournee, wollte er noch nicht viel hören. "Im Moment muss ich mich auf meine Dinge fokussieren, die mich stark machen."
Für Timi Zajc, der als einer der Co-Favoriten gehandelt worden war, ist die Tournee hingegen nach seiner zweiten Disqualifikation, die bereits im ersten Durchgang verhängt wurde, vorbei. Neuerlich erkannte die FIS ein Vergehen bei der Anzuglänge. Die verhängte "rote Karte" schließt den Slowenen für die Bewerbe in Innsbruck (mit 21.125 Zuschauern bereits ausverkauft, Anm.) und Bischofshofen aus.
Zusammenfassung
- Domen Prevc hat das Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen vor 22.000 Zuschauern mit Sprüngen auf 143 und 141 Meter gewonnen und führt die Vierschanzen-Tournee nun mit 35,0 Punkten Vorsprung auf Jan Hörl an.
- Jan Hörl wurde Zweiter, lag 15,4 Punkte hinter Prevc und 0,6 Punkte vor Stephan Embacher, der sich mit seinem zweiten Weltcup-Podestplatz auf Rang drei der Gesamtwertung schob.
- Für Timi Zajc ist die Tournee nach seiner zweiten Disqualifikation wegen eines Anzugvergehens beendet, während vier ÖSV-Adler in die Top Ten sprangen und Daniel Tschofenig als Neunter seine Titelverteidigung abschreiben muss.
