APA - Austria Presse Agentur

ÖFB-Team bei Rückkehr nach Corona-Pause ohne Arnautovic

25. Aug 2020 · Lesedauer 5 min

Österreichs Fußball-Nationalteam muss in den beiden ersten Länderspielen nach der Corona-Pause ohne Marko Arnautovic auskommen. Der China-Legionär musste wegen der aktuellen Reisebeschränkungen absagen. David Alaba wurde zwar nominiert, ob er am 4. September in Norwegen und drei Tage später in Klagenfurt gegen Rumänien tatsächlich zur Verfügung steht, ist aber noch nicht endgültig geklärt.

Österreichs Fußball-Nationalteam muss in den beiden ersten Länderspielen nach der Corona-Pause ohne Marko Arnautovic auskommen. Der China-Legionär musste wegen der aktuellen Reisebeschränkungen absagen. David Alaba wurde zwar nominiert, ob er am 4. September in Norwegen und drei Tage später in Klagenfurt gegen Rumänien tatsächlich zur Verfügung steht, ist aber noch nicht endgültig geklärt.

Neu im Aufgebot, das Teamchef Franco Foda am Dienstag in Wien präsentiert hat, stehen die Offensivspieler Christoph Baumgartner (Hoffenheim) und Adrian Grbic (Lorient). Nicht mit dabei ist Schalke-Legionär Alessandro Schöpf. Eine angebliche Coronavirus-Infektion des Tirolers wurde auf der ÖFB-Kaderbekanntgabe nicht bestätigt. "Er hat mich gestern telefonisch informiert, dass er jetzt für diesen Lehrgang nicht zur Verfügung steht", sagte Foda.

Über weitere mögliche Absagen wollte der Teamchef nicht spekulieren - auch wenn die FIFA die Abstellungspflicht für Vereine für die September-Spiele gelockert hat. Von den 23 nominierten Spielern habe er bisher nur positive Rückmeldungen erhalten. "Aber in Zeiten wie diesen weiß man nie, was die nächsten Tage bringen", erklärte Foda. "Wir sind darauf vorbereitet, auch Spieler nachzunominieren."

Auch von Alaba habe es bisher keine negative Rückmeldung gegeben. Dabei hatte der Wiener erst am Sonntag mit Bayern München zum zweiten Mal die Champions League gewonnen. Foda gratulierte ihm nach dem Finalsieg per WhatsApp. "Vielleicht hat er die Nachricht noch gar nicht gelesen", meinte der Deutsche. "Ich gehe aber davon aus, dass die Spieler alle zum Nationalteam kommen werden und dann auch eingesetzt werden können."

Das gilt auch für Konrad Laimer und Marcel Sabitzer, die nach dem Champions-League-Halbfinale mit RB Leipzig eine Woche Urlaub gehabt haben. Einzig Arnautovic musste absagen. Für seinen Club Shanghai SIPG hätte keine Abstellungspflicht bestanden. Dazu hätte sich der ÖFB-Stürmer bei seiner Rückkehr nach China 14 Tage in Quarantäne begeben müssen. "Das wäre aus unserer Sicht unverantwortlich gewesen", erklärte Foda.

Laut ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel bestehe Hoffnung, dass Arnautovic zumindest bei einem der Länderspiel-Termine im Oktober oder November zum Team stoßen könne. Die Österreicher starten mit dem September-Doppel gegen Norwegen und Rumänien in die Nations League. Dritter Gruppengegner in der zweithöchsten Spielklasse ist Nordirland. Der Gruppensieger steigt auf und wahrt die Chance, über eine Hintertür auch um einen Startplatz für die WM 2022 in Katar spielen zu dürfen.

Durch den Ausfall von Arnautovic könnten Baumgartner oder Grbic erstmals ihre Gelegenheit im A-Team erhalten. Beide hätten laut Foda in den vergangenen Monaten "außergewöhnliche Leistungen" erbracht. Baumgartner habe sich bei 1899 Hoffenheim "extrem weiterentwickelt". Der 21-jährige Niederösterreicher, seit Jahren Stammkraft in der ÖFB-U21, sei nicht nur variabel einsetzbar, sondern auch sehr torgefährlich. "Er war sehr dominant in den Spielen."

Grbic hatte vergangene Saison in der zweiten französischen Liga mit 17 Toren für Clermont Foot aufgezeigt. Nach seinem 10-Millionen-Euro-Transfer zum Erstligisten FC Lorient traf der Stürmer vergangenes Wochenende auch bei seinem Debüt im Oberhaus. "Er ist technisch versiert und hat einen guten Torabschluss", sagte Foda über den 24-jährigen Wiener. "Er ist ein Spieler, der guten Tiefgang hat. Er passt gut zu unserer Mannschaft." Im Tor setzt Foda weiterhin auf Cican Stankovic (Salzburg), Alexander Schlager (LASK) und Pavao Pervan (VfL Wolfsburg). Für den vereinslosen Heinz Lindner ist kein Platz.

Foda versammelt sein Team am Sonntag bzw. Montag in Pörtschach zum ersten Mal nach 286 Tagen oder mehr als neun Monaten. Das habe sich laut dem Deutschen auch in der Teamzusammenstellung niedergeschlagen. Er habe weitgehend "auf altbewährte Kräfte gesetzt". Das gesamte Länderspiel-Frühjahr war wegen der Coronavirus-Pandemie ausgefallen. Seine bisher letzte Partie hatte das ÖFB-Team am 19. November in Lettland (0:1) bestritten.

Trainiert wird kommende Woche in Klagenfurt. Am Donnerstag erfolgt die Abreise nach Norwegen. Aus Oslo kehren die ÖFB-Kicker dann am Samstag direkt nach Kärnten zurück, um sich auf das Rumänien-Spiel vorzubereiten. Um wegen des Coronavirus sicherzugehen, sind vor und während des Lehrgangs für alle Spieler und Betreuer insgesamt fünf PCR-Testungen geplant - eine vor der Anreise, eine direkt nach der Ankunft in Pörtschach, je eine durch die UEFA vorgeschriebene drei Tage vor den Spielen sowie eine bei der Landung in Norwegen.

Die ab Sonntag im ÖFB-Camp in Pörtschach ankommenden Spieler sollen außerhalb des Trainings physischen Kontakt so gut wie möglich vermeiden, die Abstandsregeln einhalten, häufig Hände desinfizieren und im Hotel Mund-Nasen-Schutz verwenden. Im Quartier ist für die Mannschaft von Teamchef Franco Foda ein eigener isolierter Bereich reserviert.

ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold zeigte sich von der Richtigkeit dieser Maßnahmen überzeugt. "Wir werden nie eine Garantie haben, keine positiv getesteten Personen bei einem Lehrgang zu haben, aber wir wollen das Risiko so weit wie möglich minimieren und halten uns an die Vorgaben der österreichischen Behörden und der UEFA." Gemäß den Regelungen der heimischen Behörden wären im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen Rumänien bis zu 10.000 Personen erlaubt. Die UEFA entschied jedoch, dass in den September-Länderspielen europaweit keine Fans zugelassen sind. "Das wird von uns respektiert, auch wenn es schade ist, keine Zuschauer im Stadion zu haben", sagte Neuhold.

Das fehlenden Zuschauer-Einnahmen und die Umsetzung des Präventionskonzept bedeuten für die ohnehin schon angespannten ÖFB-Finanzen eine weitere Belastung. Neuhold: "Das sind zusätzliche Kosten, denen wir uns natürlich im Sinne der Gesundheit von Spielern und Betreuern stellen. Es ist eine Herausforderung für den ÖFB, aber in der jetzigen Situation aus unserer Sicht alternativlos."

Diese Ansicht vertrat auch Sportdirektor Peter Schöttel. "Wir sehen uns sehr in der Verantwortung für Spieler und Mitarbeiter", betonte der Wiener, der in der kommenden Woche aufgrund des Herzinfarkts von Werner Gregoritsch als U21-Chefcoach fungiert.

Quelle: Agenturen