APA - Austria Presse Agentur

Klettern-Bewerb in Innsbruck abgesagt

27. März 2020 · Lesedauer 3 min

Der Ende Juni angesetzt gewesene Weltcup-Bewerb der Sportkletterer in Innsbruck ist wie so viele andere Sport-Bewerbe dieser Tage wegen dem Coronavirus abgesagt worden. Diese Entscheidung traf der Vorstand des Kletterverband Österreich (KVÖ) am Donnerstagabend einstimmig in einer Videokonferenz. Die Premiere des neuartigen Event-Formates werde auf 2021 verschoben, verlautete der KVÖ.

"Die Gesundheit und Sicherheit aller Athleten, Betreuer, Wettkampf-Offiziellen, Mitarbeiter, Volunteers sowie der Zuschauer steht bei unseren Events stets an oberster Stelle und so auch in diesem Fall. Es ist aktuell nicht absehbar, wie lange uns diese Krise beschäftigen wird und wie lange Veranstaltungs- und Versammlungsverbote aufrecht bleiben und global gesehen, wie lange die weltweit immensen Reisebeschränkungen gelten", erläuterte KVÖ-Sportmanager Michael Schöpf, der zugleich auch OK-Chef der Austria Climbing Open ist.

Von 23. bis 27. Juni hätten an der Außenanlage des Innsbrucker Kletterzentrums erstmals alle vier Einzel-Disziplinen - Vorstieg, Boulder, Speed (European Cup) und Paraclimbing - abseits einer WM bei einem Event der International Federation of Sportclimbing (IFSC) zur Austragung kommen sollen. Ganz ausgeschlossen ist allerdings nicht, dass in Österreich 2020 noch höchster Klettersport zu sehen sein wird. Die IFSC hat dem KVÖ angeboten, als Ersatzveranstaltung im September einen Lead-Weltcup (Vorstieg) abzuhalten.

Die Absage ist für die besten Kletterer der Szene der nächste Schlag, nachdem am Dienstag die Olympischen Sommerspiele auf ein noch nicht bekanntes Datum im Jahr 2021 verschoben worden waren. Einer davon ist Jakob Schubert, der bei Olympia zu den Medaillenwärtern gezählt hätte. Der "Verlust des großen Saisonzieles" verändert seine Saisonplanung gehörig. "Bei Olympia wäre nur die Kombination gewesen, da ich dafür schon qualifiziert bin, spielt die jetzt noch einmal weniger eine Rolle. Ich kann jetzt mein Training umstellen und mich wieder mehr auf einzelne Disziplinen konzentrieren", sagte der 29-Jährige.

Statt Olympia-Gold will Schubert nun im Weltcup für Furore sorgen. "Es ist sehr wichtig für die Motivation, sich sofort wieder neue Ziele zu setzen", betonte der Tiroler. Die freigewordene Zeit soll aber auch anderwärtig verwendet werden. "Ich werde mir auch bestimmte Felsprojekte vornehmen, für die jetzt vielleicht mehr Zeit bleibt", gab Schubert Einblick.

Vorerst sind die nicht möglich, aufgrund der Ausgangsbeschränkungen in Österreich hält er sich fast nur zu Hause auf. "Natürlich vermisse ich das Klettern sehr, es ist doch das, was ich am liebsten tue und wofür ich normal fast 30 Stunden in der Woche investiere", so das KVÖ-Ass. Um die Zeit zu überbrücken, hält sich Schubert im Garten auch dank eines Hangboards fit.

Auch wenn das richtige Klettern fehlt, gibt es für ihn auch einen positiven Aspekt. "Ich kann jetzt an Dingen arbeiten, für die man sonst zu wenig Zeit hat. Mobilisierungssachen, Übungen für andere Muskelgruppen, das macht man oft viel zu wenig und tut dem Körper vielleicht ganz gut", sagte Schubert. Dem Klettersport will er noch lange erhalten bleiben. "Ich klettere auf hohem Niveau und habe das Ziel, das noch einige Jahre so weiterzumachen", sagte Schubert.

Wie der Weltverband IFSC am Freitag mitteilte, sind auch die Weltcups in München (23./24. Mai) und Salt Lake City (12.-14. Juni) abgesagt worden.

Quelle: Agenturen