APA - Austria Presse Agentur

ÖSV-Team bei Parallel-WM in Rogla unter Favoriten

28. Feb 2021 · Lesedauer 3 min

Österreichs Snowboard-Team ist mit Medaillenchancen in allen vier Rennen zur Parallel-WM nach Rogla (Slowenien) gereist. Die je vier Damen und Herren werden auch jeweils den Riesentorlauf am Montag (10.00 Qualifikation/14.00 Finale) sowie den Slalom am Donnerstag (10.30/14.45, jeweils live ORF 1) bestreiten. Je ein Weltcuprennen in dieser Saison gewannen Daniela Ulbing und Benjamin Karl, als Einziger in beiden Disziplinen auf das Podest kam Andreas Prommegger.

Für den 40-jährigen Salzburger Prommegger werden es die elften Weltmeisterschaften, vor 22 Jahren war er in Berchtesgaden erstmals am Start. "Das ist eine extrem lange Zeit. Es ist schön, dass ich immer noch Snowboarden kann. In vielen Sportarten gibt es kein Ablaufdatum", sagte der Doppel-Weltmeister von 2017 im APA-Gespräch. "Ich habe so lange warten müssen, bis es bei einem Großereignis funktioniert hat, ich bin für die harte Arbeit und die Geduld belohnt worden. Da fiel ein Stein vom Herzen, ich habe ein Hakerl drunter gemacht. Was kommt ist Draufgabe."

Und das könnte durchaus Edelmetall sein, kam er doch im Slalom von Bad Gastein als Dritter und im Riesentorlauf in Carezza als Zweiter auf das Stockerl. Dazu kamen weitere drei Top-sieben-Ergebnisse und der Sieg im Teambewerb. Nach einer Saison, in der es zwar im Slalom mit dem Kugelgewinn ("Das war extrem cool, ich dachte, das ist eher was für die Jungen") geklappt hatte, dafür aber im Riesentorlauf nicht funktionierte, suchte er nach dem richtigen Set-Up. Und wurde fünfig, wie die Saisonergebnisse des aktuellen Gesamtweltcupzweiten zeigen. "Ich habe das Vertrauen zurückgewonnen."

Bei der WM heißt es schon in der Qualifikation hellwach zu sein, um im Finale der Top 16 auf Medaillen losgehen zu können. "Du darfst dir nichts erlauben. Rogla ist ein etwas leichterer Hang, es geht extrem flach los. Da wird man auch Hundertstelglück brauchen", meinte Prommegger. Dass er konkurrenzfähig sei, habe er gezeigt. "Ich gehöre zu den Allerbesten. Ich weiß, ich kann in beiden Rennen eine Medaille erreichen, dafür muss ich meine beste Performance abliefen." Unanhängig davon, wie die WM verlaufen wird, kann sich der zweifache Familienvater gut vorstellen, dass er auch noch die Olympiasaison anschließt.

Seinem Teamkollegen Karl ist freilich auch immer alles zuzutrauen. Der Gewinner des Carezza-PGS war in dieser Disziplin in Cortina Dritter. Mit dem WM-Hang schloss er 2018 als Riesentorlaufsieger Freundschaft. "Im Training habe ich zuletzt noch etwas am Material gefeilt und dabei auch ein richtig schnelles Brett für den Parallelslalom heraustesten können", sagte der vierfache Weltmeister. Alexander Payer versprach "volles Risiko", der Kärntner ist im Slalom besser in Form. Lukas Mathies bestand einen Belastungstest, nachdem er sich Ende Jänner in Moskau einen Haarriss im Kreuzbein zugezogen hatte. Mit Rogla verbindet er seinen ersten Weltcupsieg 2014.

Vom Damen-Quartett schafften es in diesem Winter Ulbing als Siegerin des Slaloms in Moskaus und Sabine Schöffmann als Dritte im Riesentorlauf in Bannoye auf das Podest. 2017-Slalom-Weltmeisterin Ulbing fühlt sich auf dem Hang in Rogla wohl, der "für beide Disziplinen sehr cool" sei. Auch Schöffmann ist bereit: "Die WM kann kommen. Sollte es warm bleiben, gibt es Rennen auf Frühjahrsschnee, aber das mag ich ohnehin ganz gerne."

Die 47-jährige Claudia Riegler, die 2015 im Lachtal PGS-Gold gewann, will nicht nur dabei sein, sondern "eine Medaille". Julia Dujmovits war bei Großveranstaltungen meist Mitfavoritin, heuer ist die Ausgangslage anders. "Fahrerisch und mit der Materialabstimmung bin ich weiter als noch zu Saisonbeginn, trotzdem bin ich diesmal eher in einer Außenseiterrolle - und das ist eigentlich ganz angenehm", erklärte die Burgenländerin.

Quelle: Agenturen