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Keine Experimente im Foda-Kader für Wales

15. März 2022 · Lesedauer 5 min

Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda verzichtet in seinem Kader für das Halbfinale des WM-Play-offs am Donnerstag in einer Woche (24. März, 20.45 Uhr/live ORF 1) in Cardiff gegen Wales auf Experimente. Weil einige im November verletzte Stammspieler zurückkehren, fehlen aber einige arrivierte Kräfte. Nicht ins 24-köpfige Aufgebot schafften es etwa Stefan Ilsanker und Alessandro Schöpf sowie die Angreifer Ercan Kara und Karim Onisiwo.

Dritter Stürmer neben Marko Arnautovic und Sasa Kalajdzic ist Michael Gregoritsch, der zuletzt im November nicht nominiert worden war. Neben Kalajdzic kehren mit Rechtsverteidiger Stefan Lainer sowie den Mittelfeldspielern Xaver Schlager und Valentino Lazaro weitere im Herbst verletzte Stammkräfte zurück. Als Torhüter-Trio entschied sich Foda wie zuletzt für Watford-Reservist Daniel Bachmann, Heinz Lindner vom FC Basel und Austria Wiens Patrick Pentz.

"Wir wollten an der Kadersituation nicht zu viel verändern. Die Spieler kennen die Abläufe und die Prinzipien", erklärte Foda. Debütanten fehlen im Aufgebot. Neben Pentz wurden mit Salzburgs Nicolas Seiwald und Rapids Marco Grüll zwei weitere Kicker aus der heimischen Bundesliga einberufen. Rapid-Rückkehrer Yusuf Demir werde dagegen wie Salzburgs Junior Adamu und Bielefeld-Youngster Patrick Wimmer für die U21 abgestellt, berichtete Foda von einer Übereinkunft mit Nachwuchs-Teamchef Werner Gregoritsch.

Wie das U21-Trio steht auch Andreas Weimann im A-Team nur auf der Abrufliste. Der 30-Jährige hat sich zuletzt beim englischen Zweitligisten Bristol City in den Vordergrund gespielt. Arnautovic und Kalajdzic würden regelmäßig treffen, argumentierte Foda. "Auch Gregoritsch, der beim letzten Lehrgang nicht dabei war, ist jetzt in einer guten Verfassung. Daher haben wir uns für diese Stürmer entschieden." Weimann sei aber weiterhin "im Blickfeld".

Auch bei Offensivmann Wimmer habe man überlegt. "Er ist sicher für die Zukunft auch ein großes Thema", sagte Foda über den 20-Jährigen. Die Gegenwart aber gehört arrivierten Kräften. Foda freute sich nicht nur über die Rückkehr der verletzten Leistungsträger, sondern auch über den "sehr guten Eindruck", den seine Akteure zuletzt in ihren Clubs hinterlassen hätten. Lazaro gab bei Benfica Lissabon zuletzt den Rechtsverteidiger. Foda: "Er hat sich meiner Meinung nach auch in der Defensive stark verbessert. Seine Offensivqualitäten kennen wir. Ich bin froh, dass er jetzt regelmäßig zum Einsatz kommt, dass er fit ist - weil das war immer ein bisschen sein Problem."

Offen ist, wer in Cardiff das ÖFB-Tor hüten wird. "Wir sind von allen drei Torleuten zu 100 Prozent überzeugt", betonte der Teamchef. Er hätte auch keine Bedenken, mit EM-Torhüter Bachmann in die Partie zu gehen - auch wenn dieser seit 21. Jänner kein Pflichtspiel mehr bestritten hat. "Er hat jetzt acht Wochen nicht gespielt, aber davor war er immer im Einsatz und hat seine Leistung auch beim Nationalteam gebracht." Zum Abschluss der WM-Quali-Gruppe im November gegen die Republik Moldau (4:1) hatte Foda allerdings bereits Routinier Lindner eine Chance gegeben.

LASK-Keeper Alexander Schlager, vor einem Jahr noch die Nummer eins, wurde diesmal nicht einberufen. "Leicht fällt einem eine Kadernominierung nie", betonte Foda. Vor allem die Ausbootung von Ilsanker und Schöpf sei ihm schwer gefallen. Mit Ilsanker habe er ein längeres Gespräch geführt. "Er war sicherlich nicht erfreut, aber er wird wieder wichtig sein", sagte Foda über den 60-fachen Internationalen, bei Frankfurt zuletzt meist nur Ersatz. "Im Mittelfeld-Zentrum haben wir viele Spieler, die zuletzt immer im Einsatz waren." Der eigentliche Kapitän Julian Baumgartlinger ist nicht darunter, er fehlt nach langer Leidenszeit weiterhin.

Das ÖFB-Team trifft am Sonntagnachmittag in Wien zusammen, zahlreiche Akteure stoßen aber erst am Montag dazu. Das einzige inhaltlich wichtige Training mit vollem Kader vor dem Abflug nach Wales steht am Dienstag auf dem Programm. Ein wichtiges Thema ist, Corona-Ausfälle zu verhindern. "Wir müssen nach wie vor sehr vorsichtig mit dieser Situation umgehen", meinte Foda. "Es wird sehr wichtig sein, dass wir nächste Woche aus dem Vollen schöpfen können."

Die UEFA schreibt zwar keine PCR-Testungen mehr vor, der ÖFB verlangt von seinen Kickern aber, am Freitag einen solchen zu machen - und bei der Ankunft im Teamcamp noch einmal. Es gehe um "größtmögliche Sicherheit für die gesamte Gruppe", erklärte ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold. Akteure, die unlängst infiziert waren, würden wegen der Gefahr schwankender Ct-Werte allerdings nur Antigen-Tests unterzogen. "Damit wir nicht das Risiko des Verlusts eines Spielers eingehen, der vielleicht gar nicht infektiös ist."

Die Bedeutung des Spiels ist allen Beteiligten bewusst. "Wir haben das große Ziel und auch den Traum, uns nach der EM auch für die WM zu qualifizieren", sagte Foda. Wales sei zu Hause sehr stark. "Es wird kein einfaches Spiel." In entscheidenden Partien habe sein Team aber immer performt, meinte der Deutsche, der seit Ende 2017 im Amt ist. "Ich denke, die Mannschaft ist für solche Aufgaben vorbereitet. Klar ist es wichtig, dass man die richtige Taktik wählt. Aber solche Spiele werden auch oft im Kopf entschieden."

Quelle: Agenturen