APA - Austria Presse Agentur

Kogler noch ohne konkrete Zahlen für Sportvereinshilfe

15. Apr 2020 · Lesedauer 4 min

Über 124.000 Vereine gibt es in Österreich, darunter über 15.000 Sport-Vereine. Auch für diese bedeuten die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen einen hohen finanziellen Schaden und verursachen Existenzängste. Konkrete Aussagen, wie hoch finanzielle Zuwendungen zumindest einmal im Sport sein würden, hat Sportminister Werner Kogler (Grüne) am Mittwoch in einer Pressekonferenz noch nicht genannt.

Über 124.000 Vereine gibt es in Österreich, darunter über 15.000 Sport-Vereine. Auch für diese bedeuten die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen einen hohen finanziellen Schaden und verursachen Existenzängste. Konkrete Aussagen, wie hoch finanzielle Zuwendungen zumindest einmal im Sport sein würden, hat Sportminister Werner Kogler (Grüne) am Mittwoch in einer Pressekonferenz noch nicht genannt.

"Es gilt auch hier, dem Prinzip nach, 'alles, was es braucht'. Wir wollen die ökonomischen Einschläge, die ja auch nicht gewinnorientierte Organisationen treffen, nicht unberücksichtigt lassen", sagte der Vizekanzler in Wien. Man sei nun daran, eine Methode zur Eruierung der Bedürfnisse für jeden einzelnen Verein zu finden. Dies erfolge ähnlich wie auch bei wirtschaftlich geführten Einheiten. "Was sind nachweisbare Ausfälle bei den Erlösen, also Einnahmenminderungen, was sind aufgelaufene Kosten, dem nichts Brauchbares gegenübersteht?", so Kogler.

Darum sei auch ein bestimmter, zeitlicher Vorlauf nötig, damit man erkennen könne, "was möglich sein wird oder nicht, weil das insgesamt die volkswirtschaftlichen Kosten senkt". Dies gelte auch für den Kulturbereich. Es mache ja keinen Sinn, Vorkehrungen zu treffen, bei denen sich später herausstelle, dass man die vielleicht gar nicht gebraucht hätte.

In Sachen Bezifferung der Summen gab sich Kogler vage. "Das wird schon in der Summe, insbesondere, weil es beim Sport und auch in der Kultur länger dauert als bei wirtschaftlichen Themen, schon in die Hunderte Millionen gehen." Wie man vorgehen will, erläuterte der Sportminister so. "Die Methodik kann sein, dass man eine Erstauszahlung macht, um jenen drüberzuhelfen, die glaubwürdig versichern können, dass sie sonst von Insolvenz bedroht sind. Auch das kann es ja geben, auch bei Vereinen, die nicht auf Profit gerichtet sind", erklärte Kogler. In der Folge könnte dann mit den weiteren Zahlungen "nach genaueren Berechnungsmethoden vorgegangen werden".

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) versprach im Zuge der Pressekonferenz den über 2,1 Mio. Menschen in Sportvereinen Hilfe und ein langsam "wieder zum Leben erwecken". "Die Vereine sind das Herz und der Motor einer Gesellschaft. Wir werden das Schritt für Schritt tun, auch wenn es Monate dauern wird, aber wir werden nichts riskieren", so Nehammer. Das Innenministerium werde als oberste Vereinsbehörde in enger Zusammenarbeit mit den Vereinen, Gemeinden und Bürgermeistern die nächsten Schritte abstimmen. Auch ein runder Tisch mit den Sport-Dachverbänden, "um einen geordneten Breitensport im Rahmen der notwendigen Einschränkungen zu ermöglichen", ist nach Informationen der APA geplant.

Die Polizei, so Nehammer, werde "Partner für die Bürgermeister in den Gemeinden" sein. Während für den Spitzensport sehr beschränkt auch Ausnahmeregelungen für den Indoor-Bereich gelten werden, u.a. auch in Fitness-Studios, ist dies für die breite Öffentlichkeit vorerst nicht geplant.

Kogler dazu: "Bei den Fitness-Studios habe ich großes Verständnis für die Sorgen, weil die sind aus Sicht der Betreiber ja selbst ein Wirtschaftsbetrieb. Es sind halt nur die Umstände, unter denen dort Sport betrieben wird, sehr schwierige." Kogler stellte die Frage, ob es überhaupt ökonomisch lukrativ wäre, unter Einhaltung der Abstandsregeln aufzusperren.

Mit scharfer Kritik auf die Ankündigungen Koglers reagierte SPÖ-Sportsprecher Maximilian Köllner. "Statt konkreter Hilfe für den Breiten-, Amateur- und Spitzensport, statt finanzieller Absicherung der Sportvereine gibt es wieder einmal wenig Konkretes", so Köllner. Es habe keine Informationen für die rund 15.000 Sportvereine gegeben wie sie die Unterstützungsfonds nutzen können. "Dem Sport in Österreich wurde mit dieser Pressekonferenz ein Bärendienst erwiesen", so Köllner, der auch eine rasche Corona-Lösung für die pauschale Reise- und Aufwandsentschädigung fordert. "Hier tappen die Vereine ebenfalls noch im Dunkeln", so Köllner.

Kritik übt der SPÖ-Sportsprecher, dass Kogler weder zur Abwicklung von Bundesliga-Spielen, noch zu den Einnahmenausfällen durch fehlende Zuschauer Erklärendes zu bieten hatte. "Außerdem stellt sich die Frage, was mit den Abonnenten passiert, die für die gesamte Saison bezahlt haben?", verlautete Köllner.

Insbesondere gemeinnützige Vereinen hätten keine großen Rücklagen. "Die SPÖ fordert eine Ersthilfe für Sportvereine im Umfang von 100 Millionen Euro", so Köllner. Er betont hier seine Unterstützung für Hans Niessl, Präsident von Sport Austria.

Quelle: Agenturen