APA - Austria Presse Agentur

Mit einem Einser ist für Schubert bei Olympia viel möglich

18. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Klettern ist eine von fünf Sportarten, die neu im olympischen Programm von Tokio aufscheinen. Groß war die Freude der Athletinnen und Athleten über den Status im Zeichen der Fünf Ringe, die aber getrübt wurde, weil es bei einer Medaillenentscheidung als Kombination aus den Bewerben Speed, Bouldern und Lead blieb. "Ich habe mich damit abgefunden. Aber es ist auch so, dass mir alle drei Disziplinen Spaß machen", sagte Jakob Schubert. Schon in Paris erfolgt eine Neuerung.

Er habe Zeit gehabt, sich auf die drei Disziplinen vorzubereiten, erklärte Österreichs Hoffnungsträger Schubert, der bei der WM 2019 in Hachioji die Kombi-Silbermedaille gewann. "Ich bin aber froh, dass wir es schon bei den nächsten Spielen anders haben werden." In Paris 2024 werden Lead/Boulder als Kombination ausgetragen und im Speed eigene Medaillen vergeben. "Das endgültige Ziel in unserer Sportart wird sicher immer sein, dass wir unsere drei Medaillenentscheidungen haben", hofft Schubert auf einen weitere Änderung vielleicht schon in Hinblick auf Los Angeles 2028. "Es ist eine Kompromisslösung derzeit, damit wir unsere drei Disziplinen präsentieren können."

Die Kombi-Formel lautete das Ergebnis aus Speed mal jenem aus Bouldern mal jenem aus Lead (Vorstieg). Zwanzig Teilnehmer stark ist das Feld jeweils bei Frauen und Männern in der Qualifikation, acht ziehen ins Finale, in dem es bei null beginnt und nochmals alles geklettert wird. Wer beispielsweise Erster, Dritter und Achter wird, kommt somit durch die Multiplikationsformel auf 24 Zähler. Wer die wenigsten Zähler hat, gewinnt.

Wie viele Punkte man für eine Medaille haben darf, kann Schubert nicht abschätzen. "Das ist sehr schwierig zu sagen, es hängt ja auch davon ab, wie die anderen abschneiden. Gewinnt der, der Boulder gewinnt auch Vorstieg, dann kann man mit mehr Punkten noch aufs Podium klettern. Oder sind nur die drei, die einen Einser holen am Podium?"

Herumrechnen bringe nicht viel, man müsse sich auf die eigene Leistung konzentrieren. "Und schauen, dass man in jeder Disziplin abliefert, vor allem in seinen stärksten. Und hoffen, dass eine Medaille rausschaut." Bei der WM vor zwei Jahren hatte Schubert Rang sieben im Speed, fünf im Bouldern und eins im Vorstieg belegt. Das ergab 35 Zähler und somit am Ende Silber hinter dem Japaner Tomoa Narasaki (4), der die Plätze zwei, eins und zwei belegte. Der Multiplikationsfaktor sorgt also für große Spannung, denn bis zuletzt ist alles offen.

"Meine schlechteste Disziplin ist das Speedklettern. Das ist die einzige Disziplin, wo es um Schnelligkeit geht. Bei den anderen zwei geht es um die Schwierigkeit", sagte Schubert. "Im Speed geht es für mich darum, nicht Letzter zu werden. Es geht um jeden Platz, den ich rausholen kann. In den anderen zwei Disziplinen habe ich schon Weltcups gewonnen, im Vorstieg war ich schon zweimal Weltmeister." Das war er übrigens auch schon in der Kombination - 2018 in Innsbruck.

Quelle: Agenturen