APA - Austria Presse Agentur

Klagenfurt schafft Sprung in Relegation - BW Linz Meister

23. Mai 2021 · Lesedauer 5 min

Austria Klagenfurt hat die Chance auf den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga gewahrt. Die Kärntner gewannen am Sonntag in der 30. Runde der 2. Liga bei der zweiten Mannschaft von Rapid mit 2:1, zogen in der Tabelle noch an Wacker Innsbruck vorbei auf Rang drei und sicherten sich damit den Relegationsplatz. Die Tiroler unterlagen nach zuvor acht Siegen zu Hause den Juniors Oberösterreich 0:1. Klagenfurt misst sich am Mittwoch und Samstag mit Oberhaus-Schlusslicht St. Pölten.

Den Meistertitel sicherte sich Blau Weiß Linz dank einem 1:1-Remis in der Red Bull Arena bei Verfolger FC Liefering. Am Ende entschied bei Punktegleichheit das um einen Treffer bessere Torverhältnis. Für die Linzer traf einmal mehr der 26-jährige Stürmer Fabian Schubert, der sich mit 33 Toren konkurrenzlos die Torjägerkrone holte. Der Ausgleich von Forson Amankwah (81.) änderte nichts mehr. Die Oberösterreicher hatten nicht um eine Bundesliga-Lizenz angesucht, die Lieferinger sind als Farmteam von Bundesliga-Serienmeister Salzburg grundsätzlich nicht aufstiegsberechtigt.

Die Klagenfurter hätten für einen Direktaufstieg unter die Top zwei kommen müssen, verfehlten dieses Unterfangen um vier Zähler. Sie treten in der Relegation zuerst zu Hause (18.00 Uhr) an. "Erste Halbzeit haben wir ein großartiges Spiel gemacht, zweite Halbzeit sind wir ins Schwimmen gekommen, die Mannschaft hat aber bis am Schluss alles gegeben und ich bin froh, dass wir das Unmögliche noch geschafft haben", verlautete Klagenfurt-Trainer Peter Pacult im ORF-Interview. Mit einem Wacker-Patzer habe man nicht rechnen können. Pacult jubelte darüber erst nach Schlusspfiff, erst da hatte er die Info vom Ergebnis im Parallelspiel erhalten.

Die Klagenfurter legten in Hütteldorf dank tatkräftiger Mithilfe der Wiener und dem nötigen Glück einen Traumstart hin. Rapid-Goalie Bernhard Unger sprang an einer Straudi-Flanke vorbei und Fabian Miesenböck (8.) beförderte den Ball mithilfe der Hand über die Linie. Schiedsrichter Dieter Muckenhammer gab den Treffer. Die jungen Rapidler wirkten aber nicht geschockt, drängten auf den Ausgleich, der Lukas Sulzbacher (19.) auch gelang.

In der Folge hatten die Klagenfurter mehr Spielanteile und legten neuerlich vor, diesmal passte ein Abschluss von Christopher Cevtko (33.) aus 17 Metern genau im langen Eck. Die Höhe des Sieges war im Fernduell mit Innsbruck egal, deshalb war die Truppe von Coach Peter Pacult nach dem Seitenwechsel nur darauf bedacht, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Das gelang mit viel Bauchweh. Nach dem fünften Sieg in Folge, dem achten in den jüngsten neun Runden, lebt der Bundesliga-Traum der Klagenfurter weiter.

Jener der Tiroler ist hingegen auf der letzten Saisonetappe geplatzt. Sie wirkten den Erfolg vor Augen gehemmt, konnten nicht an die jüngsten starken Leistungen anschließen und gerieten auch nicht unverdient in Rückstand. Jan Boller verwandelte einen Juniors-Freistoß aus rund 25 Metern über die Mauer (19.). Eine Reaktion der Hausherren blieb vor der Pause eigentlich aus, einzig Lukas Fridrikas kam nahe an den Ausgleich heran (28.).

Nach Wiederbeginn drückten die Tiroler mehr auf das 1:1, bei den wenigen Chancen fehlte die Effizienz. Atsushi Zaizen traf das Leder aus der Drehung aus vier Metern nicht richtig (52.), "Joker" Alexander Gründler fand in Goalie Nikolas Polster seinen Meister (64.). Zudem reklamierten die Tiroler bei einem Zweikampf von Okan Aydin mit Enrique Wild vergeblich Elfmeter (72.). "Es war eine neue Situation für die jungen Spieler, mit so einem Druck in ein Spiel zu gehen. Uns hat die Leichtigkeit gefehlt, die uns in den letzten Wochen so stark gemacht hat. Wir hatten viele Ballverluste, unnötige Fehler. Klar tut es jetzt weh", meinte Wacker-Trainer Daniel Bierofka.

Der Titelkampf wurde zum dritten Mal in Folge erst in der letzten Runde entschieden - diesmal sogar in einem "Finale". Und die Linzer behielten die Oberhand dank einem mehr erzielten Tor bei gleicher Anzahl an Gegentreffern im Vergleich zu Liefering. Für sie ist es der größte Erfolg der Clubgeschichte, nachdem der Verein 1997 als ideeller Nachfolger des früheren SK Vöest gegründet wurde. Platz fünf war bis dato die beste Platzierung.

Auch die individuellen Titel räumten die Linzer ab. Schubert wurde nicht nur Schützenkönig, sondern war auch der beste Spieler der Saison. "Es ist ein neues Gefühl, wenn man nicht bei Salzburg spielt, gewinnt man nicht jedes Jahr Titel. Wir können einschätzen, wie wahnsinnig gut die Saison war und sind alle extrem happy", sagte Schubert. Ronald Brunmayr wurde als Trainer der Saison ausgezeichnet.

"Wie verdient der Titel ist, zeigt ein Blick auf die Statistiken und die individuellen Auszeichnungen der Akteure. Wenn neben der Mannschaft mit dem geplanten neuen Stadion auch die Infrastruktur Bundesliga-tauglich ist, wird man in Linz vielleicht schon bald wieder auch blau-weißen Erstliga-Fußball sehen", sagte Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer, der den Meisterteller überreichte. Die Linzer sorgten dafür, dass Salzburg dieses Jahr nicht alle Titel - neben dem Double der Oberhaus-Mannschaft wurden auch auf Nachwuchsebene alle möglichen Meisterschaften gewonnen - für sich entschieden.

Matthias Jaissle verabschiedet sich damit titellos von Liefering nach Salzburg. "Es schmerzt unheimlich, der Schock sitzt immer noch tief, es herrscht einfach nur große Enttäuschung", sagte der 33-jährige Deutsche. Eng war die Liga übrigens auch am anderen Ende der Tabelle, wo die letzten vier Teams Austria Lustenau, Rapid II, SV Horn und Schlusslicht Vorwärts Steyr punktgleich waren. Sie alle dürfen nächstes Jahr wieder ihr Glück versuchen, Absteiger gibt es keinen.

Quelle: Agenturen