Hörl verpasst Medaille - Großschanzen-Gold an Domen Prevc
Für Jan Hörl wurde es nichts mit dem Angriff auf einen Podestplatz. Nach Rang elf von der Normalschanze war er als Fünfter diesmal bester ÖSV-Mann. "Ja bitter. Es zählen da die Medaillen, es hat wieder nicht gereicht. Springerisch finde ich es sehr okay, aber andere sind einfach mehr am Punkt und kriegen es besser runter", lautete Hörls Kurzanalyse im ORF. Auch wenn er nach dem Training, wo er sich als Medaillenkandidat empfohlen hatte, ein "sehr gutes Gefühl gehabt" hätte. "Es war von den Bedingungen her ein bisserl anders, wenn es feuchter ist und nieselt, dann reift die Spur ein bisserl auf, dann fühle ich mich ein bisserl unwohler, aber das soll keine Ausrede sein."
"Ich bin eigentlich recht zufrieden, weil die Trainings waren nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Die Sprünge heute waren schon wieder echt in Ordnung", sagte Embacher. Wie schon auf der kleinen Schanze hätten ein paar kleine Fehler den Unterschied gemacht. Er habe seine Anfahrtsposition vom Balken bis zum Tisch kein einziges Mal stabil halten können. "An einem normalen Weltcup-Wochenende wäre ich voll zufrieden mit zwei siebenten Plätzen."
Für zwei ÖSV-Springer war der Großschanzenbewerb schon nach dem ersten Durchgang zu Ende: Stefan Kraft landete nur bei 121,5 m und schaffte als 36. nicht einmal den Sprung ins Finale der besten 30. Und auch der Gesamt-Weltcup-Fünfte Daniel Tschofenig musste im zweiten Durchgang zuschauen: Der in den Top Ten gelegene Kärntner wurde nach einem 132,5-m-Sprung wegen um vier Millimeter zu großer Schuhe disqualifiziert - übrigens als erster Skispringer bei diesen Spielen.
Damit steht Österreichs erfolgsverwöhnte Skisprung-Mannschaft der Männer und Frauen nach vier von sechs Olympiabewerben noch ohne Edelmetall da. Noch sind die Frauen von der Großschanze (Sonntag) sowie der Superteambewerb der Männer (Montag) offen.
Disqualifizierter Tschofenig und Kraft konsterniert
Die beiden nach dem ersten Durchgang gescheiterten Österreicher waren danach konsterniert. "Es hat mich echt überrascht, das ist extrem bitter leider", erklärte Tschofenig. "Ich habe einen neuen Schuh genommen im ersten freien Training auf der Großen, und war gar nicht so happy damit. Ich war leider so naiv und habe nicht nachgemessen. Das ist extrem blöd von mir, weil ich hätte ihn einfach nachmessen können, das Gerät haben wir", schüttelte Tschofenig den Kopf und fügte hinzu: "Regeln sind Regeln." Offen war vorerst, ob er oder Embacher neben Hörl im Superteambewerb aufgeboten werden.
Für Stefan Kraft sind diese Spiele wohl vorüber. "Es gibt immer ein erstes Mal, ich bin gar nicht in Schuss gekommen. Dass ich bei keinem Sprung auf den K-Punkt hupfe bei einer Schanze, das habe ich echt noch nie erlebt. Abputzen, gehört dazu, leider kann der Sport manchmal wehtun", so der Salzburger, der damit weiter auf sein erstes Einzel-Olympia-Gold warten muss.
Olympia-Gold in Händen hat hingegen Domen Prevc. "Wenn jeder erwartet hatte, dass ich Gold gewinne, war ich der Einzige, der das nicht geglaubt hat", sagte der Slowene. "Ich wusste, dass es ein harter Kampf werden wird, aber heute war das Wetter auf meiner Seite und es war ruhig und nicht so viel Rückenwind. Der zweite Sprung war einer, von dem ich träume."
Zusammenfassung
- Jan Hörl verpasste bei den Olympischen Spielen in Predazzo als Fünfter eine Medaille von der Großschanze um 4,3 Punkte, während Stephan Embacher Siebenter wurde und Stefan Kraft sowie Daniel Tschofenig vorzeitig ausschieden.
- Gold sicherte sich der Slowene Domen Prevc mit einem 141,5-m-Sprung, der den Japaner Ren Nikaido noch um 6,8 Punkte auf Silber verwies; Bronze ging an den Polen Kacper Tomasiak.
- Österreich bleibt nach vier von sechs Skisprung-Bewerben weiterhin ohne Medaille, wobei Tschofenig nach einem 132,5-m-Sprung wegen um vier Millimeter zu großer Schuhe disqualifiziert wurde.
