APA - Austria Presse Agentur

Lamparter und Rehrl vor Olympia-Saison mit Aufholbedarf

24. Sept 2021 · Lesedauer 4 min

Neun Wochen vor dem Weltcupauftakt in Ruka in Finnland blickt Österreichs Team der Nordischen Kombinierer auf eine bisher gelungene Vorbereitung auf den Olympia-Winter zurück. Am Freitag standen als bewährter jährlicher Fixpunkt im sonst für Züge, Busse, Autos und LKW genutzten Klima-Wind-Kanal des Rail Tec Arsenal in Wien-Floridsdorf Tests auf dem Programm. Bei einer Windgeschwindigkeit von 110 km/h ging es um die Feinabstimmung in Aerodynamik und Material.

Für Johannes Lamparter und Franz-Josef Rehrl war dies ein weiterer Schritt zurück ins Teamgefüge. Doppel-Weltmeister Lamparter hatte ÖSV-Trainingseinheiten im Frühjahr durch die Vorbereitung auf die letztlich bestandene Matura verpasst, Ende Juli machte dem Tiroler die operative Entfernung seines entzündeten Blinddarms einen Strich durch die Rechnung. Lamparter: "Ich habe nur wieder ganz langsam mit dem Training anfangen können. Im Ganzen habe ich sicher so einen Monat verloren."

Eine optimale Vorbereitung sehe zwar anders aus, mittlerweile gehe es ihm aber wieder gut und er könne alles machen, sagte der 19-Jährige gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. "Für mich heißt es, wieder rein- und zu alter Stärke zurückzufinden", stellte der Rumer fest. "Auf der Schanze ist noch viel zu tun." Durch die verpasste Sommer-Grand-Prix-Serie habe er zumindest einen Eindruck, wo die Teamkollegen international stehen, daran könne er sich in der Zeit bis zum Saison-Auftakt orientieren.

Ähnlich ist die Situation für Rehrl, wobei der Steirer in Folge seines im Dezember beim Heim-Weltcup in Ramsau gerissenen Kreuzbandes aber erst vor zwei Wochen auf dem Gletscher erstmals wieder in eine Loipe gegangen ist. Der Zeitpunkt der Rückkehr auf die Sprungschanze ist offen und hängt letztlich auch vom ärztlichen Feedback ab. Grundsätzlich gehe es ihm mit seinem Knie aber gut, ließ Rehrl wissen. Als nächstes ist für ihn ein fünfwöchiger Kraftblock geplant.

"Wenn es länger dauert bis zum Springen, dann dauert es länger", meinte der dreifache WM-Bronzemedaillengewinner. "Es ist wichtiger, dass das Kreuzband, das Knie hält." Die Sprünge im Windkanal waren für den 28-Jährigen diesmal etwas Spezielles. "Ich war sehr nervös vor dem ersten Mal. Aber es hat sofort super funktioniert und es hat mir Spaß gemacht. Der Grinser ist gleich gekommen. Es war eine Erleichterung." Er sei zuversichtlich, dass das richtige Gefühl auch auf der Schanze schnell kommt.

Auch Mario Seidl hatte einen Kreuzbandriss, fasste danach in der vergangenen Saison aber bereits u.a. mit Team-WM-Bronze wieder Fuß. Für ihn läuft es nun in der Vorbereitung ausgezeichnet, nach dem Sieg beim letzten Bewerb in Villach hat er nur um einen Hauch den Sommer-GP-Gesamtsieg verpasst. Hauptziel bleibt aber sowieso Olympia, u.a. der Teambewerb: "Wir haben uns als Ziel gesetzt, dass wir einmal ganz oben stehen."

Lukas Greiderer stand außer mit Lamparter im Sprint-WM-Gold-Duo bei der Oberstdorf-WM auch in der Bronze-Equipe. Der Tiroler ist mit seiner aktuellen Vorbereitung allerdings nicht rundum zufrieden. "Beim Sommer-GP war die Laufleistung nicht so besonders, ich habe mich auch extrem müde gefühlt", führte der 28-Jährige aus. Es wird vermutet, dass es bei ihm davor ein Zuviel an Umfängen gewesen sei. "Da kann es sein, dass man sich ganz klassisch abschießt." Nun fühle er sich wieder erholter.

Summa summarum hat Cheftrainer Christoph Eugen den Ausgang des Sommer-GP mit Top-Plätzen mehrerer seiner Athleten zufrieden registriert, es gebe aber auch noch Baustellen. Als nächstes geht es für Eugen und seine Truppe bis 4. Oktober zu einem Kurs in Oberhof, es folgen die nationalen Meisterschaften, im Optimalfall Ende Oktober ein Kurs auf Eisspur sowie dann noch Mattensprünge. Eugen: "Ende November sollten wir halbwegs in Schuss sein, der Formhöhepunkt ist für Februar geplant."

Quelle: Agenturen