APA - Austria Presse Agentur

ÖFB-Team will Aufwärtstrend gegen Republik Moldau bestätigen

14. Nov 2021 · Lesedauer 5 min

Österreichs Fußball-Nationalteam ist am Montag (20.45 Uhr/live ORF 1) im letzten Länderspiel des Jahres gefordert, die spielerische Steigerung zuletzt gegen Israel (4:2) zu bestätigen. Die Österreicher gehen in Klagenfurt als klarer Favorit ins abschließende Heimspiel der WM-Qualifikation gegen das sieglose Tabellenschlusslicht Republik Moldau. Erst danach wird im ÖFB über die Zukunft von Teamchef Franco Foda entschieden.

Mit einem überzeugenden Sieg im zweiten Spiel des Klagenfurt-Doppels würden sich die Karten des Deutschen verbessern, auch im März im WM-Play-off auf der Bank zu sitzen. "Es geht jetzt nicht um meine Person. Ich bin schon sehr lange im Fußballgeschäft tätig und kenne die Mechanismen", betonte Foda. "In erster Linie geht es darum, dass wir als Mannschaft so auftreten wie im letzten Spiel, dass wir gewinnen und mit einem guten Gefühl ins neue Jahr gehen können."

Bei einigen Überlegungen spiele das Play-off, für das die Österreicher ihr Ticket seit Samstagabend fix haben, laut Foda bereits eine Rolle. Bis dahin gibt es kein Länderspiel mehr. Eine echte Generalprobe ist das Duell mit Moldau dennoch nicht, ist der Gegner im März, den man am 26. November erfährt, doch ungleich höher einzuschätzen als die Nummer 181 der FIFA-Weltrangliste. Dazu fehlen den Österreichern zahlreiche Stammspieler. David Alaba wird geschont. Der Real-Madrid-Profi reiste schon nach dem Duell mit Israel ab. Neben den Verletzten Stefan Lainer, Xaver Schlager, Konrad Laimer oder Christoph Baumgartner steht auch Martin Hinteregger wegen einer Gelbsperre nicht zur Verfügung - die Chance für andere Kräfte, sich zu empfehlen.

Hoffnungen auf einen Startelf-Einsatz darf sich etwa Israel-Doppeltorschütze Louis Schaub machen. Die Außenverteidiger Christopher Trimmel und Andreas Ulmer scheinen mangels Alternativen gesetzt. In der Innenverteidigung dürfte Aleksandar Dragovic in die Anfangsformation zurückkehren. "Wir werden aber versuchen, die Mannschaft nicht so viel zu verändern", kündigte Foda an.

In Abwesenheit von Alaba und des verletzten Julian Baumgartlinger wird Marko Arnautovic das Team als Kapitän aufs Feld führen. Der Stürmer laboriert laut eigenen Angaben immer noch an den Folgen einer Oberschenkelverletzung, die er sich vor einem halben Jahr zugezogen hat. Foda will davon wenig mitbekommen haben. "Wenn es seine Meinung ist, dass er noch nicht ganz fit ist, dann freuen wir uns, wenn er 100 Prozent erreicht. Dann können wir noch einiges von ihm erwarten."

Arnautovic' Präsenz hat eine hohe Bedeutung für das Team, das haben die vergangenen Partien gezeigt. "Er ist ein Anker irgendwo im Spiel", sagte Foda. Der zweite Fixpunkt in der ÖFB-Offensive ist derzeit Marcel Sabitzer. Das Zusammenspiel mit Arnautovic funktioniere gut, betonte der Bayern-München-Legionär. "Er zieht immer viele Abwehrspieler auf sich, durch die sich Räume für andere Spieler ergeben. Wir wissen, was wir an ihm haben."

Zumal es gegen die defensiv eingestellten Moldauer gelten wird, Lösungen zu finden. "In solchen Spielen gibt es immer einen Dosenöffner", erklärte Foda. Durch ein frühes Tor könne sich die Charakteristik ändern. "Daher ist es wichtig, dass wir von Anfang an Druck ausüben." Mit einem Kantersieg ist sogar der dritte Gruppenplatz noch zu erreichen. Dafür müssten die Österreicher allerdings um drei Tore höher siegen als Israel im Parallelspiel gegen die Färöer. Foda: "Im Fußball ist alles möglich. Aber wenn wir nur 2:0 gewinnen und ein gutes Spiel machen, bin ich auch zufrieden." Mit diesem Ergebnis hatten sich die Österreicher Anfang September in Chisinau durchgesetzt - allerdings ohne wirklich zu glänzen.

Foda ortete in Österreich den Irrglauben, gegen Gegner mit kleineren Namen leicht 5:0 oder 6:0 gewinnen zu können. Dazu stellte er in Zusammenhang mit der verpatzten WM-Quali generell die Erwartungen im Land infrage. 1998 sei man zuletzt bei einer WM dabei gewesen. "Wir haben aber den Anspruch, uns jedes Mal für eine WM qualifizieren zu müssen." Auch große Nationen wie Italien hätten das Weltturnier schon einmal verpasst. "Deshalb ist es für mich schwer nachvollziehbar, warum es immer nur Schwarz oder Weiß gibt."

Das ÖFB-Team habe in den vergangenen drei Jahren "extrem viel erreicht", betonte Foda. Der 55-Jährige führte das EM-Achtelfinale und den Aufstieg in die A-Liga der Nations League ins Treffen, dem man letztlich auch das Ticket für das WM-Play-off zu verdanken hatte. "Wenn man in der WM-Quali gewisse Leistungen nicht abrufen konnte, gab es dafür Gründe und Faktoren. Wir mussten immer wieder viel verändern und viel wechseln." Man hätte zwar dennoch Platz zwei belegen können. "Trotzdem muss man immer auch das große Ganze sehen."

Der Vorverkauf für das Moldau-Spiel verlief ähnlich schleppend wie für die Partie gegen Israel, die mit 4.300 Zuschauern für einen Minusrekord in einem ÖFB-Länderspiel der Nachkriegszeit ohne Kapazitätsbeschränkungen gesorgt hatte. "Es gibt im Moment wieder eine schwierige Zeit für alle Beteiligten", verwies Foda auf die angespannte Corona-Situation. Der Teamchef betonte trotz aller Unkenrufe aber auch die Bedeutung der Partie. "Ich kann den Satz nicht mehr hören: 'Es geht um nichts.' Es geht immer um etwas, wenn du Fußball spielst. Es geht um Stolz, um Ehre, um Prestige, um Reputation, um Mentalität, um Charakter. So verstehe ich den Fußball."

Quelle: Agenturen