Champions League: Spiel in Paris wegen Rassismus-Vorfall abgebrochen

09. Dez 2020 · Lesedauer 3 min

Das Spiel in der Champions League zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir wurde wegen einer angeblich rassistischen Äußerung des Vierten Offiziellen abgebrochen.

Nachdem der Vierte Offizielle aus Rumänien den Assistenztrainer Istanbuls, Pierro Webo, als "Negro" bezeichnete, weigerten sich die Spieler von Basaksehir weiterzuspielen. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen. Es soll am Mittwoch um 18.55 Uhr mit einem neuen Schiedsrichter-Team fortgesetzt werden. Das teilte die UEFA mit.

Das Duell wurde nach nicht einmal einer Viertelstunde abgebrochen. Die Türken weigerten sich weiterzuspielen, nachdem Assistenztrainer Pierro Webo von Schiedsrichter Ovidiu Hategan ausgeschlossen wurde. Grund war aber nicht die Rote Karte, sondern ein Rassismus-Vorfall. Der vierte Offizielle Sebastian Coltescu hatte den Kameruner im Rahmen der Aktion gut hörbar als "Negro" bezeichnet.

Webo war dadurch genauso außer sich wie Spieler Demba Ba, der den Referee zur Rede stellte. Nach minutenlangen Diskussionen verließen beide Teams den Platz. 

Eine Untersuchung des Vorfalls wurde laut UEFA-Angaben bereits eingeleitet. "Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form haben keinen Platz im Fußball", betonte die UEFA.

Auf harte Sanktionen hofft auch der türkische Präsident. "Ich verurteile die rassistischen Äußerungen gegen Pierre Webo auf das Schärfste und bin zuversichtlich, dass die UEFA die notwendigen Maßnahmen ergreifen wird", erklärte Recep Tayyip Erdogan auf Twitter.

Leipzig wirft Manchester United raus

RB Leipzig hat sich am Dienstagabend ein Achtelfinal-Ticket in der Fußball-Champions-League gesichert. Der deutsche Bundesligist feierte im Schlager der Gruppe H gegen Manchester United einen 3:2-Heimerfolg und hängte die Engländer in der Tabelle noch um drei Punkte ab.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann, der die Vorfälle nur aus der Ferne mitbekam, verurteilte den Vorfall in der Parallelpartie aus Schärfste. "Wir leben in einer bunten Gesellschaft, das ist auch gut so. So etwas sollte nicht passieren, nicht auf dem Fußballplatz und auch sonst nirgendwo", sagte Nagelsmann.

Für den Aufstieg hat das Duell keine Auswirkung mehr, da im Falle einer PSG-Niederlage bei Punktegleichheit mit ManUnited der bessere direkte Vergleich für die Franzosen den Ausschlag geben würde.

Lazio und Dortmund steigen auf

In Pool F reichte Lazio Rom ein 2:2 gegen Club Brügge, um sich die zweite Aufstiegs-Karte neben Gruppensieger Borussia Dortmund zu sichern. Beim 2:1-Auswärtssieg der Deutschen bei Zenit St. Petersburg avancierte Youssoufa Moukoko ab der 58. Minute mit 16 Jahren und 18 Tagen zum jüngsten Spieler in der CL-Geschichte. Der Jungspund löste damit Celestine Babayaro ab, der 1994 im Anderlecht-Dress in Bukarest mit 16 Jahren und 87 Tagen gespielt hatte.

Ronaldo-Show gegen Barcelona

In der Gruppe G sicherte sich Juventus Turin mit einem 3:0-Erfolg beim FC Barcelona noch Rang eins, hatte nach dem Hinspiel-0:2 knapp das bessere Ende für sich. Hauptverantwortlich dafür war Superstar Cristiano Ronaldo mit einem Elfmeter-Doppelpack (13., 52.) und seinen CL-Toren Nummer 133 und 134. Der dritte Treffer ging auf das Konto von Weston McKennie (20.).

Quelle: Agenturen