APA - Austria Presse Agentur

Niederösterreich jubelt über Olympia-Silber für Judoka Michaela Polleres

28. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Die Niederösterreicherin Michaela Polleres holt sich im Judo-Finale die Silber-Medaille.

Auf der Matte ist Judokämpferin Michaela Polleres allein gestanden, aber gejubelt wurde anschließend im Kollektiv. Die Niederösterreicherin gewann am Mittwoch bei den Olympischen Spielen in Tokio die Silbermedaille in der Klasse bis 70 kg. Die 24-Jährige musste sich erst im Finale der Japanerin Chizuru Arai geschlagen geben. Mit WM-Bronze und Edelmetall bei Olympia innerhalb von eineinhalb Monaten hat sie mehr erreicht, als sie zu träumen wagte.

Eltern der Olympia-Zweiten Polleres: "Das ist Wahnsinn"

Für den Österreichischen Judoverband war es die bereits zweite Medaille in Japan. Am Vortag hatte Shamil Borchashvili(bis 81 kg) Bronze erobert. Ein erster Medaillensatz für das Österreichische Olympische Komitee ist nach fünf vollen Wettkampftagen damit auch bereits komplett. Gold hatte sensationell Anna Kiesenhoferim Rad-Straßenrennen geholt. 

"Bin überglücklich, erleichtert, einfach alles"

"Boah! Die gehen drunter und drüber, ich kann es nicht wirklich beschreiben", versuchte Polleres, umringt von den Teamkolleginnen, ihre Gefühle in Worte zu fassen. "Ich bin überglücklich, erleichtert, einfach alles. Ich war schon ein bisschen nervös heute, musste mich zusammenreißen." Aber die Nervösität sei von Kampf zu Kampf weniger geworden.

Polleres setzte sich im Halbfinale im Duell der beiden WM-Dritten von Budapest gegen die Niederländerin Sanne van Dijke mit einer Waza-Ari-Wertung durch. "Gegen die Van Dijke hatte ich auch ein bisschen Angst. Aber es ist so gut gelaufen für mich, ich bin ganz schön stolz, dass ich so gute Kämpfe abgelegt habe."

Adi Zeltner, dem Cheftrainer von Silbermedaillengewinnerin Michaela Polleres, spricht über den zweiten Platz von Polleres im Judo.

Die 27-jährige Arai hatte mit der Russin Madina Taimasowa - sie trug deutliche Spuren im Gesicht davon - in der Vorschlussrunde länger zu kämpfen, siegte nach einem Marathon-Duell erst im Golden Score nach 12:41 Minuten. Derweil stand Polleres als nächste an der Reihe auf der Seite der Halle und ließ sich nicht drausbringen. "Das passiert schon hin und wieder, aber es dauert nicht immer ganz so lange. Das hat mich nicht besonders gestört."

"Habe bis zum Schluss gekämpft"

Im Finalkampf mobilisierte Arai noch einmal alle Kräfte, brachte Polleres auf den Boden und sich selbst die letztlich entscheidende Waza-Ari-Wertung ein. Polleres blieb aktiv, ihre japanische Kontrahentin, Weltmeisterin von 2017 und 2018, brachte den Festhaltegriff aber über die Zeit.

Moser zu den Judo-Erfolgen bei Olympia: "Die Athleten trainieren seit Jahren"

"Ich habe bis zum Schluss gekämpft, ich habe alles gegeben. Bis zu letzten Sekunde. Es hat leider nicht gereicht. Es ist schon Wehmut dabei. Man steht im Finale, sicher will man gewinnen. Aber ich bin trotzdem zufrieden und glücklich mit der Silbermedaille", sickerte bei Polleres langsam, was sie erreicht hatte. Die Bronzemedaillen sicherten sich Taimasowa und Van Dijke.

Angela PerkonigQuelle: Agenturen / Redaktion / pea