Screenshot/Twitter @JoshuaCavallo.

"Ich bin Fußballer und schwul": Australischer Profi outet sich

27. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Der Australier Josh Cavallo ist einer der ersten Fußballer der Welt, der sich offen als schwul outet. Der 21-jährige Profi von Adelaide United wandte sich via Twitter an die Öffentlichkeit. Die Reaktionen seien bisher ausschließlich positiv.

"Ich bin Josh Cavallo, ich bin ein Fußballer und ich bin stolz schwul zu sein." In einem emotionalen dreiminütigen Video hat sich Joshua Cavallo, Mittelfeldspieler beim australischen Erstligisten Adelaide United, geoutet. Sein Verein Adelaide postete das Video am heutigen Mittwoch Vormittag mit dem Titel "Josh´s Truth" auf Twitter. 

Der 21-jährige betont zu Beginn, dass er etwas persönliches erzählen müsse. Nach seinem Outing sagt Cavallo, er habe in seiner Jugend das Gefühl gehabt sich verstecken zu müssen, weil er sich schämte. Für seinen Traum Fußballprofi zu werden, müsse er verstecken, was er eigentlich sei. Alles was er will, ist Fußball zu spielen und gleich behandelt zu werden.

Cavallo berichtet von positiven Reaktionen

Der Australier erwähnt, dass er zunächst Angst gehabt hätte vor der Reaktion der Menschen. Nach seinem Coming-Out habe er jedoch immense Unterstützung bekommen. Seinen Teamkollegen, Coaches und Freunden endlich die Wahrheit zu sagen, war unglaublich, so Cavallo. Er frage sich im Nachhinein, warum er solange ein Geheimnis aus seiner sexuellen Orientierung gemacht habe.

Cavallo möchte andere Spieler inspirieren und ihnen zeigen, dass es in Ordnung ist schwul zu sein und Fußball zu spielen. "Sei du selbst", so die Botschaft des 21-Jährigen.

Homosexualität im Fußball Tabuthema

Mit seinem Statement hat Josh Cavallo einen mutigen Schritt gesetzt. Homosexualität gilt im Fußball immer noch als Tabuthema. Cavallo ist der erste Spieler in einer der höchsten Fußballligen der Welt, der sich in der Öffentlichkeit outet.

Der deutsche Ex-Profi Thomas Hitzelsperger eröffnete die Diskussion um Homosexualität im Fußball 2014 mit seinem Coming-Out, das jedoch erst nach seiner aktiven Karriere erfolgte.

Vor drei Wochen äußerte sich der aktuelle Funktionär des VfB Stuttgart in der "Augsburger Allgemeinen" erneut zu dem Thema: "Die betroffenen Spieler müssen ein gutes Gespür dafür haben, ob sie vom engsten Umfeld getragen oder eher nach unten gezogen werden. Aber das Gequatsche, man könne das als Spieler nicht riskieren, weil die Fans oder Sponsoren negativ reagieren könnten: Das ist nicht mehr zeitgemäß. Die Fans sind viel weiter."

Trainer Veart "extrem stolz" auf Cavallo

Adelaide-Trainer Carl Veart stellt sich voll hinter die Entscheidung seines Schützlings. In einer Pressekonferenz betont Veart er könne nicht stolzer auf Josh Cavallo sein. Der 51-jährige fügt hinzu: "Wir wollen, dass unsere Spieler sie selbst sein können. Nicht nur auf, sondern auch abseits des Platzes." Veart hofft zudem, dass Cavallos Ehrlichkeit Türen öffne für Spieler, welche dieselben Kämpfe wie Cavallo führen müssen.

Auch Spieler, Funktionäre und weitere Mitglieder der Coaching-Teams äußerten in Statements Bewunderung und Unterstützung für ihren Teamkollegen. Wie Fans und die Öffentlichkeit reagieren werden, wird sich spätestens zum Saisonstart zeigen. Adelaide United und Josh Cavallo starten am 20.November in die neue Spielzeit.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion