APA - Austria Presse Agentur

Halbzeit im Play-off-Finale: Vorteil Hartberg

12. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

Mit einem 3:2 bei Austria Wien hat der TSV Hartberg das Tor zur erstmaligen Europacup-Teilnahme schon aufgestoßen. "Der erste Schritt ist getan, und jetzt müssen wir den zweiten machen", sagte Trainer Markus Schopp nach dem Hinspiel im Liga-Play-off. Die Austria braucht am Mittwoch zumindest zwei Tore, zieht sich aber an einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte hoch.

"Wenn man bei der Austria 3:2 gewinnt, ist das ein tolles Resultat. Ich glaube, es hätte noch besser sein können, aber wir können das schon gut einordnen", meinte Schopp. Er formulierte nach dem Coup in Wien, der nach den Erfahrungen dieser Saison wohl keiner ist, gleich ein Memo an sich selbst: "Wir wären gut beraten, am Mittwoch auf alles richtig gut vorbereitet zu sein", sagte er, denn er gehe davon aus, "dass die Austria noch mal alles reinhauen wird".

Startet seine Mannschaft allerdings ähnlich wach ins letzte Saisonspiel und die Austria ähnlich schläfrig wie am Samstag, stehen die Chancen auf die erstmalige Qualifikation für das internationale Geschäft gut. Mit "mentaler Müdigkeit" überschrieb Austria-Trainer Christian Ilzer den Auftritt seiner Truppe in der ersten Hälfte. Das Gebotene in der "deutlich besseren zweiten" rief aber den Chef-Optimisten in Ilzer wach: "Jetzt ist Halbzeit in dem Duell, und ich bin absolut sicher, dass wir am Mittwoch voll angreifen können und die Partie noch drehen werden."

Hartberg unter Schopp ist ja auch immer für Gegentore gut. Nur einmal in den vergangenen 20 Spielen stand beim Sensationsteam der Saison hinten die Null. Die Steirer wirken aber auch gut in Schuss, trotz eines positiven Corona-Befunds eines Spielers unter der Woche verrückte der Fokus nicht. Euphorie, so sie nach dem überhaupt ersten Pflichtspielsieg gegen die Austria da war, wurde gut versteckt.

Schopp monierte nach der Partie manches, schloss aber seine Ausführungen regelmäßig mit einem Lob an die Mannschaft. Diese verstehe es derzeit, "einfach einen Gang zuzuschalten, dann wieder einen Gang wegzuschalten. Das ist in dieser Phase mit diesen vielen Spielen ein enorm wichtiges Element."

Ein entscheidendes Puzzlestück im Angriff heißt Dario Tadic. Nach seinem neuerlichen Doppelpack hält der 30-Jährige bei 19 Saisontoren. "Und das nicht für einen Topverein, wo er permanent beliefert wird, sondern für TSV Hartberg", erinnerte Schopp. "Ich bin Stürmer, dafür werde ich bezahlt", gab Tadic nach der Gala gegen den Ex-Club den Musterprofi. "Letztes Jahr waren es sieben Tore, da wäre wahrscheinlich mehr dringewesen."

Den möglichen Triplepack vergab Tadic mit einem lässigen Lupfer in die Arme von Austria-Goalie Patrick Pentz. Statt 1:4 hieß es nach einem Treffer von Patrick Wimmer 2:3, wodurch die Austria überhaupt noch im Spiel ist. Ilzer konnte so auch seinen mutigen Dreifach-Wechsel während einer an sich guten Austria-Phase rechtfertigen. "Es ist ein Endspiel, und ich bin ein Trainer, der dann auch volles Risiko geht", sagte er. Mit dem Treffer habe sich "das Risiko also zum Teil gelohnt".

Den Spagat zwischen gesicherter Defensive und notwendiger Offensive gilt es für die Wiener auch am Mittwoch zu bewältigen. Ilzer forderte generell mehr Konsequenz im Verteidigen. "Wenn man Dario Tadic oder Rajko Rep solche Räume gibt, wird es immer schwierig - egal wie viel Risiko man nimmt." Austria-Kapitän Alexander Grünwald soll nach Rückenproblemen laut Ilzer wieder spielfähig sein, bei Michael Madl war der Coach weniger optimistisch. Schopp prophezeite so oder so ein "intensives Spiel", "in dem wir jetzt um eine Spur in der besseren Position sind".

Quelle: Agenturen