R.Zak

Polens Regierung lässt Fußballfans wieder in die Stadien

Mai 29, 2020 · Lesedauer 3 min

Nach den Lockdowns in Europa aufgrund des Coronavirus ist Polen aller Voraussicht eins der ersten Länder, das Fans wieder bei Spielen in der höchsten Spielklasse zulässt.

Polens Premier Mateusz Morawiecki verkündete kurz vor dem Wochenende einen Fahrplan, der die Rückkehr von Zuschauern in die Stadien der 16 Klubs in der Ekstraklasa, der höchsten Spielklasse des Landes, vorsieht. Ab dem 19. Juni dürfen bei Heimspielen 25 Prozent der Stadionkapazität für Fans geöffnet werden. Das sind mehr als sich der Fußballverband PZPN und die Liga erhofft haben und in ihren Vorschlägen an die Regierung unterbreitet haben. Aktuell können Anhänger ihre Vereine nur auf den Färöer Inseln sowie in Tschechien (bis zu 300) und Ungarn aus nächster Nähe anfeuern. 

Verbandspräsident Zbigniew Boniek zeigte sich nach dieser Entscheidung zufrieden: "Ich freue mich zu sagen, dass wir das erste Land sein werden, dass ein Protokoll erarbeiten wird, das Fans die Rückkehr zu Sportveranstaltungen ermöglicht." Premier Morawiecki stimmte in diesen Tenor mit ein: "Der Staat hat Fußball und Sport stark unterstützt. Für mich ist Fußball mehr als Unterhaltung, er ist eine große Werbung für Polen." 

Bei den Spielen werden nur Fans der Heimmannschaft zugegen sein, die Tickets werden über das Internet verkauft. Einhaltung von sozialer Distanz sowie Desinfektionen sind ebenfalls im Konzept vorgesehen. Als eine der ersten Ligen in Europa nimmt die Ekstraklasa am 29. Mai 2020 ihren Spielbetrieb mit den Partien Śląsk Wrocław - Raków Częstochowa (18 Uhr) und Pogoń Szczecin (mit den Legionären David Stec und Benedikt Zech) - Zagłębie Lubin (20.30 Uhr) wieder auf. 

Die Idee, Publikum wieder zuzulassen ist nicht unumstritten. Aktuell gibt es keine ähnlichen Verordnungen für sportliche Indoor-Veranstaltungen, die Kunst- und Kulturszene liegt ebenfalls brach. Dr. Paweł Grzesiowski.,Arzt für Infektionskrankheiten, sieht Polen noch in einem frühen Stadium der Pandemie und äußerte dem Online-Portal Wirtualna Polska Bedenken: "Das Planen solcher Veranstaltungen ist nicht adäquat zur derzeitigen Lage." 

Während sich in Österreich die Lage im Kampf gegen die Pandemie immer mehr zu beruhigen scheint, befindet sich Polen noch mittendrin. 22.964 Menschen gelten als infiziert, 1043 Menschen sind bisher verstorben, 10. 692 gelten als genesen.  846 732 Tests wurden Stand 29. Mai ausgeführt. Die Infektionszahlen in der Woiwodschaft Schlesien, die mit Rekordmeister Górnik Zabrze, Piast Gliwice und Raków Częstochowa drei Vertreter in der Ekstraklasa stellt, steigen rasant. Als Hotspot wurden die Kohlebergwerke in der Region ausfindig gemacht. Die Bergarbeiter, die unter Tage einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, transportieren das Virus in ihre Familien. 

 

Radoslaw ZakQuelle: Redaktion / zak