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ÖRV beschreitet mit "Gender-Strategie 2024" neue Wege

20. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Österreichs Radsportverband (ÖRV) setzt in den nächsten zwei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Sport-Ministerium in der "Gender-Strategie 2024" auf eine Gleichstellung bzw. Chancengleichheit auf allen Ebenen und in allen seinen acht Sparten.

Alle Rad-Disziplinen werden vom 3. bis 13. August 2023 in Glasgow und Umgebung erstmals auch in Rahmen von Weltmeisterschaften zusammengefasst. 13 Titelkämpfe werden da vereinigt, in elf Tagen werden mehr als 200 WM-Titel vergeben.

Gemischte Teams bei internationalen Veranstaltungen

ÖRV-Präsident Harald J. Mayer sieht auch eine weitere internationale Tendenz: "Die UCI (Weltverband, Anm.) legt immer mehr Wert auf das Antreten von gemischten Teams bei internationalen Veranstaltungen", sagte der Verbandschef am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. "Der ÖRV ist also geradezu verpflichtet, dass die Balance von Männern und Frauen im Wettkampf optimal ausgeglichen ist." Deswegen passe der neue Fokus des ÖRV, auch für internationale Entsendungen.

Gleichstellung auch beim Preisgeld

Laut Tanja Poljanc, Projektleiterin der Gender-Strategie im ÖRV, geht es da nicht nur um den Begriff Frauen, sondern um eine Balance, eben eine Gleichstellung - auch im Preisgeld. "Es sollte Chancengleichheit gegeben sein bei Männern und Frauen. Aber auch Buben und Mädchen sollten die Chance haben, den gleichen Zugang zum österreichischen Radsportverband zu haben." Das soll in der Folge zu mehr Trainerinnen, Betreuerinnen, Funktionärinnen und Rennleiterinnen im Radsport führen.

Neues Gender-Label

Landesverbände und Vereine sollen mit ins Boot geholt werden, ein Projekthandbuch und Checklisten sollen helfen. Ein neu entworfenes Gender-Label soll im Auftreten gegenüber Sponsoren und Fans die Funktion eines Sportzertifikates haben. Poljanc sprach mit der Kommunikation (Sportler und Sportlerinnen), der Aus- und Weiterbildung (Zugang für Frauen und Männer) und auch der Rad-Liga für Frauen mehrere Teilbereiche an, auf die die Gender-Strategie ausgerichtet ist.

Gender-Strategie bringt "Reichweite und Wachstum"

"Die Strategie kann helfen, ein anderes Image zu schaffen und andere Leute zu interessieren, was eine ganz andere Reichweite und Wachstum bringen kann", verdeutlichte Poljanc. Ihre ÖRV-Kollegin Beatrix Arlitzer ist Genderbeauftragte für Athletinnen und Athleten im Verband, sie begleitet und unterstützt die Entsendungen des Verbandes. Vor kurzem erst seien Frauen und Männer aus einem spartenübergreifenden Trainingscamp aus Mallorca heimgekehrt, wie ÖRV-Generalsekretär Florian König betonte.

Quelle: Agenturen / Redaktion / tgo