APA - Austria Presse Agentur

LASK empfängt Salzburg - Rapid muss zu Sturm nach Graz

15. Mai 2021 · Lesedauer 4 min

Der LASK hat im Meisterschaftsfinish Blut geleckt. Mit dem 4:0 beim WAC tauchten die Linzer aus ihrer Ergebniskrise und nehmen zwei Runden vor Schluss noch einmal die unmittelbaren Plätze hinter Meister Salzburg ins Visier. In der Neuauflage des Cupfinales am Sonntag (17.00) in Pasching könnten Gernot Trauner und Co. zudem auf feiermüde "Bullen" treffen. Zeitgleich könnte Rapid mit einem Sieg bei Sturm Platz 2 fixieren, die WSG Tirol will gegen den WAC die Chance nutzen.

Am Mittwoch hatte Salzburg mit dem 2:0 über Rapid den achten Meistertitel in Serie sowie das Double fixiert, es könnte aufseiten des Favoriten also zu leichtem Druckabfall kommen. "Auch wenn sie ihre Ziele erreicht haben, war Salzburg, immer noch da", mahnte LASK-Coach Thalhammer mit einem Blick auf die Vergangenheit. Für den LASK gilt es, unabhängig von der schwer zu erahnenden Salzburger Aufstellung parat zu sein.

Nur drei Punkte liegen die Linzer hinter den zweitplatzierten Rapidlern, die bei Sturm gastieren, das wiederum punktegleich mit dem LASK ist. In der letzten Runde kommt es in Hütteldorf noch zum Duell mit Grün-Weiß, Sturm muss zum WAC. Von der Champions-League-Quali (Platz 2) über die Europa-League-Quali (3.) bis hin zur Conference-League-Quali (4. oder 5.) ist für das Trio also alles möglich. "Es sind 180 Minuten, die alles für uns bedeuten können, wo wir noch einmal alles herausholen wollen", betonte Thalhammer.

Rapid hat am Sonntag die erste Chance, den Vizemeistertitel in trockene Tücher zu bringen. Dafür nötig ist ein Sieg bei Sturm Graz. Die drittplatzierten Steirer wiederum können mit einem Erfolg nach Punkten zu den Wienern aufschließen, sie aufgrund des schlechteren Torverhältnisses aber wohl kaum überholen. Ein Heimsieg ist nicht unbedingt zu erwarten, ist Rapid doch gegen Sturm acht Partien unbesiegt.

"Die Statistik ist schön, aber ich glaube nicht, dass ein Trainer so etwas in der Vorbereitung auf die Partie einbaut. Wichtiger ist, wie wir reingehen, den Gegner bekämpfen und bespielen", sagte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer. Auch sein Tormann Richard Strebinger sah das ähnlich. "Ich glaube, dass Statistiken egal sind, die tun nichts zur Sache. Für Zuschauer und Fans sind sie natürlich interessant, für uns aber nicht", betonte der 28-Jährige.

Für Sturm ist die lange sieglose Zeit - in Graz hat man auch schon fünfmal nacheinander gegen Rapid nicht gewonnen - eine Motivation. "Wir haben gegen Rapid seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gewonnen. Sie sind ein bärenstarker Gegner, aber es wird höchste Zeit, dass wir das ändern und diese Statistik mit einem Heimsieg beenden", gab Sturm-Trainer Christian Ilzer die Marschroute vor.

Im Heimspiel auf dem Innsbrucker Tivoli trifft die WSG Tirol am Sonntag auf den WAC. Dabei geht es für die Tiroler - zumindest theoretisch - noch um den fünften Platz in der Fußball-Bundesliga. Bei einem Sieg lebt der Funke Hoffnung weiter, im kommenden Jahr international an den Start gehen zu können. Punkten die Kärntner, ist für die WSG der Traum von Europa endgültig ausgeträumt. "Eine Herkulesaufgabe", weiß WSG-Coach Thomas Silberberger.

Der Liga-Vierte tritt im Sommer in der dritten Qualifikationsrunde zur Conference League an, der Fünfte muss im Kampf um den zweiten Quali-Platz für den neuen UEFA-Bewerb im Play-off gegen den Gewinner des Duells zwischen dem Siebenten und Achten bestehen. Der Sechste geht leer aus. Aktuell belegt der WAC den fünften Rang, vier Punkte vor der WSG.

Für die Tiroler bedeutet das, dass nicht nur ein Sieg am Sonntag her muss, sondern auch einer in der letzten Runde bei Meister Salzburg. Ein Unentschieden wäre zu wenig, da der WAC bei Punktegleichheit am Schluss modusbedingt vorgereiht würde. Dementsprechend klar ging Silberberger das Thema Europacup in seiner Vorausschau rhetorisch an. "Dieser Gedanke ist in unserer Kabine verboten", erklärte er. Ihn beschäftige vielmehr, "ob wir wieder ähnlich dilettantisch verteidigen wie zuletzt gegen Sturm Graz - dann werden wir zwar wieder für unsere Spielweise gelobt werden, aber wieder nichts holen".

Der WAC präsentiert sich unter Interimstrainer Roman Stary weiter wankelmütig. Dem 2:1-Erfolg bei Rapid am vergangenen Wochenende folgte am Mittwoch eine 0:4-Abreibung daheim gegen den LASK. "Wir haben uns da die Schneid abkaufen lassen", meinte Stary nach der Pleite. Vier Punkte fehlen Michael Liendl und Co. nun in der Tabelle auf die Oberösterreicher sowie Sturm Graz. "Ich bin aber fest davon überzeugt, dass meine Mannschaft das Zeug dazu hat, noch Dritter zu werden", gab sich Stary kämpferisch.

Quelle: Agenturen