Kriechmayr bei Paris-Sieg erneut auf Abfahrtspodest
Wenn Konditionstrainer Peter Meliessnig in sein Team zurückkehre, "dann mache ich weiter", sagte Kriechmayr. Dieser war bereits zwischen 2015 und 2024 Kriechmayrs Vertrauensmann in Sachen Kondition und wurde dann von Red Bull verpflichtet, um Lindsey Vonn Beine zu machen. "Er ist ein herausragender Typ. Genau so einen braucht man, damit man im Sommer die letzten Meter geht. Schade, er ist im Skiverband nicht so wertgeschätzt worden, deshalb hat er den Hut draufgehaut", erklärte Kriechmayr im ORF. Um sich im Sommer zu quälen, brauche er die besten Leute. "Und deshalb brauche ich ihn."
Das fanden einst bereits Michael Walchhofer und später auch Anna Veith, die sich im offen ausgetragenen Zwist mit dem ÖSV ebenfalls Meliessnig als Konditionstrainer und Physiotherapeut gewünscht hatte. Ob die Szenegröße selbst einer Rückkehr zu Kriechmayr offen gegenübersteht, wollte der Athlet nicht sagen. "Die Firma, die ihn sich geschnappt hat, wird nicht so blöd sein und so einen Mann gehen lassen. Ich hoffe, dass ich mit der Message - und ich hoffe, sie (der Verband, Anm.) werden es mir verzeihen - ein bisschen Druck ausübe", sagte Kriechmayr.
Die Saison beendete er als Vierter der Abfahrtswertung - hinter Odermatt, Von Allmen und Paris sowie gerade noch vor Franzoni. Der 34-jährige ÖSV-Teamleader durfte am Samstag sogar kurz mit einem dritten Saisonsieg liebäugeln, indem er den Hundertstelfight mit dem zuvor führenden Alexis Monney auf den letzten Metern für sich entschied. Doch dann kam Paris. "Ich finde maximal drei Zehntel, Domme war herausragend - das hätte ich bei Gott nicht geschafft", sagte Kriechmayr.
Paris raste zum 20. Abfahrtssieg
Mit 20 Abfahrtssiegen ist Paris nun die alleinige Nummer zwei im Weltcup hinter Franz Klammer (25). "Das ist weit weg und ich werde nicht jünger", sagte der Sieger, dessen Zukunft ebenfalls offen ist. "Fahren wir das hier fertig und dann schauen wir." Er feierte seinen ersten Saisonsieg, den insgesamt bereits siebenten in Kvitfjell. In Norwegen und in Bormio ist er nun Rekordhalter. "Bei beiden Abfahrten muss das Gewicht schieben, ich lasse das Gewicht schieben."
Für Kugelgewinner Marco Odermatt hingegen ist die Piste "Olympia-Bakken" weiter kein Erfolgspflaster, er wurde Siebenter (+0,92). Auch Kitzbühel-Gewinner Giovanni Franzoni (11.) vermochte seine technischen Fähigkeiten nicht auszuspielen. Die weiteren Österreicher: Daniel Hemetsberger wurde Neunter, Raphael Haaser 15., Marco Schwarz 23. und Vorletzter - weil der Schweizer Niels Hintermann zum Abschied ein paar Bremsschwünge einlegte. Beim Finale bekommen nur die Top 15 noch einmal Weltcuppunkte. Am Sonntag steht ein Super-G auf dem Programm.
Zusammenfassung
- Dominik Paris hat die letzte Saisonabfahrt in Kvitfjell gewonnen und damit seinen 20. Abfahrtssieg im Weltcup gefeiert, nur 0,19 Sekunden vor Franjo von Allmen und 0,60 Sekunden vor Vincent Kriechmayr.
- Vincent Kriechmayr wurde Dritter, holte damit sein drittes Abfahrtspodest in dieser Saison und verknüpfte seine Zukunft im ÖSV-Team öffentlich mit der Rückkehr seines Konditionstrainers Peter Meliessnig.
- Paris ist mit sieben Siegen sowohl in Kvitfjell als auch in Bormio neuer Rekordhalter und beendete die Saison als Dritter der Abfahrtswertung, Kriechmayr wurde Vierter.
