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Geschäfte mit Rechtsextremen? Hinteregger muss sich erklären

09. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Martin Hinteregger veranstaltet in der Sommerpause den "Hinti Cup" in seiner Heimat Sirnitz. Sein Geschäftspartner ist Heinrich Sickl, der seit Jahrzehnten in rechtsextremen Kreisen verkehrt, wie der freie Journalist Michael Bonvalot herausfand. Hinteregger wollte zu den Recherchen bisher keine Stellungnahme abgeben. Sein Vater verrät auf PULS 24-Anfrage jedoch, dass eine solche in den nächsten Stunden erfolgen soll.

Martin Hinteregger genießt sowohl bei seinem Klub, Eintracht Frankfurt, als auch im österreichischen Nationalteam Kult-Status. Der 29-jährige Innenverteidiger wird nicht nur für seine fußballerischen Leistungen, sondern auch für seine Bodenständigkeit und Nahbarkeit von Fußballfans auf der ganzen Welt verehrt. Eigene Fanlieder ("Hinti Army") sind speziell dem Kärntner gewidmet.

Hinteregger nützt seine Beliebtheit aktuell um in der Sommerpause den "Hinti Cup" in seiner Heimatgemeinde Sirnitz in Oberkärnten zu organisieren. "Vom 16.-19. Juni 2022 wird dort gerockt, es wird gekickt und es wird hart gefeiert", heißt es auf der Homepage. Fußballgolf, eine Wanderung und eine Ausstellung im Schloss Albeck stehen auf dem Programm. Der Nationalspieler lädt seine Fans persönlich zum Feiern ein. 

Geschäfte mit Heinrich Sickl 

Doch nun kommt der Haken. Das Schloss Albeck gehört Elisabeth Sickl, einer ehemaligen FPÖ-Ministerin und der Mutter von Heinrich Sickl. Dieser ist im deutschsprachigen Rechtsextremismus bestens vernetzt, mit 17 soll er Mitglied der verbotenen deutschen Neonazi-Organisation "Nationalistische Front" gewesen sein. Zudem geriet Sickl 2019 wegen seiner Nähe zu den Identitären ins Visier des BVT. Wie Journalist Bonvalot herausfand ist Sickl gleichberechtigter Gesellschafter der "Hinti Event GmbH", über die der Fußballer den "Hinti Cup" organisiert.

Bonvalot hat sowohl Hinteregger als auch Eintracht Frankfurt mit seinen Recherchen konfrontiert, beide wollten keine Stellungnahme abgeben. Der ÖFB sagte gegenüber dem "Kurier", dass man Hinteregger kontaktieren und um eine Stellungnahme bitten wolle. Das bestätigte Geschäftsführer Bernhard Neuhold in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Die Recherchen werfen jedenfalls kein gutes Licht auf Hinteregger. Auf PULS 24-Anfrage gab Vater Franz Hinteregger bekannt, dass eine offizielle Stellungnahme von Eintracht Frankfurt und Martin Hinteregger in den nächsten Stunden erfolgen wird.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion