ICE Hockey League: Da waren es nur noch Vier

23. März 2022 · Lesedauer 5 min

EC Salzburg, Vienna Capitals, EC VSV oder Hydro Fehervar: Eine dieser vier Mannschaften wird in der Saison 2021/22 den Titel in der ICE Hockey League gewinnen. PULS 24 wirft vor dem Start der Halbfinal-Serien einen Blick auf die Ausgangsposition und checkt, wer die besten Karten hat.

Der Titelfavorit: EC Red Bull Salzburg 

Die Salzburger gehen als Titelanwärter Nummer eins in die Halbfinal-Spiele! Gründe dafür findet man zu Genüge: Salzburg hat den Grunddurchgang über weite Strecken dominiert und ihn souverän auf Platz eins beendet. Mit den meisten Siegen, den wenigsten Niederlagen, der besten Tordifferenz und den wenigsten Gegentoren führt man sämtliche Statistiken an. Zudem haben die "Bullen" zuletzt ein wenig Zeit gehabt, um zu regenerieren. Die Viertelfinal-Serie gegen den HC Znojmo beendete man auf den schnellstmöglichen Weg - mit vier Siegen aus vier Spielen.

Mit J.P. Lamoureux und Atte Tolvanen haben die Salzburger gleich zwei Torhüter, die in den Top-3 in Sachen "Save Percantage" aufscheinen (Lamoureux: 93 %, Tolvanen, 92,4 %). Defensiv sticht T.J. Brennan heraus. Der US-Amerikaner ist der punktbeste Verteidiger der Liga und führt die Plus/Minus-Statistik an. Offensiv hat Coach Matt McIlvane mit Peter Schneider, Brian Lebler, Benjamin Nissner und Co. einige Waffen zur Verfügung - auch die Kadertiefe ist beeindruckend. 

Es lassen sich kaum Gründe finden, warum die Salzburger am Ende nicht den ersten Meistertitel seit 2015/16 holen sollten. Will man die Nadel im Heuhaufen suchen, könnte man das Powerplay kritisieren, das zuletzt gegen Znojmo nicht immer nach Wunsch funktioniert hat. Dennoch geht Salzburg ganz klar als Titelfavorit Nummer eins ins Rennen. 

Der Herausforderer: EC GRAND Immo VSV 

Der schärfste Herausforderer des EC Salzburg kommt aus Kärnten. Entgegen ursprünglicher Erwartungen ist es diesmal jedoch nicht der bereits ausgeschiedene Rekordmeister KAC, der den "Bullen" das Leben schwer macht. Es ist der in der Vergangenheit oft belächelte Lokalrivale, EC GRAND Immo VSV, der sich anschickt, in sein erstes ICE-Finale seit knapp 15 Jahren einzuziehen. 

Die Villacher müssen zuvor noch die Hürde Hydro Fehervar im Halbfinale nehmen, sind in dieser Serie jedoch wohl leicht zu favorisieren. Die "Adler" beendeten den Grunddurchgang auf Platz zwei und bezwangen im Viertelfinale den HK Olimpija Ljubljana nach großem Kampf mit 4:3 in der Serie. Mit Scott Kosmachuk und John Hughes verfügt Trainer Rob Daum über die aktuell torgefährlichsten Stürmer der Liga. Mit Karlsson, Collins, Schofield und Co. gibt es zahlreiche weitere Offensivwaffen im Kader. 

Achillesferse des VSV ist die Defensive: In sieben Spielen gegen Ljubljana kassierte man insgesamt 28 Tore. Mit Tomi Karhunen haben die "Adler" kurz vor Playoff-Start noch einen neuen, international erfahrenen Tormann verpflichtet. Bekommt man die Defensivprobleme in den Griff, dürfen die Fans in Villach weiter vom ersten Meistertitel seit 2006 träumen. 

Die Wundertüte: spusu Vienna Capitals 

Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, welche die spusu Vienna Capitals ihren Fans in dieser Spielzeit bieten. Nach einem katastrophalen Saisonstart ging es im Grunddurchgang stetig bergauf, schlussendlich qualifizierte man sich als Vierter der Regular Season doch noch relativ souverän für die Playoffs.

Im Viertelfinale gegen den KAC hatte man nach einem 3:1 in der Serie bereits alle Trümpfe in der Hand, ehe die Klagenfurter durch zwei Siege ein allesentscheidendes Spiel sieben erzwingen konnten. Just als die Wiener, die im Entscheidungsspiel auf neun Stammspieler verzichten mussten, mit dem Rücken zur Wand standen, gelang ein weiterer Turnaround: Dank des "Wunder von Wiens" in Form eines 3:2-Siegs in Spiel sieben, stehen die Capitals im Halbfinale. 

Ebenso unberechenbar, wie der Saisonverlauf bis dato verlief, sind die "Caps" auch in der Runde der letzten Vier. Viel wird davon abhängen, wie schnell sich die verletzten bzw. corona-positiven Spieler rund um die Topstars Nicolai Meyer, Joel Lowry, Matt Neal, Phil Lakos oder Brody Sutter erholen können. Mit der Energie des KAC-Spiels im Rücken sind die offensivstarken Wiener, mit ihrem in Hochform agierenden Goalie-Oldie Bernhard Starkbaum, keinesfalls zu unterschätzen. In die Serie gegen Salzburg geht man als Außenseiter, doch die "Caps" haben am Dienstag bewiesen, wie gut ihnen diese Rolle steht. 

Der gefährliche Außenseiter: Hydro Fehervar AV19

Von den vier übrig geblieben Vereinen hätten vor der Saison die wenigsten Experten mit dem Hydro Fehervar im Halbfinale gerechnet. Die Ungarn, die seit 2007 in der Liga mitspielen, haben vor der heurigen Saison noch nie eine Playoff-Serie gewinnen können. 

In der laufenden Spielzeit zeigten die "Teufel" jedoch bereits früh, dass mit ihnen zu rechnen sein wird. Fehervar hielt sich während des Grunddurchgangs konstant im Spitzenfeld der Liga und qualifizierte sich als Dritter souverän für das Viertelfinale. In jenem machte man mit Liga-Neuling HC Pustertal kurzen Prozess. Die Serie endete mit 4:0 für die Ungarn und auch die Ergebnisse (8:1, 6:2, 5:2, 4:3) sprechen am Ende eine deutliche Sprache. 

Fehervar spielt unglaublich konstant, ist offensiv sowie defensiv stabil und das effizienteste Team der Liga (12,53 Prozent der Schüsse landen im Tor). Die Offensivstars Anze Kuralt, Alex Petan und Janos Hari ragen aus dem Kollektiv heraus, mit Josh Atkinson und Tim Campbell hat man zwei torgefährliche Verteidiger in den Reihen. Die Serie gegen den VSV wird zeigen, wie gefestigt Fehervar im ersten ICE-Halbfinale der Vereinsgeschichte bereits ist und ob der ganz große Coup heuer möglich ist. 

Die Halbfinal-Paarungen im Überblick 

EC Red Bull Salzburg (#1) - spusu Vienna Capitals (#4) 

EC GRAND Immo VSV (#2) - Hydro Fehervar AV 19 (#3) 

Die Playoffs werden in einer best-of-seven-Serie entschieden. Die jeweils besser gesetzte Mannschaft bestreitet Spiel eins zuhause, danach wechselt das Heimrecht nach jeder Begegnung. PULS 24 überträgt pro Spieltag eine Partie der Playoffs live und exklusiv im Free-TV. Am Donnerstag überträgt PULS 24 Spiel 1 der Serie Salzburg vs. Wien ab 19:25 Uhr live, am Samstag folgt Spiel zwei der Serie VSV vs. Fehervar ab 17:10 Uhr. 

Maximilian PatakQuelle: Redaktion