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Hinteregger beendet Geschäfte mit rechtsextremem Ex-FPÖler Sickl

09. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

ÖFB-Kicker Martin Hinteregger hat sich am Donnerstag zu seinen Geschäftsbeziehungen mit dem rechtsgerichteten Ex-FPÖ-Gemeinderat Heinrich Sickl geäußert. Er weist darin Vorwürfe rechter Gesinnung zurück.

Martin Hinteregger organisiert in seiner Heimatgemeinde das Fußball-Turnier "Hinti-Cup". Sein Geschäftspartner dabei ist Heinrich Sickl, ein ehemaliger Grazer FPÖ-Gemeinderat mit Verbindungen in rechtsextreme Kreise - darunter auch zu den Identitären. Das wurde am Donnerstag nach Recherchen des freien Journalisten Michael Bonvalot bekannt.

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Am Nachmittag äußerte sich Hinteregger selbst in einer Stellungnahme auf sozialen Medien zu den Berichten. Er weist den Vorwurf einer rechten Gesinnung zurück. "Ich bin ebenso wie die Familie Sickl in Sirnitz verwurzelt, ich möchte meinen Fans, Gönnern und Unterstützern von Kindesbeinen an mit dem 'Hinti-Cup' meine Wertschätzung zeigen und mich bedanken", schreibt er weiter.

Das Schloss Albeck habe sich als naheliegender Veranstaltungsort angeboten. Das Schloss gehört der Mutter von Sickl, der ehemaligen FPÖ-Ministerin Elisabeth Sickl. "Ich habe keine Kenntnisse über vergangene oder zukünftige Aktivitäten seitens der Familie Sickl, ich möchte lediglich ein Fußballturnier stattfinden lassen, und mehr nicht", so Hinteregger in dem Posting.

Sickl war 2019 wegen seiner Nähe zu den Identitären ins Visier des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) geraten.

Keine Geschäfte mehr mit Familie Sickl

Er werde "aufgrund des aktuellen Wissensstandes" jegliche Geschäftsbeziehung mit der Familie Sickl "mit sofortiger Wirkung" abbrechen, kündigte er weiters an. Hinteregger betont weiters, dass er sich gegen jegliche Art der Diskriminierung einsetze.

Hinteregger kritisiert in seiner Stellungnahme auch die Berichterstattung, die ihn seiner Ansicht nach zu Unrecht in die Nähe Sickls gerückt habe: "Es ist unglaublich, dass ein Unbekannter solche Dinge über mich behaupten kann", schreibt er in Bezug auf den Journalisten Bonvalot.

Sickl: "Nirgends mehr politisch aktiv"

Sickl war bis vor kurzem für die Pressearbeit der Hinti Event GmbH tätig. Auf Anfrage der "Bild"-Zeitung erklärte er am Donnerstag: "Ich bin persönlich nirgends mehr politisch aktiv. Ich führe den Familienbetrieb und habe mich von allen anderen Dingen zurückgezogen."

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos