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Nadal "nur" noch drei Schritte vom 21. Major-Titel entfernt

23. Jan. 2022 · Lesedauer 4 min

Der Superstar steht in der Runde letzten acht, der Olympiasieger ist nach enttäuschender Leistung out. Rafael Nadal ist weiter auf Kurs Richtung 21. Rekord-Grand-Slam-Titel. Der Spanier besiegte am Sonntag im Achtelfinale der mit 47,46 Mio. Euro dotierten Australian Open in Melbourne den Franzosen Adrian Mannarino nach sehr engem ersten Satz mit 7:6 (14),6:2,6:2. Der Hit gegen Alexander Zverev fiel ins Wasser, der Deutsche unterlag Kanadas Denis Shapovalov 3:6,6:7(5),3:6.

Der erste Satz im Nadal-Match bedeutete schon die Vorentscheidung: Der kampfstarke Mallorquiner wehrte im Tiebreak vier Satzbälle ab und holte den ersten Durchgang nach 81 Minuten. Danach war Mannarino, der in der Runde davor Vorjahres-Halbfinalist Aslan Karazew (RUS) in einem 4:39-Stunden-Thriller niedergerungen hatte, platt. "Der erste Satz war sehr, sehr emotional, da hätte alles passieren können und ich hatte etwas Glück", gestand Nadal nach seinem 14. Viertelfinal-Einzug allein beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

In diesem trifft der einzige im Bewerb verbliebene, frühere Australian-Open-Sieger (2009) auf Shapovalov. Auch wenn ihm der Kanadier insgeheim vielleicht lieber ist als Zverev: Nadal wird den 22-Jährigen im fünften Duell (Nadal führt 3:1) im Linkshänder-Vergleich keinesfalls unterschätzen. "Wenn er gut spielt, ist es sehr schwer, ihn zu stoppen", weiß Nadal.

Für Zverev, der nach Olympiasieg und Triumph bei den ATP Finals nun endlich sein erstes Major gewinnen will, platzte neuerlich vorzeitig der Traum vom Siegerscheck bei einem der vier Großturniere. "Ich könnte hier jetzt sitzen, und sagen: 'Ich habe eine Erkältung und noch was.' Aber nein, ich bin immer sehr ehrlich. Ich habe nichts. Ich habe einfach nur eine Scheiß-Woche gehabt, um ehrlich zu sein", sagte der 24-jährige Hamburger, der in dem Match schlapp und energielos wirkte.

Wie Nadal ebenfalls 35 hat auch Gael Monfils einen Höhenflug: Der von Günter Bresnik und vor Ort wieder vom Wiener Richard Ruckelshausen betreute Franzose besiegte den Serben Miomir Kecmanovic mit 7:5,7:6(4),6:3. Erstmals seit 2016 steht Monfils in Melbourne in dieser Turnierphase. "Ich habe versucht, aggressiv zu sein. Es war wirklich hart, er hat auf beiden Seiten extrem schnell gespielt", sagte Monfils, der nun auf den als Nummer 7 gesetzten Italiener Matteo Berrettini trifft. "Ich möchte noch weiter kommen, wir sind hier noch nicht fertig", lautet die Parole von Monfils.

Berrettini feierte in der Night Session im letzten Spiel der ersten Turnierwoche einen 7:5,7:6(4),6:4-Erfolg über den Spanier Pablo Carreno Busta. Der Wimbledon-Finalist, der in der dritten Runde einen Marathon-Fünfsatz-Sieg über dessen Landsmann Carlos Alcaraz bejubelt hatte, steht zum ersten Mal "down under" im Major-Viertelfinale.

Bei den Frauen marschiert Ashleigh Barty weiter in Richtung erster Major-Titel in ihrer Heimat. Lediglich 15 Games hat die Australierin in den ersten vier Runden abgegeben, die meisten davon am Sonntag beim 6:4,6:3 gegen die US-Amerikanerin Amanda Anisimova. Letztere hatte in der Runde davor mit einem knappen Dreisatz-Sieg Titelverteidigerin Naomi Osaka (JPN) ausgeschaltet.

Von einem weiteren Coup war sie aber weit entfernt, sie gab jeweils im siebenten Game jeden Satzes ihre Aufschläge ab. "Ich genieße es, gegen sie zu spielen. Es ist eine Prüfung, gegen sie anzutreten", meinte Barty noch auf dem Platz. Sie trifft nun mit Jessica Pegula wieder auf eine US-Amerikanerin, die die als Nummer 5 gesetzte Griechin Maria Sakkari überraschend mit 7:6(0),6:3 aus dem Bewerb nahm. "Sie war heute 'on fire', hat sich gut aus engen Games herausgekämpft", hat Barty das Match verfolgt.

Ein vielleicht gutes Omen für Barty: sowohl gegen Anisimova als auch gegen Pegula hat sie ihre bis vor Melbourne 2022 einzigen Duelle auf dem Weg zum ersten Major-Titel 2019 bei den French Open gewonnen. Pegula stand übrigens auch im Vorjahr in Melbourne im Viertelfinale.

Das zweite am Sonntag ermittelte Frauen-Viertelfinale heißt Barbora Krejcikova gegen Madison Keys. Die als Nummer 4 gesetzte Tschechin und French-Open-Siegerin 2021 ließ der Ex-Weltranglisten-Ersten Victoria Asarenka aus Belarus beim 6:2,6:2 keine Chance. Und Keys gab gegen die als Nummer 8 gesetzte Spanierin Paula Badosa ebenfalls nur vier Games ab.

Quelle: Agenturen