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Sabitzer: "Führungsspieler zu sein ist mein Anspruch"

01. Juni 2022 · Lesedauer 4 min

Vor den anstehenden vier Nations-League-Partien hat Marcel Sabitzer seine wichtige Rolle innerhalb der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft hervorgehoben. Der Bayern-Profi zählt mit seinen 60 Länderspielen zu den erfahrensten Akteuren in der ÖFB-Auswahl, dies soll auch auf dem Platz seinen Niederschlag finden. "Dass ich Führungsspieler bin, egal unter welchem Trainer, ist klar. Das ist auch mein Anspruch", sagte Sabitzer am Mittwoch in Bad Tatzmannsdorf.

Außerdem erklärte der Steirer: "Unsere Verpflichtung ist, dass David (Alaba), Marko (Arnautovic) und ich Anker sind, wo sich die Jungen festhalten können. Es ist wichtig, dass Spieler Verantwortung übernehmen und vorne stehen, wenn es einmal nicht so läuft." Er habe seine Führungsqualitäten schon oft unter Beweis gestellt, betonte Sabitzer. "Ich zeichne mich dadurch aus, dass ich vorangehe, coache, anderen helfe und auch emotional bin, zum Beispiel dem Schiedsrichter gegenüber, um ein Zeichen zu setzen."

Sabitzer gibt sich selbstbewusst 

Einen Sabitzer in Bestform wird das ÖFB-Team demnächst dringend nötig haben, schließlich warten Duelle mit Vizeweltmeister Kroatien, EM-Semifinalist Dänemark und Weltmeister Frankreich. "Diese Spiele können und wollen wir gewinnen, müssen wir aber von der Außenwahrnehmung her nicht gewinnen. Doch wir wollen Spiele gewinnen - fertig", erklärte der 28-Jährige. "Wenn man die letzten Großevents anschaut, sind die Rollen klar verteilt, aber das heißt nicht immer, dass du automatisch verlieren musst. Du musst bereit sein und daran glauben, dass du solche Mannschaften besiegen kannst."

Der Auftrag vor jeder Partie laute, einen Sieg einzufahren. "Dass es vielleicht nicht immer funktionieren wird, ist klar. Aber wir wollen uns nach dem Spiel in den Spiegel schauen können und sagen, wir haben das umgesetzt, was wir wollten", erklärte Sabitzer.

Lob für Rangnick, Kritik an vollem Terminkalender

Unter dem neuen Teamchef Ralf Rangnick trainierte der Mittelfeldspieler bereits in Leipzig. "Dass ich ihn kenne, ist sicher ein Vorteil für mich. Wir freuen uns, dass er da ist und wollen mit ihm erfolgreich sein." Man habe die bisherigen drei Trainingstage gut genutzt. "Es hat Spaß gemacht. Der Trainer kommuniziert klar, was er haben will und gibt klare Regeln vor. Das soll sich auch auf dem Rasen widerspiegeln", berichtete Sabitzer.

Er würde gerne alle vier Partien absolvieren, sagte der Deutschland-Legionär. "Ich habe noch viel im Tank." Trotzdem hätte es Sabitzer lieber gesehen, wenn im Juni weniger Länderspiele auf dem Programm stehen würden. "Vielleicht hätte man es anders lösen können, zum Beispiel drei Partien jetzt und drei im September." Im nächsten Fenster in dreieinhalb Monaten steigen nur zwei Ländermatches.

Verkorkste Saison bei Bayern 

Während Sabitzer im Nationalteam Stammspieler ist, stand er in seiner ersten Saison bei den Bayern nicht allzu oft in der Startformation. "So ein Jahr hatte ich in meiner Karriere noch nicht, deshalb gab es natürlich Analysen, warum und wieso." Die ersten Erkenntnisse: "Dass es noch einmal ein anderes Pflaster ist und dass es viele Spieler gab, bei denen es im ersten Jahr bei den Bayern nicht so war wie erwartet, ist halt einmal so."

Er wolle in der kommenden Saison wieder voll angreifen, beteuerte Sabitzer. "Ich werde ab Tag eins an meine Chance glauben und probieren, mein Ding durchzuziehen. An meine Stärken glaube ich, ich habe ja nichts verlernt. Ich habe es nur nicht so entfalten können." Am Leistungsvermögen sollte es also nicht scheitern. "Ich habe in den letzten Jahren auf höchstem Niveau gezeigt, dass ich ein Topspieler bin, und ich glaube wenig daran, dass ich das verlernt habe."

Sabitzer betonte, nicht alles sei in der abgelaufenen Spielzeit für ihn schlecht gewesen - allein schon deshalb, weil er es immerhin auf 30 Bewerbspartien für den deutschen Rekordchampion brachte. "Ich habe etwas gewonnen, bin deutscher Meister geworden. Das nimmt mir keiner mehr." Nun gelte es, die richtigen Lehren aus den vergangenen Monaten zu ziehen. "Es hat mich irgendwo geprägt, einmal so eine Phase zu durchleben. Es ist hart, aber schadet im Nachhinein nicht, weil ich mental stark genug bin, da etwas Positives rauszuziehen."

Quelle: Agenturen / mpa