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Kriechmayr siegt in Gröden: "Habe mein Leben riskiert"

15. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Weltmeister Vincent Kriechmayr hat am Donnerstag in der ersten zweier Gröden-Abfahrten im 17. Rennen für den ersten Saisonsieg des österreichischen Alpin-Ski-Teams gesorgt.

Der Oberösterreicher gewann den Ersatz für das erste Rennen in Beaver Creek auf einer verkürzten Saslong in 1:25,44 Min. und schnappte damit Marco Odermatt dessen ersten Abfahrtssieg weg. Der Schweizer lag als Zweiter 0,11 Sek. zurück und verwies den Kärntner Matthias Mayer um 0,02 Sek. auf Platz drei.

Nicht nur für den ÖSV, auch für Kriechmayr selbst war es eine Art Befreiungsschlag. "Ich habe mein Leben riskiert und versucht, voll am Limit zu sein. Man hat ja bei den letzten Abfahrten gesehen, dass ich überhaupt nicht dabei bin", sagte der 31-Jährige im ORF-Interview. "Bei der Ciaslat habe ich mir vielleicht zwei Prozent Reserve gegeben. Aber das war meine beste Zeit bisher da herunter. Bei so einer verkürzten Abfahrt darf man keinen Millimeter herschenken. Ich habe versucht, von oben bis unten ziemlich am Limit zu bleiben."

Für Kriechmayr ist es der 13. Weltcupsieg, zuletzt hatte er Mitte März beim Weltcup-Finale in Courchevel in der Abfahrt und tags darauf auch im Super-G triumphiert. Ein Super-G steht am Freitag auch auf der klassischen Strecke im Grödnertal auf dem Programm, am Samstag eine weitere Abfahrt (jeweils 11.45 Uhr). Für Aleksander Aamodt Kilde freilich als Sieger der ersten beiden Saison-Abfahrten blieb hinter dem Franzosen Johan Clarey (+0,23) nur Platz fünf (+0,26). Kilde erklärte, er habe nach dem Start nicht so den Speed mitgenommen.

Der Norsker verlor damit im Gesamtklassement auf Leader Odermatt. Der in allen drei Saisonabfahrten auf das Podest gefahrene Eidgenosse trauerte dem verpassten Sieg nicht nach: "Ich wusste nicht, ob ich heute in die Punkte fahre. Ich hatte aber ein Super-Gefühl. Ich habe gemerkt, es geht vorwärts. Dass es geklappt hat, auf dieser Strecke schnell zu sein, ist sehr cool." Mayer bezeichnete sein Rennen als okay: "Ich habe mich gescheit reingeklemmt. Man wird immer irgendwo was finden. Über die Kamelbuckel hat es mich ein bisschen durchgestreckt, da habe ich sicherlich ein bisschen Zeit verloren."

Nächstbester Österreicher wurde der mit Startnummer eins gestartete Kärntner Otmar Striedinger als Zwölfter (+0,53), die Top 29 lagen innerhalb einer Sekunde. Der Oberösterreicher Daniel Hemetsberger stürzte mit Zwischenbestzeit auf der Ciaslat-Wiese und schied aus. "Im Moment tut mir hauptsächlich das Gesicht weh. Die Lippen sind ein bisschen taub und die Nase", meinte der Oberösterreicher. Er denke nicht, dass er verletzt sei. "Es freut mich, dass wir ein bisschen einen Speed gefunden haben heute. Am Samstag haben wir natürlich wieder das Gleitstück dabei, aber ich werde natürlich da auch alles probieren und hoffen, dass ich einen ähnlichen Speed an den Tag legen kann."

Quelle: Agenturen