APA - Austria Presse Agentur

Impf-Diskussion um Dominic Thiem wird zum Politikum

28. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Bei den Erste Bank Open in Wien fehlt Dominic Thiem verletzt. Seit dem gestrigen Mittwoch ist Thiem bzw. sein Impf-Status dennoch das mediale Gesprächsthema. Gesundheitsminister Mückstein empfahl dem Tennis-Ass im PULS 24-Interview die Impfung. Die FPÖ hat Mückstein nun ein weiteres Mal scharf kritisiert. Auch die SPÖ meldet sich zu Wort.

Eigentlich sollte Dominic Thiem gerade bei den aktuell stattfindenden Erste Bank Open für Schlagzeilen sorgen. Seit dem gestrigen Mittwoch ist allerdings der Impf-Status von Österreichs bestem Tennis-Spieler, der mit einer Handgelenksverletzung noch außer Gefecht ist, Gegenstand einer politischen Debatte geworden. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Die Grünen) forderte Thiem in einem PULS24-Interview dazu auf, sich impfen zu lassen. 

Via Twitter äußerte sich Mückstein erneut zu Dominic Thiem. Er habe dem Tennisprofi einen Brief geschrieben, in dem er Thiem zu einem persönlichen Gespräch eingeladen habe. "Damit in dieser Sache miteinander geredet wird & nicht über jemanden", heißt es dazu weiters im Posting.

Rendi-Wagner lädt Thiem zum Gespräch ein

Auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner meldet sich in der Debatte zu Wort. Sie lädt Dominic Thiem ebenfalls auf Twitter zu einem Impfgespräch ein, denn "zur Impfung muss man überzeugt werden, nicht gezwungen." Nicht-Geimpfte persönlich unter Druck zu setzen sei der falsche Weg, so Rendi-Wagner in Richtung Wolfgang Mückstein. 

Im PULS 24-Gespräch mit Bettina Häberlin kritisiert Rendi-Wagner den Gesundheitsminister. Es sei nicht richtig, Menschen persönlich unter Druck zu setzen, wenn sie sich nicht impfen lassen wollen. Stattdessen solle man persönlich auf sie zugehen. Ein Impfgespräch sei etwas sehr persönliches. 

Rendi-Wagner kritisiert Mückstein: Nicht richtig, Thiem "an den Pranger zu stellen"

FPÖ: "Impf-Propaganda macht auch vor Spitzensportlern nicht Halt"

Die Aussagen von Mückstein riefen die FPÖ bereits am gestrigen Mittwoch auf den Plan. FPÖ-Chef Herbert Kickl übte scharfe Kritik am Gesundheitsminister. Kickl riet Mückstein dazu "an seiner eigenen Gesundheit zu arbeiten, indem er mit dem Rauchen aufhört und selber mit Tennis beginnt." Fall es dazu nicht reichen würde, könne er ja "bei Dominic Thiem ein paar Bälle einsammeln", so Kickl weiter. 

Am heutigen Donnerstag legt FPÖ-Sportsprecherin Petra Steger in einer Aussendung nach. Sie spricht von Bevormundung und einer Impf-Propaganda der Regierung, die auch vor Spitzensportlern nicht Halt mache. Steger nimmt auch Sportminister Werner Kogler in die Pflicht und fordert, dass dieser sich dafür einsetzen solle, "dass auch ungeimpfte Sportler an problemlos an Wettkämpfen teilnehmen können."

PULS 24 Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner analysiert die Aufregung um den "Thiem-Sager" von Gesundheitsminister Mückstein. 

Wirbel um Australian Open 

Die FPÖ kritisierte in der Aussendung weiters, dass "die Australian Open wohl ohne den besten Tennisspieler der Welt über die Bühne gehen werden, weil dieser als Covid-Genesener nicht ins Land darf". Die Rede ist von Novak Djokovic, der Nummer eins der Welt. Der Serbe will seinen Impfstatus aktuell nicht kommentieren und hat zuletzt in Interviews offen gelassen, ob er im Jänner 2022 zu den Australian Open fliegen wird. 

An den Australian Open werden aus heutiger Sicht ausschließlich geimpfte Spielerinnen und Spieler teilnehmen. Das Turnier in Melbourne gilt als eines der wichtigsten Tennisturniere des Jahres. Der australische Bundesstaat Victoria hat am Mittwoch bekräftigt, ungeimpften Spielern keine Ausnahmebewilligung für die Teilnahme am Turnier zu erteilen. Bis Jänner 2022 muss also auch Dominic Thiem sich impfen lassen, sofern er am ersten Grand-Slam Turnier des Jahres teilnehmen möchte. 

Maximilian PatakQuelle: Redaktion