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"Neue Impulse" gewünscht: Salzburg-Coach Letsch muss gehen

Heute, 18:00 · Lesedauer 3 min

Nach etwas mehr als einem Jahr gehen Coach Thomas Letsch und Salzburg wieder getrennte Wege. Wie der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga am Dienstag bekanntgab, wurde der 57-jährige Deutsche von seinen Aufgaben entbunden. "Nach sorgfältiger Analyse bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass für den FC Red Bull Salzburg neue Impulse erforderlich sind", sagte Sport-Geschäftsführer Marcus Mann in einer Aussendung. Ein Nachfolger solle "zeitnah" feststehen.

Letsch, der gemeinsam mit "Co" Kai Hesse den Hut nehmen muss, hatte das Traineramt bei den Bullen mit Jahresanfang 2025 übernommen und die Mannschaft bei insgesamt 56 Pflichtspielen (Punkteschnitt 1,55) betreut. Nach einem ermunternden Start ins Jahr 2026 herrschte zuletzt aber wieder Ratlosigkeit, das 1:1 beim Vorletzten GAK am vergangenen Sonntag sollte schließlich das Fass zum Überlaufen bringen.

"Druck hast du immer bei einem Verein, wo es nur um Titel geht, wenn du nicht dominant in der Liga bist", hatte Letsch danach gemeint. Mann hatte schon im Nachgang des 0:2 beim Liga-Frühjahrsauftakt gegen die Wiener Austria bzw. vor der GAK-Partie durchklingen lassen, dass es wichtig sei, möglichst rasch Ergebnisse zu liefern. 33 Punkte sind für Salzburger Maßstäbe aus den vergangenen Jahren eine durchwachsene Ausbeute. Salzburg, das sich in der Europa League nach der Ligaphase verabschieden musste, führt national zwar die Tabelle an - auch das aber nur dank der Inkonstanz der Konkurrenz, die noch dazu denkbar knapp dahinter lauert.

Was der Ligakrösus und einstige Serienmeister in der jüngeren Vergangenheit bot, erinnert nur noch schemenhaft an die glanzvollen und dominanten Auftritte von einst. Für Mann liegt das anscheinend nicht nur an einem qualitativ möglicherweise schwächeren Kader oder einer Spielanlage, auf die sich die Konkurrenz inzwischen besser eingestellt hat, sondern auch am Trainer. "In den ersten sechs Wochen meiner Tätigkeit habe ich mir einen umfassenden Überblick über die sportlichen Leistungen sowie die Entwicklungen der vergangenen zwölf Monate verschafft", erklärte Letschs Landsmann nun und wandelte sein Fazit in Taten um.

Zeit des Stabilisators lief ab

Letsch nutzte seine offiziellen Abschiedsworte, um auf eine "intensive Zeit" zu verweisen, deren Beginn in eine "schwierige Situation" gefallen sei. Salzburg war im Winter 2024/25 nach dem Missverständnis Pep Lijnders zehn Punkte hinter Tabellenführer Sturm Graz nur als Fünfter in die Winterpause gegangen. Letsch, Anfang der 2010er-Jahre im Bullen-Nachwuchs tätig und 2018 bzw. 2019 ein Jahr bei der Wiener Austria an der Seitenlinie, stabilisierte die angeschlagene Truppe und betrieb mit Platz zwei am Schluss erfolgreich Schadensminimierung.

Von seinem Nachfolger erwarten sich Verantwortliche wie Fans nach zwei titellosen Saisonen wohl nicht zuletzt, dass die Spieler wieder mehr "von der Leine gelassen werden". Der Neue könnte möglicherweise schon am Sonntag im brisanten Gastspiel beim LASK das Szepter schwingen. Die seit Ende September unbesiegten Linzer sind derzeit punktegleich mit Salzburg und würden nur allzu gerne ein deutliches Statement im Titelkampf abgeben.

Zusammenfassung
  • Der FC Red Bull Salzburg hat sich nach etwas mehr als einem Jahr von Trainer Thomas Letsch getrennt, nachdem das Team zuletzt nur ein 1:1 gegen den Vorletzten GAK erreichte.
  • Letsch betreute die Mannschaft seit Anfang 2025 in 56 Pflichtspielen mit einem Punkteschnitt von 1,55, konnte aber trotz Tabellenführung und 33 Punkten nicht an die frühere Dominanz anknüpfen.
  • Ein Nachfolger soll zeitnah präsentiert werden, denn bereits am Sonntag steht das Duell gegen den punktgleichen LASK an, das im Titelkampf entscheidend werden könnte.