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Gute erste Hälfte zu wenig: ÖHB-Frauen unterliegen Spanien

Heute, 18:35 · Lesedauer 3 min

Österreichs Handballfrauen haben im dritten Spiel der EM-Qualifikation erstmals eine Niederlage hinnehmen müssen. In der Sport Arena Wien war am Mittwoch eine gute erste Hälfte gegen Spanien zu wenig, um in Gruppe 6 makellos zu bleiben. Die Truppe von Trainerin Monique Tijsterman musste sich mit 24:29 (12:10) geschlagen geben, liegt aber weiter auf Kurs in Richtung der Endrunde im Dezember. Neben den Top 2 der Gruppe qualifizieren sich auch die vier besten Dritten.

Vor dem "Rückspiel" am Samstag (19.30) in Algeciras rangiert die ÖHB-Auswahl mit 4 Punkten hinter Spanien (6) auf Platz zwei. Das Parallelspiel zwischen den punktelosen Teams von Israel und Griechenland wurde angesichts der Eskalation im Nahen Osten ebenso auf ein unbestimmtes Datum verschoben wie die ursprünglich für Sonntag geplante Rückpartie in Griechenland.

"Heute hatten wir die Chance auf zwei Punkte", meinte Tijsterman nach dem Spiel. "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt mit einer sehr guten Abwehr." Danach sei aber der Faden gerissen. "Wir haben uns nicht mehr an das Konzept gehalten, zudem haben uns die dreimal zwei Minuten das Genick gebrochen - da haben wir viele Tore bekommen", erklärte die Niederländerin. "Spaniens offensive Deckung hat uns dann ein bisschen verunsichert", betonte Österreichs Top-Werferin Ines Ivancok-Soltic (7 Tore). Die Ungarn-Legionärin sah aber auch für das Auswärtsspiel Möglichkeiten. "Der Unterschied war kein zu großer, ich denke, dass man das in Spanien drehen kann."

Österreich war - zumindest defensiv - sofort in der Partie und legte vor rund 2.500 Fans so den Grundstein für eine gute erste Hälfte. Spanien suchte im Angriff meist vergeblich nach der Lücke, agierte fehlerhaft oder scheiterte an einer groß aufspielenden Torfrau Lena Ivancok. Vorne benötigte Rot-Weiß-Rot genau 4:30 Minuten, um 1:0 in Führung zu gehen, baute diese aber kontinuierlich aus. Nach gut 20 Minuten lag man erstmals mit vier Treffern in Führung (10:6), die durchaus auch etwas höher hätte sein können. Dabei waren die bei der WM im Dezember schmerzlich vermissten Rückraum-Stützen Katarina Pandza und Johanna Reichert noch gar nicht im Einsatz. Danach lief es mit den beiden aber nicht unbedingt besser, der Vorsprung schmolz bis zur Pause auf zwei Tore.

Start in zweite Hälfte misslang

Reichert eröffnete die zweiten 30 Minuten zwar mit dem 13:10, Spanien nahm den Schwung vom Ende der ersten Hälfte aber mit und verkürzte auf 12:13 (33.). Während die Durchschlagskraft des mehrfachen Medaillengewinners bei Großereignissen deutlich stieg, tat sich Österreich nun schwer, der erstmalige Ausgleich zum 15:15 (37.) war die logische Folge. Für einige Minuten funktionierte bei den Gastgeberinnen fast nichts mehr, Spanien setzte sich auf 17:15 (38.) ab und ging mit einem Vier-Tore-Plus in die letzte Viertelstunde. Österreich arbeitete sich zwar noch mehrmals auf drei Treffer heran, konnte - ausgebremst auch von einigen Zeitstrafen - der Partie aber keine Wende mehr geben.

Zusammenfassung
  • Österreichs Handballfrauen mussten in der EM-Qualifikation gegen Spanien mit 24:29 (12:10) ihre erste Niederlage hinnehmen und stehen nun mit 4 Punkten auf Platz zwei der Gruppe 6.
  • Vor 2.500 Fans in Wien zeigte das Team von Monique Tijsterman eine starke erste Halbzeit, verlor aber nach der Pause den Faden und wurde durch drei Zeitstrafen entscheidend geschwächt.
  • Top-Werferin Ines Ivancok-Soltic erzielte 7 Tore und sieht trotz der Niederlage Chancen für das Rückspiel am Samstag (19:30 Uhr) in Algeciras, während das Parallelspiel Israel gegen Griechenland verschoben wurde.