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MotoGP-Sieg in Spielberg führt wieder über Ducati-Armada

20. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Trotz neuer Einbrems-Schikane führt auch 2022 beim Grand Prix von Österreich der Sieg in der MotoGP nur über die Ducati-Armada. Der Italiener Enea Bastianini holte am Samstag erstmals eine Pole, einziger Nicht-Ducati-Fahrer in den ersten zwei Startreihen ist als Fünfter Weltmeister Fabio Quartararo (Yamaha). Als bester KTM-Pilot startet Brad Binder nach Platz zwölf in der Quali nur aus der vierten Reihe.

Spielberg erlebt damit den 32. MotoGP-Lauf in Folge mit mindestens einer Ducati in der ersten Reihe. Auf dem Red Bull Ring bilden sie mit Bastianini, Francesco Bagnaia und Jack Miller sogar gleich die komplette erste Reihe. Jorge Martin (4.) und Johann Zarco (6.) nehmen zudem Quartararo in Reihe zwei in die Ducati-Zwickmühle.

Dass es heuer wegen der neuen Schikane eine Gerade weniger gibt, änderte also nichts an der Überlegenheit der italienischen Bikes auf der hügeligen Powerstrecke in der Steiermark. Ducati hat auf dieser Piste sechs der acht Spielberg-Rennen seit 2016 gewonnen. Auch statistisch spricht viel für einen weiteren Ducati-Triumph, denn bisher kam der Spielberg-Sieger stets aus den ersten zwei Startreihen.

Binder ist zwar der aktuellste Österreich-Sieger, nachdem er im Vorjahr volles Risiko gegangen und trotz Regens auf Slicks zum dramatischen Sieg "geschwommen" war. Dieses Jahr wird aber selbst für einen Podestplatz ein weiterer "Big Ball Move" des Südafrikaners vermutlich nicht reichen. Binder schaffte als Achter zwar die Direkt-Quali für das Zwölfer-Q2, war im Kampf um eine Topzeit über eine Runde wie befürchtet aber einmal mehr chancenlos. Die Quali-Schwäche der KTMs ist eklatant. Teamkollege Miguel Oliveira, 2020 hier noch Sieger, wurde überhaupt nur 17. und fährt aus Reihe sechs los.

"Ich habe alles gegeben. Aber es ist, was es ist", zeigte sich Binder vom Rückstand nicht wirklich überrascht. Nun gelte es, an die Renn-Pace zu glauben und einen guten Start zu machen. "Es kann nur besser werden", hofft Binder auf Sonntag. Die neue Schikane könne vor allem in der ersten Runde gefährlich werden. "Wenn dort einer weit geht, gehen alle mit. Es gibt keinen Ausweg, keinen Platz."

Quartararo gelang im Kampf gegen die Ducati-Armada zumindest eine erste Schadensbegrenzung. Der "Teufel" (El Diablo) mit der Startnummer 20 war vom ersten Trainingstag an der Einzige gewesen, der den Ducatis Paroli geboten hat. Doch Ducati macht mit einer gleich achtköpfigen Armada und immer spektakuläreren Aerodynamik-Flügeln an den Bikes Druck auf den französischen Weltmeister und will unbedingt den Fahrer-Titel. Der letzte und bisher einzige kam 2007 durch den Australier Casey Stoner.

Quartararo im Nacken sitzt mit Aleix Espargaro aber noch ein Aprilia-Pilot. Der Spanier hat als Einziger in bisher allen zwölf Rennen gepunktet, zudem ist ihm im April in Argentinien bei seinem 200. GP sein erster sowie im 350. MotoGP-Rennen überhaupt auch der erste Triumph für Aprilia gelungen.

Zuletzt wurde Espargaro nach einem Trainingssturz in Silverstone nur Neunter. Quartarao konnte als Achter aber kein Kapital daraus schlagen. Espargaro stürzte auch am Samstag im Spielberg-FP3, musste übers Q1 in die Pole-Runde und kam dort über Platz neun und die dritte Reihe nicht hinaus.

Bester Ducati-Pilot in der WM ist vor dem 13. von 20 Saisonrennen Bagnaia, der nach vier Siegen in den jüngsten sieben Rennen als Dritter 49 Zähler Rückstand hat. Bagnaia ist an sich der Pole King der Saison. Samstag in Spielberg musste sich "Pecco" aber um 24 Tausendstel beugen.

In den Unterklassen gingen die Poles in der Moto3 an den Spanier Daniel Holgado (KTM) und in der Moto2 an den Japaner Ai Ogura (Kalex). An die 170.000 Besucher werden heuer bei Österreichs zweitgrößtem Sportevent nach der Formel 1 (303.000 Fans) erwartet.

Quelle: Agenturen