Hemetsberger-Sturz im 2. Abfahrtstraining - Casse Erster
"Ich war Gott sei Dank nicht weg, habe den ganzen Sturz live miterlebt, weiß auch alles", sagte Hemetsberger. Der Einschlag mit großer Geschwindigkeit ins Tor sei "grauslich" gewesen. "Da hat es mir ziemlich den Kopf ins Genick gerissen." Dass man dabei den Helm verliere, könne passieren. "Das juckt mich nicht, da kritisiere ich niemanden." Erstmals in seiner Karriere sei bei ihm der Airbag aufgegangen, schilderte der Stehaufmann mit bemerkenswerter Ruhe. "Wollte ich auch nie erleben, aber hat gepasst. Mir hat es den rechten Fuß ein bisschen verdreht, aber beim Runterfahren war es kein Problem und ich habe auch draufsteigen können", sagte Hemetsberger. "Es ist eh der kaputte."
Dazu kamen andere Probleme. Er klagte vor weiteren ärztlichen Untersuchungen über "ein ganz bisschen Kopfweh" und hoffte, dass die "Schwellung beim Auge weggeht, weil momentan sehe ich nicht so gut". Groß war sein Ärger über den Sturz. "Ich habe den gleichen Scheiß wie in Kitzbühel gemacht. Einmal kann man einen Fehler machen, aber nicht zweimal. Dann ist man ein Idiot, das ärgert mich gewaltig."
Hemetsberger musste nicht ins Spital. Mannschaftsarzt Dr. Lukas Negrin gab nach weiteren Untersuchungen am Abend ein Gesundheitsupdate. "Durch diesen heftigen Einschlag spürt er den ein oder anderen Teil seines Bewegungsapparats. Er wird physiotherapeutisch behandelt, braucht ein bisschen Ruhe, aber aus heutiger Sicht spricht nichts gegen einen Start am Samstag." Laut Vincent Kriechmayr wirft dieser Sturz seinen engeren Landsmann nicht aus der Bahn. "Der Hemme ist ein Stier. Jeder weiß, dass er gut beieinander ist und gut zurückkommen wird."
Kaum einer der Topfavoriten deckte seine Karten für die Abfahrt am Samstag (11.30 Uhr/live ORF 1) auf. Hinter Casse landeten mit Florian Schieder (+0,45 Sekunden) und Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni (+0,87) weitere Italiener. Stefan Babinsky (+1,74), Kriechmayr (1,83) und Raphael Haaser (+1,85) belegten die Plätze elf bis 13. Marco Odermatt und Franjo von Allmen ließen es noch gemächlicher angehen.
Das dritte Training für Freitag wurde bestätigt. Es winkte jedoch Regen oder Schneefall. Bereits vor dem nachmittäglichen Videostudium, für das Kriechmayr laut eigener Aussage etwa 45 Minuten verwendet, wusste er: "Es braucht sicher noch eine Steigerung hin aufs Rennen."
Zusammenfassung
- Daniel Hemetsberger stürzte beim zweiten Olympia-Abfahrtstraining in Bormio, verlor dabei den Helm und kam mit leichten Blessuren und Prellungen davon.
- Laut Mannschaftsarzt Dr. Lukas Negrin und Hemetsberger selbst spricht nach Untersuchungen nichts gegen einen Start am Samstag, trotz Kopfschmerzen und einer Schwellung am Auge.
- Schnellster im Training war der Italiener Mattia Casse, gefolgt von Florian Schieder (+0,45 Sekunden) und Giovanni Franzoni (+0,87), während die besten Österreicher auf den Plätzen elf bis 13 landeten.
