APA - Austria Presse Agentur

In Zandvoort geht es um WM-Führung und Image-Politur

01. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Das Thema Spa wird die Formel 1 noch länger beschäftigen. FIA-Boss Jean Todt kündigte eine gründliche Aufarbeitung der Regen-Prozession hinter dem Safety Car und die Prüfung möglicher Änderungen im Regelwerk an. Die Gegenwart heißt aber Zandvoort in den Niederlanden, wo die Formel 1 ein Comeback gibt und mit echter Rennaction den bei vielen verlorenen Kredit wieder zurückgewinnen will. Lewis Hamilton und der lokale Liebling Max Verstappen duellieren sich um die WM-Führung.

Verstappen, dem nach seinem Sieg in Spa drei Punkte auf den Briten fehlen, hat gemäß seiner eigenen Erinnerung erst ein Rennen in Zandvoort bestritten. "Das war in einem Formel-3-Auto. Damals war ich noch als 'der Sohn von...' bekannt, aber das wird dieses Mal umgekehrt sein", spielte der 23-Jährige auf seinen Vater Jos Verstappen an, der früher selbst Grand-Prix-Pilot war.

Er freue sich jedenfalls auf die Rückkehr auf die Strecke. "Die Kurven waren schon damals zum Genießen, und sie waren ziemlich schnell", sagte der Niederländer vor dem 13. WM-Lauf in dieser Saison am Sonntag (15.00 Uhr/live ServusTV und Sky). "Es wird speziell sein, ein Rennen in den Niederlanden vor meinen Heimfans zu haben." Mit Spa hat Verstappen seine Frieden gefunden: "Es war nicht so, wie du dir erwartest, ein Rennen zu gewinnen, und wie wir uns das Wochenende vorgestellt haben, aber ein Sieg ist ein Sieg. Und die Punkte sind wichtig für beide WM-Wertungen."

Die Nachwehen des Spa-Fiaskos sind auch beim Konkurrenzteam Mercedes noch spürbar. "Es herrscht immer noch ein gewisser Frust darüber vor, dass wir am vergangenen Wochenende in Belgien kein Rennen fahren konnten. So etwas haben wir noch nie zuvor erlebt, aber die Bedingungen waren unheimlich schwierig. Sie waren einfach nicht sicher genug, um ein Rennen abzuhalten", erklärte Teamchef Toto Wolff. "Jetzt müssen wir dieses Kapitel abschließen und uns rasch auf das nächste konzentrieren."

Hinter Williams-Pilot George Russell - seinem möglicherweise baldigen Teamkollegen - kam Hamilton am Sonntag nur auf den dritten Platz und verlor dadurch etwas von seinem Vorsprung auf Verstappen. In Zandvoort werden die Karten neu gemischt, alle hoffen auf einen Zweikampf der beiden Alphatiere Hamilton und Verstappen auf dem Asphalt.

"Als Team reizt uns die Aufgabe, eine neue Strecke in Angriff zu nehmen, denn sie ist für alle neu und dadurch ergeben sich Chancen, sich einen Vorsprung zu erarbeiten", betonte Wolff. "Es ist eine aufregende Strecke für die Fahrer, die sehr schnell und flüssig ist. Es ist noch ein Kurs der alten Schule und ich bin mir sicher, dass sich die Fahrer auf diese Herausforderung freuen", ergänzte der Wiener.

So manchem PS-Begeisterten ist Zandvoort durch die Aufnahmen aus John Frankenheimers Film "Grand Prix" (1966) bekannt. Eines der spannendsten Rennen dort war der bisher letzte Formel-1-Auftritt 1985, als Niki Lauda zum letzten Mal in seiner Karriere den Sieg davontrug. Im Duell mit seinem McLaren-Kollegen Alain Prost setzte sich der dreifache Weltmeister am Ende mit 0,23 Sekunden Vorsprung durch.

Quelle: Agenturen