APA - Austria Presse Agentur

Manchester United und Juventus einig über Ronaldo-Wechsel

27. Aug 2021 · Lesedauer 4 min

Manchester United ist sich mit Juventus Turin einig über den Wechsel des Fußball-Topstars Cristiano Ronaldo.

Nach Lionel Messi hat auch der zweite große Fußball-Superstar diesen Sommer einen neuen Club gefunden. Bei Cristiano Ronaldo ging es am Freitag ganz schnell. Der 36-jährige Portugiese kehrt zu Manchester United zurück. Man habe mit Juventus Turin Übereinkunft über einen Wechsel erzielt, gab der neue Arbeitgeber des fünfmaligen Weltfußballers am frühen Abend bekannt. Persönliche Details, das Visum und ein Medizincheck seien aber noch ausständig.

"Welcome home, Cristiano", schrieb United in den Sozialen Medien. Ronaldo hatte bereits von 2003 bis 2009 für die "Red Devils" gespielt, war mit diesen unter anderem dreimal Meister und einmal Champions-League-Sieger. Für die Rückkehr das Angreifers soll United laut britischen und italienischen Medienberichten rund 25 Millionen Euro Ablöse bezahlen. Ronaldo wäre bei Juventus nur noch ein Jahr unter Vertrag gestanden.

Portugals Rekordtorschütze war 2018 für 100 Millionen Euro von Real Madrid nach Turin gewechselt, dort in der vergangenen Saison aber immer unzufriedener geworden. Nachdem sich Real gegen eine Rückholaktion entschieden hatte und stattdessen sein Werben um Frankreichs Jungstar Kylian Mbappe verstärkte, schien zuletzt Manchester City in der Pole Position um eine Ronaldo-Unterschrift. Am Ende machte der Stadtrivale United das Rennen.

Die "Red Devils", in der Vorsaison hinter City Vizemeister, sollen Ronaldo laut italienischen Medienberichten einen Zweijahresvertrag angeboten haben, der mit wöchentlich 480.000 Pfund (560.000 Euro) dotiert ist. Das Jahresgehalt dürfte sich damit im Bereich von 25 Mio. Pfund (29 Mio. Euro) bewegen. Messis Salär bei Paris Saint-Germain, mit dem ihm der Abgang vom FC Barcelona versüßt worden war, soll allerdings noch einmal darüber liegen.

"Club ist das Wichtigste"

Während sich der Transfer des Argentiniers in der zweiten August-Woche über Tage angekündigt hatte, überschlugen sich bei Ronaldo am Freitag die Ereignisse. Juventus-Trainer Massimiliano Allegri war laut eigenen Angaben am Donnerstag von Ronaldo informiert worden, dass er den Club verlassen wolle. Am Freitag setzte der Italiener dann auch die Öffentlichkeit davon in Kenntnis. Er sei nicht enttäuscht, betonte Allegri. "Der Club ist das Wichtigste. Er war drei Jahre hier und hat seinen Beitrag geleistet, jetzt verlässt er uns und das Leben geht weiter."

United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer hatte sich in einer Pressekonferenz vor dem Ligaspiel am Sonntag (17.30 Uhr MESZ) bei den Wolverhampton Wanderers dagegen noch kryptisch zu einem möglichen Ronaldo-Transfer geäußert. "Ich habe nicht geglaubt, dass er Juventus verlässt, aber wenn er Juventus verlässt, weiß er, wo wir sind." Er selbst sei ebenso mit Ronaldo in Kontakt gewesen wie dessen portugiesischer Landsmann Bruno Fernandes. "Cristiano ist eine Club-Legende, meiner Meinung nach der größte Fußballer aller Zeiten", schwärmte Solskjaer.

ManCity-Trainer Pep Guardiola gab sich zugeknöpfter. "Meiner Meinung nach gibt es nur wenige Spieler - und dazu gehören Ronaldo und Messi -, die selbst entscheiden, wo sie spielen. Cristiano wird entscheiden, wo er spielen wird, nicht Manchester City oder ich." Wenig später berichteten englische Medien bereits, dass City ein ursprüngliches Angebot zurückgezogen habe. Offizielle Stellungnahme gab es vom englischen Meister dazu aber keine.

Für Saint-Germain: Verbleib von Mbappe im Mittelpunkt

Immerhin war von Paris Saint-Germain eine klare Aussage gekommen. "Wir haben niemals mit dem Gedanken gespielt, ihn zu verpflichten", betonte Vereins-Präsident Nasser Al-Khelaifi bereits am Donnerstagabend. Für die Pariser steht ein Verbleib von Mbappe im Mittelpunkt, dessen Vertrag 2022 ausläuft.

PSG weigert sich, den 22-Jährigen zu Real ziehen zu lassen, soll hinter den Kulissen aber bereits an einer Ersatzvariante basteln. Laut diversen Medienberichten könnte im Falle eines Mbappe-Abgangs Erling Haaland um etwa 200 Millionen Euro von Borussia Dortmund losgeeist werden. Die Dortmunder haben einen Transfer ihres Stürmerstars in diesem Sommer aber stets ausgeschlossen.

Auch Juventus, mit Ronaldo in der vergangenen Saison erstmals seit 2011 nicht Meister geworden, muss sich nach einem Nachfolger für seinen Toptorschützen umsehen. Als mögliche Kandidaten gelten der Brasilianer Gabriel Jesus von Manchester City, Ex-Juve-Profi Moise Kean von Everton oder der einst beim Erzrivalen Inter Mailand beschäftigte Mauro Icardi, der bei PSG nicht mehr gebraucht erscheint. Für Spannung ist bis Transferschluss nächsten Dienstag also gesorgt - auch wenn Ronaldo nun vom Markt ist.

Quelle: Redaktion / pea