McGrath gewinnt Slalom in Kranjska Gora - Matt 4.
Die Bilder von McGrath nach den jüngsten zwei Slaloms könnten nicht unterschiedlicher sein. War er nach seinem Ausfall als Halbzeitführender bei Olympia bitter enttäuscht durch den Tiefschnee zu einem Wald gestapft, so durfte er sich am Sonntag im Glanz des Sieges sonnen. "Ich hatte Flashbacks, in der Pause und während des Laufes. Ich war so nervös, vor allem nach dem, was bei Olympia passiert ist", sagte McGrath, der dem Weltcupfinale und dem möglichen Kristallkugelgewinn in seiner Heimat entgegenblickt. "Ich muss mit Herz fahren, mit einem guten Gefühl und Flow, das ist mein Plan für Hafjell."
Ein Podestplatz für Österreich ging sich knapp nicht aus. Und Matt machte auch keinen Hehl daraus, dass er sich über einen vierten Platz "schon einmal mehr gefreut" hatte. "Ein paar Hundertstel findet jeder irgendwo. Ich glaube, beim ersten Übergang habe ich ein bissl was liegen gelassen, ansonsten war es eine sehr, sehr gute Fahrt", sagte der Tiroler. "Es ist schön zu sehen, dass ich wieder ganz vorne mitfahren kann, auch mit schlechterer Piste. Ich muss jetzt dranbleiben."
Fabio Gstrein, Olympia-Silbermedaillengewinner von Bormio, fiel indes von Platz fünf auf zwölf (+0,78) zurück. "Ein Fehler, dann verliert man gleich eine halbe Sekunde. Das tut schon weh. Ich habe alles reingehaut, ein Schwung ist halt nicht aufgegangen", meinte der Tiroler. Dominik Raschner nutzte die Startnummer eins im zweiten Durchgang perfekt aus und erreichte Platz sieben (+0,26). "Der zweite Lauf tut sehr gut. Ich habe viel daran gearbeitet, dass ich stabiler werde. Ich habe es in den Rennen heuer nur zweieinhalb Mal zeigen können. Es tut sehr gut, beim Weltcupfinale dabei zu sein."
Platz 13 gab es für Marco Schwarz, der dies als "mittelmäßig" bezeichnete. "Fahrerisch war es okay, ich fühle mich seit Olympia im Slalom wieder ein bissl wohler. Jetzt ist der Plan, bis zum Finale alle Rennen mitzunehmen." Danach werde er mal alles Revue passieren lassen und sich mit den Trainern zusammensetzen. "Ich würde mich gern im Speed weiterentwickeln, aber der Slalom macht auch noch viel Spaß. Ich will lieber in zwei Disziplinen vorne mit dabei sein, als in vier mittelmäßig sein." Rang 14 schaute für Joshua Sturm heraus. Beim Saisonfinale in Hafjell werden im Slalom für Österreich Matt, Gstrein, Raschner und Schwarz mit dabei sein.
Cheftrainer mit Bilanz und Ausblick
Nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert hatten sich Adrian Pertl (31.) und Jakob Greber (40.), Johannes Strolz und Simon Rueland schieden im ersten Durchgang aus. Ebenso wie von den Assen Timon Haugan (NOR), Olympiasieger Loic Meillard (SUI) und Eduard Hallberg (FIN). Im zweiten Lauf erwischte es den Halbzeitdritten Armand Marchant (BEL). Nicht am Start war wie angekündigt Manuel Feller. Der Tiroler muss sich Operationen unterziehen.
"Mit 6/100 Rückstand Vierter werden, das habe ich auch noch nicht so oft erlebt, das ist bitter", sagte ÖSV-Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer. "Im Slalom ist es knapp beieinander, da stehst du bald einmal mit nichts da. Mich freut, dass wir in Abwesenheit von Manuel Feller so da sind, um die Podiums mitfahren. Das zeigt schon, dass wir in der Breite im Slalom nach wie vor da sind."
Und er blickte bereits auf die drei Speedrennen von Freitag bis Sonntag in Courchevel. Dort wird im Abfahrtstraining Qualifikation gefahren, nicht ins Aufgebot schaffte es Daniel Danklmaier. In der Abfahrt sei insgesamt mehr möglich, als man zuletzt gezeigt habe, meinte Pfeifer. "Im Super-G sind wir stark. Ich bin auch schon gespannt, was Blacky leisten kann", sprach er das Antreten von Schwarz an. "Die Speedstrecke taugt mir. Der Fokus ist nach wie vor, in der Abfahrt die Speedkilometer zu sammeln. Im Super-G will ich Gas geben, es ist ein technischer Super-G-Hang, das könnte mir liegen", meinte dieser.
Zusammenfassung
- Atle Lie McGrath hat den Ski-Weltcup-Slalom in Kranjska Gora mit nur 0,01 Sekunden Vorsprung auf Henrik Kristoffersen und 0,04 Sekunden auf Lucas Braathen gewonnen.
- Michael Matt wurde nach einer starken Aufholjagd Vierter und verpasste das Podest um lediglich 0,02 Sekunden, während McGrath nun mit 41 Punkten Vorsprung im Disziplinweltcup führt.
- Für Österreich starten beim Saisonfinale in Hafjell Matt, Gstrein, Raschner und Schwarz, während Manuel Feller verletzungsbedingt fehlt.
