APA - Austria Presse Agentur

Innerhofer im Wengen-Training voran - Warten auf Kriechmayr

11. Jan 2022 · Lesedauer 4 min

Der Südtiroler Christof Innerhofer ist im ersten Training für die Weltcup-Abfahrten in Wengen knappe Bestzeit gefahren. Matthias Mayer (+0,74 Sek.) war am Dienstag beim ersten Abtasten auf der Lauberhorn-Strecke hinter den Schweizern Stefan Rogentin (+0,07) und Beat Feuz (+0,14) Vierter, Max Franz (+1,04) Siebenter. Vincent Kriechmayr reiste nach einem positiven Corona-Befund vorerst nicht an, der Weltmeister hofft aber noch auf einen rechtzeitig abgewickelten negativen Test.

"Vincent hat derzeit noch keinen negativen PCR Test und aus diesem Grund war er heute im ersten Abfahrtstraining in Wengen nicht am Start. Wenn morgen ein negativer Test vorliegt, wird Vincent nach Wengen anreisen", teilte der ÖSV auf Twitter mit. Muss Kriechmayr auch das zweite, verkürzte Training am Mittwoch (12.30 Uhr) auslassen, verpasst er die zwei Wengen-Abfahrten in diesem Jahr.

Laut APA-Informationen lag die Negativ-Testung am Dienstagabend bereits vor, Kriechmayr steht auch auf der Startliste für das Mittwochtraining. Von der FIS und der Rennleitung vor Ort gäbe es sogar das Entgegenkommen, dass der Oberösterreicher im Gegensatz zu den anderen vom Original-Start losfahren dürfte, um für die Weltcup-Abfahrten startberechtigt zu sein. Letztlich könnte sein Antreten aber an Behörden-Formalitäten scheiterten - Kriechmayr und der ÖSV hängen weiter in der Warteschleife.

Stefan Babinsky (+2,23) wurde Trainings-15., während die übrigen Österreicher größere Rückstande aufrissen. So landete Christian Walder mit +3,18 auf dem 27. Platz, Daniel Hemetsberger (+3,42) wurde bei seinem ersten Mal über volle Streckenlänge 32. Otmar Striedinger (40../+3,92), Daniel Danklmaier (46./+4,75), Raphael Haaser (51./+5,34) bei seiner Rückkehr nach einer Corona-Infektion und Stefan Rieser (52./+5,84) waren ebenfalls für den ÖSV im ersten Lauberhorn-Einsatz während dieser Woche.

Am Donnerstag gehen im Berner Oberland ein Super-G, ab Freitag zwei Abfahrten und ein Slalom über die Bühne. "Wengen ist eine sehr anstrengende Abfahrt von oben. Das Programm ist auch relativ dicht. Morgen verkürztes Training, der Super-G kann auch böse werden, je nachdem wie sie es stecken. Dann noch einmal zwei Rennen - da heißt es mit den Kräften gut haushalten", sagte Franz.

"Der Plan ist eh länger bekannt. Das Wichtige ist, dass man die Tage für sich herausholt, die gut passen", meinte dessen Kärntner Landsmann Mayer. "Im oberen Teil sind ein paar Kurven drin, die noch sehr weich sind. Unten ist die Piste aber perfekt beieinander. Das ist oft so im ersten Training, den weichen Schnee werden sie herausarbeiten, dann schaut es gut aus."

Striedinger sprach von einer "Besichtigungsfahrt". "Es war nicht perfekt von der Linie, ich war dort und da draußen", erklärte der dritte Kärntner im Bunde. "Im oberen Teil habe ich schon probiert, Gas zu geben, das ist mir nicht ganz gelungen. Morgen probieren wir ein paar Passagen extra herauszunehmen, dass wir dann am Samstag parat sind."

Hemetsberger kannte in Wengen vorher nur die verkürzte Europacup-Strecke. "Da war immer kurz nach der Zugunterführung das Ziel. Heute habe ich knapp eine Minute länger fahren dürfen - beziehungsweise müssen. Es war extrem anstrengend", verriet der 30-Jährige. "Sonst war es aber ganz gut. Bei dem Wetter war es ein Traum." Der Oberösterreicher hatte in Bormio kurz vor dem Jahreswechsel den vierten Platz belegt. "Es wäre natürlich extrem geil, wenn das noch einmal passieren würde."

Aleksander Aamodt Kilde (+1,43) fuhr unmittelbar vor Dominik Paris, dem Leader im Abfahrts-Weltcup, auf den zehnten Platz. "Für mich ist es schön, dass wir wieder in Wengen fahren können. Es wird ein spannendes Wochenende", meinte der Norweger. Im Vorjahr waren die Lauberhornrennen wegen gehäuften Corona-Infektionen ja kurzerhand von Berner Oberland nach Österreich verlegt worden, wo dann in Flachau ein Slalom (mit Feller-Sieg) sowie in Kitzbühel eine Abfahrt ausgetragen wurde.

Eher vorsichtig ging der Gesamtweltcup-Führende Marco Odermatt seine erste Fahrt in Wengen an. Mit 4,70 Sekunden Rückstand wurde der Schweizer am Ende als 45. der Ergebnisliste geführt. Nachher sprach Odermatt von fehlenden Automatismen auf der berühmten Strecke.

Quelle: Agenturen