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Krieg in Wimbledon Thema, Kalinina hilft mit Preisgeld

28. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Der von Russland geführte Krieg in der Ukraine bleibt auch beim Tennis-Rasenklassiker in Wimbledon ein Dauerthema. Ukrainische Spielerinnen berichteten am Montag von den Problemen in ihrer Heimat.

Die an Nummer 29 gesetzte Anhelina Kalinina erzählte nach ihrem Erstrundensieg, dass die Unterkunft ihrer Eltern zerstört worden sei. "Gott sei Dank leben alle, sind in Sicherheit", sagte die 25-Jährige. Sie wolle ihr Londoner Preisgeld für den Wiederaufbau des Hauses verwenden.

Kalinina erklärte, dass ihre Eltern jetzt in ihrer Wohnung wohnen würden, solange das Haus in der Kiewer Vorstadt Irpin, wo sie bisher gelebt hatten, wieder aufgebaut würde. Der Ort war zu Beginn der russischen Invasion schwer beschädigt worden. "Ihr Haus wurde angegriffen. Es gibt riesige Löcher, aber keine Wohnungen mehr", so die Ukrainerin. "Ich bin dankbar, dass sie leben. Aber sie leben wie viele andere Ukrainer aus dem Koffer."

Sie fühle sich wegen der aktuellen Lage nicht gut, sagte auch Lessia Zurenko und berichtete von einer inneren Anspannung. "Ich habe wirklich Sorgen." Ihr Haus in Kiew liege nahe an einem Objekt, dass von Russen attackiert werde. "Ich denke, dieses Gefühl, diese Anspannung wird erst gelöst, wenn der Krieg zu Ende geht."

Kalinina: "Ein Privileg hier zu spielen"

Die 33-Jährige gewann ebenfalls ihre Auftaktpartie in Wimbledon und trifft nun in der zweiten Runde auf Kalinina. Zurenko erklärte, dass das Gewinnen oder Verlieren von Tennismatches derzeit für sie keine Priorität habe. Für Kalinina ist hingegen jeder Sieg eine Möglichkeit für mehr Hilfe in der Ukraine. "Je mehr ich gewinne, desto mehr helfe ich anderen Familien und anderen Menschen. Es ist ein Privileg, hier zu spielen. Wenn ich weiterkomme, verdiene ich mehr Geld", so die 25-Jährige. "Ich bin kein Superstar, also helfe ich mit dem, was ich kann. Für mich ist das eine riesige Motivation zu spielen."

Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind russische und belarussische Tennisprofis in Wimbledon ausgeschlossen. Als Reaktion darauf hatten die Profi-Organisationen ATP und WTA beschlossen, dass bei dem Turnier keine Weltranglistenpunkte vergeben werden.

Quelle: Agenturen / mpa