APA/APA/HANS PUNZ/HANS PUNZ

Kampf um Platz 3 prägt den Ausklang der Fußball-Bundesliga

14. Mai 2022 · Lesedauer 5 min

In der Fußball-Bundesliga steht am Sonntag (17.00) die 31. und vorletzte Runde auf dem Programm. Für den aktuell Dritten Rapid spricht vor dem Heimspiel gegen Meister Salzburg wenig. Die Hütteldorfer sind seit vier Runden sieglos, haben seit elf Liga-Duellen gegen die "Bullen" nicht gewonnen und werden von großen Personalproblemen geplagt. Gleich elf Spieler fallen fix aus. Vizemeister Sturm Graz empfängt den WAC, die Wiener Austria muss zum "Schwestern-Club" nach Klagenfurt.

Rapid muss gegen Salzburg u.a. Dejan Petrovic vorgeben, der wegen eines im Training erlittenen Kreuzbandrisses monatelang nicht zur Verfügung steht. Niklas Hedl, Maximilian Hofmann und Bernhard Zimmermann fehlen aufgrund von Sperren. Zudem ist Filip Stojkovic laut Trainer Ferdinand Feldhofer "mehr als fraglich". Die Mannschaft für Sonntag zusammenzustellen, gleiche einer "täglichen Bastelstunde", erzählte Feldhofer und sprach noch von weiteren, nicht namentlich erwähnten angeschlagenen Spielern. "Die Vorzeichen sind nicht gut", gestand der Rapid-Coach, "aber mit unseren Fans im Rücken wollen wir ein super Spiel machen und Punkte sammeln".

Bis Freitagmittag waren über 19.000 Tickets verkauft. Seine Mannschaft hat im Rennen um den wichtigen Endrang drei zwei Runden vor dem Ende der Meistergruppe zwei Punkte Vorsprung auf die Austria. Während es für Rapid nach dem Salzburg-Match zum Abschluss auswärts gegen den WAC geht, haben die Violetten mit Klagenfurt (auswärts) und Sturm (heim) das vermeintlich leichtere Restprogramm. "Wir wollen den dritten Platz bis ins Ziel behalten. Die Ausgangslage ist sehr spannend, aber wir haben noch immer eine sehr gute Ausgangsposition und unser Schicksal in der eigenen Hand", erklärte Feldhofer.

Salzburg-Coach Matthias Jaissle möchte einen Punkteverlust unbedingt vermeiden. "An unseren Zielen hat sich nichts geändert: Wir wollen die letzten Partien gewinnen und diese außergewöhnliche Saison so abrunden. Das ist unsere Motivation. Die Rekorde wären ein schönes Nebenprodukt." Sollten die "Bullen" die letzten beiden Matches für sich entscheiden, hätten sie mit 26 Erfolgen den Siegrekord der Wiener Austria aus der Saison 1985/86 eingestellt. Damals wurden allerdings 36 Runden und damit vier mehr als jetzt ausgetragen. "Für Rapid geht es um sehr viel - entsprechend werden sie auch auftreten. Da werden wir von der ersten Minute an gefordert sein", warnte der Deutsche.

Vizemeister Sturm kann beim Saisonabschied vor vollem Haus befreit aufspielen, für den gastierenden WAC hingegen steht viel auf dem Spiel. Nach einem schwachen Frühjahr wackelt Platz vier und damit das fixe Europacupticket. Selbst Platz fünf könnte man noch verlieren. Trainer Robert Dutt übte sich wie gewohnt in Zurückhaltung: "Irgendeine Form des Drucks ist immer da." Bei einem Sieg und gleichzeitigem Punkteverlust der Klagenfurter im Heimspiel gegen die Wiener Austria wäre zumindest Platz fünf und damit die Teilnahme am Europacup-Play-off gesichert, selbst Platz drei ist zwei Runden vor Schluss freilich noch in Reichweite.

Mediales Thema waren in den vergangenen Wochen weniger mögliche Erfolge denn die bevorstehenden Abgänge von Regisseur Michael Liendl und Co. Es kann also eigentlich nur noch besser werden im Finish. "Wir sind zurzeit am Boden", redete Goalie Alexander Kofler in Salzburg Klartext, Dutt versuchte hingegen, die Negativspirale zu stoppen. Schließlich sei man nicht immer das schlechtere Team gewesen. "Wir werden uns nicht mit Negativem beschäftigen, weil dieses Ziel sonst nicht möglich ist", meinte er im Hinblick auf das EC-Ticket.

Sturm fiebert indes einer Art Abschlussparty mit rund 16.000 Zuschauern entgegen. "Das letzte Heimspiel vor vollem Haus ist schon eine besondere Sache. Das ist die Bestätigung der guten Saison", sagte Erfolgscoach Christian Ilzer. Der Steirer, der das Frühjahr (sechs Siege in acht Spielen) stets als "Erntezeit" bezeichnet hatte, hat noch nicht genug. "Es gilt noch weiter zu ernten, wir wollen Siege auch in den letzten beiden Partien", betonte der 44-Jährige. "Ich spüre im Training noch Hunger, Gier und die Anspannung. Ich will, dass jeder ans Limit geht."

Im Kampf um Endrang drei geht es auch für die Wiener Austria um eine vorentscheidende Weichenstellung. Die "Veilchen" benötigen in der vorletzten Meistergruppen-Runde wohl einen Auswärtssieg gegen Klagenfurt, um voll im Rennen um jene Platzierung zu bleiben, die eine Teilnahme an einer Europacup-Gruppenphase und damit Millionen-Einnahmen garantiert. Austria-Coach Manfred Schmid ist sich der Ausgangsposition bewusst. "Einen großen Sprung werden wir nur mit drei Punkten schaffen. Unser klares Ziel ist ein Sieg in Klagenfurt: Dann haben wir ein großes Endspiel vor uns", sagte der Wiener. Zum Abschluss geht es für die Wiener in der Generali Arena gegen Sturm.

Die Austria ist bereits seit sieben Runden sieglos, was Schmid aber keine allzu großen Sorgen bereitet. "Auch wenn die Ergebnisse nicht immer nach Wunsch waren, bin ich mit der Form meiner Mannschaft zufrieden. Bis auf das Auswärtsspiel in Salzburg waren die Leistungen in den Spielen der letzten Wochen sehr o.k., teilweise sogar sehr gut. Daran möchten wir jetzt gegen Klagenfurt anschließen."

Bei den Klagenfurtern fehlt der gesperrte Nicolas Wimmer, ansonsten halten sich die Personalprobleme von Trainer Peter Pacult in engen Grenzen. Auch deshalb strahlte der Wiener Zuversicht aus. "Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen", meinte Pacult. Seinem Club fehlen als Sechstem drei Punkte auf den von der Austria gehaltenen vierten Platz, der auf jeden Fall einen Europacup-Startplatz bedeutet.

Quelle: Agenturen