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Kombinierer Riiber pfeift auf Weltcup und setzt ganz auf WM

Weltcup-Rekordsieger Jarl Magnus Riiber ist der sportliche Verlierer des Triple-Wochenendes der Kombinierer von Seefeld. Am Freitag in der Loipe vom Führungsrang auf Platz vier zurückgefallen, wurde er am Samstag wegen eines Risses im Sprunganzug gar disqualifiziert. Damit ist der Norweger auch am Sonntag nicht dabei und verliert dann wohl die Weltcupführung. Riiber macht nun aber sowieso eine komplette Kehrtwende, gibt den Weltcup auf und setzt ganz auf Training und die WM.

Aus persönlicher Sicht sieht Riiber die Entwicklung von Seefeld sogar als Gewinn. Denn der je zweifache Weltmeister von Seefeld 2019 und Oberstdorf 2021 ist nach einer schweren Erkältung noch nicht fit, bereute seine Antreten vergangene Woche in Klingenthal und nun in Seefeld richtiggehend. "Es war nicht die beste Entscheidung", sagte Riiber auf Anfrage der APA - Austria Presse Agentur. "Aber ich wollte um die German Trophy kämpfen, jetzt auch um das Seefeld-Triple. Ich wollte dieses Risiko eingehen." Jetzt sei er erleichtert.

Durch die Disqualifikation sei ihm eine Entscheidung abgenommen worden, vielleicht sogar ein weiterer gesundheitlicher Rückschlag erspart geblieben, meinte der Norsker: "Wenn ich sehr weit gesprungen wäre und eine Führung auf Lamparter gehabt hätte, hätte ich meinem Körper vielleicht noch mehr Schlechtes getan." Doch sein Sprung am Samstag war alles andere als gut, jedoch auch eine Folge des Materialproblems. Denn am Balken sitzend hatte Riiber den Anzug am Rücken reißen gehört und gleich gewusst, welche Folge das haben werde.

"Wenn man das hört und davon weiß, wird man ein bisschen passiv", erklärte der 25-Jährige seinen Sprung auf nicht einmal 100 m. "Man weiß ja, dass man dann disqualifiziert wird und ist daher nicht ganz bei der Sache." Aber eben auch der Körper funktioniere noch immer nicht so. "Ich bin krank, vielleicht bei 20 Prozent." Er sei sich sicher, dass er in Vollbesitz seiner Kräfte beim Klingenthal-Doppel wie auch beim Seefeld-Auftakt "zwei, drei leichte Siege" gefeiert hätte, ließ er sein nach wie vor vorhandenes Selbstvertrauen durchklingen.

Die beiden kommenden Weltcup-Stationen in Oberstdorf und Schonach werde er nun sehr wahrscheinlich auslassen. "Ich muss jetzt einen großen Schritt zurückmachen und den Körper wieder in Form bringen, ich muss das Training aufnehmen", verdeutlichte Riiber. "Jens (Freitag-Sieger und Landsmann Jens Luraas Oftebro, Anm.) und Johannes sind sehr schnell. Ich weiß, dass ich normal auf ihrem Level bin. Ich weiß aber auch, wieviel Arbeit hinter diesem Tempo steht." Gute drei Wochen hat der Ausnahme-Athlet nun noch, um sich wieder in Form zu bringen.

An die erfolgreiche Verteidigung des Gesamt-Weltcups denkt Riiber nun nicht mehr. "Den werde ich nun nicht mehr gewinnen. Es bleiben dann zu wenig Bewerbe übrig, um das noch aufzuholen", ist er sich sicher. Je zweimal punktet Riiber nun in Seefeld, Oberstdorf und Schonach nicht. Zudem gibt es am Sonntag zum Triple-Ende doppelte Punkte. Lamparter wiederum denkt überhaupt nicht an die Weltcupführung und bedauert Riibers Fehlen: "Da ist eher auch ein weinendes Auge dabei. Man wünscht es sich nicht so, man will es Mann gegen Mann ausmachen und nicht so."

Riiber freilich sieht Lamparter als würdigen potenziellen Nachfolger. "Er ist wirklich beeindruckend. Er ist stark verbessert, das war auch im vergangenen Jahr zu dieser Zeit so. Es ist beeindruckend, sein Tempo in der Loipe zu sehen und auch eine Reihe guter Sprünge. Er ist unglaublich. Ich muss mein Bestes geben, um ihn zu besiegen." Bei den Weltmeisterschaften in Planica will er zum Tiroler zumindest wieder aufgeschlossen haben.

ribbon Zusammenfassung
  • Weltcup-Rekordsieger Jarl Magnus Riiber ist der sportliche Verlierer des Triple-Wochenendes der Kombinierer von Seefeld.
  • Am Freitag in der Loipe vom Führungsrang auf Platz vier zurückgefallen, wurde er am Samstag wegen eines Risses im Sprunganzug gar disqualifiziert.
  • Damit ist der Norweger auch am Sonntag nicht dabei und verliert dann wohl die Weltcupführung.
  • Aus persönlicher Sicht sieht Riiber die Entwicklung von Seefeld sogar als Gewinn.