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ÖSV-Damen beim ersten Courchevel-RTL mit Schritt nach vorne

Österreichs Ski-Damen haben am Samstag im ersten von zwei Weltcup-Riesentorläufen an diesem Wochenende in Courchevel einen großen Schritt vorwärts gemacht. War Katharina Truppe beim Saison-Auftakt in Sölden als ÖSV-Beste 15. gewesen, gab es diesmal gleich drei Top-Ten-Plätze bzw. fünf Platzierungen in den Top 15. Beste des Teams war Katharina Liensberger als Sechste. Die italienische Sölden-Siegerin Marta Bassino gewann auch diesmal, und zwar von Halbzeitrang zwei aus.

Die 24-Jährige fing mit Bestzeit im zweiten Lauf die Halbzeitführende Petra Vlhova noch deutlich ab, die Slowakin fiel hinter der Schwedin Sara Hector noch auf Rang drei zurück. Für die 25-jährige Weltmeisterin in dieser Disziplin war es dennoch der fünfte Podestplatz im fünften Saisonrennen, die schon dreifache Saisonsiegerin führt den Weltcup weiter souverän an. Sie wies in der Endabrechnung 0,59 Sek. Rückstand auf Bassino auf, Hector fehlten nach ebenso starkem zweiten Lauf auf Bassino 0,46 Sek.

Während die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin auf der Jagd nach ihrem 67. Weltcupsieg vom Halbzeitrang drei aus noch auf Rang vier und damit vom Podest fiel (+1,70), zeigten die Österreicherinnen hinter der fünftplatzierten italienischen Gesamtweltcup-Siegerin Federica Brignone (+1,93) kräftig auf. Liensberger hatte im Endeffekt exakt zwei Sekunden Rückstand auf Bassino, die Vorarlbergerin rückte in der Entscheidung noch um einen Rang vor.

Liensberger freute sich über ihr zweitbestes Riesentorlauf-Ergebnis im Weltcup, Ende Dezember 2019 war sie in Lienz Dritte geworden. Die 24-Jährige fühlt freilich, dass noch mehr drinnen ist: "Von der Leistung her weiß ich, dass noch mehr gehen würde. Es waren extrem schwierige Verhältnisse. Man hat sich richtig überwinden müssen. Das ist mir in beiden Läufen gut gelungen." Man habe in den vergangenen zwei Monaten seit dem Sölden-Rennen anscheinend einiges richtig gemacht.

Die 23-Jährige zeigte sich für den zweiten Courchevel-Riesentorlauf am Sonntag (9.30 Uhr, live ORF 1) zuversichtlich, versprühte Selbstvertrauen. Hinter ihr gab es noch zwei weitere Top-Ten-Plätze für das rot-weiß-rote Team, die hatte es seit Liensbergers Lienz-Podestplatz in drei Rennen nicht mehr gegeben. Stephanie Brunner landete in ihrem zweiten Riesentorlauf nach ihrem Comeback nach erlittenem dritten Kreuzbandriss auf Rang sieben (+2,26), wobei die Tirolerin nach Lauf eins Fünfte gewesen war.

"Nach den letzten Jahren ist das eine große Genugtuung", meinte die 26-Jährige. "Wenn man den Zeitrückstand anschaut, glaubt man, wir sind noch weit weg. Aber so weit ist das nicht. Wir haben schon im Training gemerkt, dass es gut läuft. Aber man muss es auch erst im Rennen zeigen." Das sei auf diesem Hang besonders wertvoll, da es nicht ihr Lieblingshang sei. Schwierige Verhältnisse mit leichtem Schneefall und mäßiger Bodensicht taten das Übrige zu schwierigen Verhältnissen.

Für Sonntag sind bessere Bedingungen angesagt, von denen auch Ricarda Haaser profitieren will. Als Zehnte (+3,45) zeigte sie seit langem wieder einmal so richtig auf, ganz zufrieden war die Tirolerin aber nicht. "Die letzte Frechheit fehlt mir, es war wieder nicht Vollgas", resümierte die 27-Jährige. "Es ist sicher noch einiges möglich." Mit Katharina Truppe als Elfter (+3,51) und der von Halbzeitrang 29 gekommenen Franziska Gritsch als 14. (+5,00) gab es noch zwei weitere ÖSV-Top-15-Platzierungen.

Truppe freute neben ihrer eigenen Leistung auch die mannschaftliche Geschlossenheit: "Ich habe immer gesagt, wir sind besser als viele glauben. Es war schwierig, sich da runter zu überwinden. Aber es ist mir gut gelungen. Das ist ein Ergebnis, auf dem man aufbauen kann." Weltcup-Punkte holten auch noch Ramona Siebenhofer als 24. (+6,75) und Elisa Mörzinger als 25. (+6,90). Nicht in die Entscheidung kamen Eva-Maria Brem (32.) ,Chiara Mair (45.), Katharina Huber (48.) und Nadine Fest (58.).

Vlhova hatte nach Halbzeit-Führung doch noch recht klar den Kürzeren gezogen, war allerdings nicht unzufrieden. "Der dritte Platz ist gut. Aber natürlich habe ich den ersten Platz verloren, ich hätte mehr riskieren können." Viele der Aktiven sprachen von schwierigen Bedingungen bei Neuschnee und schlechter Sicht, so auch Bassino: "Die Bedingungen und der Schnee waren hart. Ich habe einfach im zweiten Durchgang angegriffen und bin wirklich sehr glücklich über den Sieg."

ribbon Zusammenfassung
  • Österreichs Ski-Damen haben am Samstag im ersten von zwei Weltcup-Riesentorläufen an diesem Wochenende in Courchevel einen großen Schritt vorwärts gemacht.
  • War Katharina Truppe beim Saison-Auftakt in Sölden als ÖSV-Beste 15. gewesen, gab es diesmal gleich drei Top-Ten-Plätze bzw. fünf Platzierungen in den Top 15. Beste des Teams war Katharina Liensberger als Sechste.
  • Es waren extrem schwierige Verhältnisse.
  • Man hat sich richtig überwinden müssen.