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Historisches Wimbledon-Finale zwischen Jabeur und Rybakina

08. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Beim Frauen-Titelduell des Tennis-Grand-Slam-Turniers in Wimbledon zwischen Ons Jabeur und Elena Rybakina wird Geschichte geschrieben.

Erstmals stehen eine arabische und eine kasachische Spielerin im Finale des Rasen-Klassikers, erstmals kommt es in der "Open Era" in Wimbledon zu einem Endspiel zweier Spielerinnen, die nie zuvor bei einem der großen vier Turniere im Finale gestanden sind. Daher wird am Samstag eine neue Wimbledon- und Grand-Slam-Siegerin gekürt.

Jabeur wäre im Falle eines Triumphes auch die erste Afrikanerin mit einem Grand-Slam-Titel. Die Nummer drei des Turniers und Nummer zwei der Weltrangliste gab im bisherigen Turnierverlauf nur zwei Sätze ab, einen davon am Freitag bei ihrem Semifinal-Sieg über die mit ihr eng befreundete Deutsche Tatjana Maria.

22 von 24 Turnieren gewonnen

22 ihrer jüngsten 24 WTA-Partien hat Jabeur gewonnen, was ihr unter anderem die Titel in Berlin und Madrid einbrachte. Auf Rasen hat sie alle ihre bisherigen elf Matches in diesem Jahr für sich entschieden. Im Head-to-Head zwischen Jabeur und Rybakina steht es 2:1 für die Nordafrikanerin, alle drei Spiele fanden auf Hartplätzen statt.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Statistiken gilt Jabeur als leichte Favoritin. Allerdings zeigte die 27-Jährige vor Rybakina großen Respekt. "Sie ist eine aggressive Spielerin, man darf ihr keine Zeit geben. Sie serviert auch stark und kann viele Winner schlagen. Aber ich werde mich auf mich selbst konzentrieren und es ihr so schwer wie möglich machen", kündigte Jabeur an.

Rybakina überraschend im Finale

Rybakina gab die Komplimente umgehend zurück. "Ons hat in diesem Jahr großartige Resultate geschafft, es wird ein sehr hartes Match", meinte die 23-Jährige. Rybakina verlor im Jänner dieses Jahres das Finale von Adelaide gegen Ashley Barty, danach reichte es nur noch zu einer Viertelfinal-Teilnahme in Indian Wells. Umso überraschend kam ihr Vorstoß bis ins Finale, wo ihr nicht nur die Kasachen die Daumen drücken werden.

Rybakina ist in Moskau geboren, 2018 erfolgte der Nationalitätswechsel von Russland zu Kasachstan. "Sie ist unser Produkt. Wir wünschen ihr den Sieg", sagte Schamil Tarpischew, der Präsident des russischen Tennis-Verbandes. Russische und belarussische Profis wurden aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine von Wimbledon ausgeschlossen.

Eine politische Dimension hat auch Jabeurs Finaleinzug angenommen. Sie genießt in ihrer Heimat Kultstatus, bei ihrer Rückkehr nach Tunis wird ein großer Empfang organisiert. "Die Tunesier haben ihre Probleme vergessen, alles sind stolz auf Ons. Sie ist unsere Ministerin des Glücks", sagte Sportminister Kamel Deguich.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp