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Graabak holte Kombi-Gold - Greiderer Fünfter vor Lamparter

15. Feb. 2022 · Lesedauer 4 min

Österreichs Nordische Kombinierer haben die Medaillenränge im olympischen Großschanzen-Bewerb knapp verpasst. Lukas Greiderer, der Dritte der ersten Konkurrenz, musste die Rivalen ebenso wie Johannes Lamparter im Finish ziehen lassen und belegte mit 11,8 Sekunden Rückstand unmittelbar vor seinem Teamkollegen (18,0) den fünften Rang. Im Sprint um Gold setzte sich der Norweger Jörgen Graabak 0,4 Sekunden vor seinem Landsmann Jens Luraas Oftebro und Akito Watabe (JPN/0,6) durch.

Während Graabak zu seiner zweiten Goldmedaille in diesem Bewerb nach 2014 und seiner insgesamt dritten skatete, fiel Weltmeister Lamparter, der auf dem Weg zu Edelmetall zu sein schien, in der entscheidenden Phase des 10-km-Langlaufs zurück. Der 20-Jährige war als Führender in die letzte Runde gegangen, hatte sich bei minus 19 Grad bei der Aufholjagd nach dem Spitzentrio aber zu sehr verausgabt. Als die Norweger heranflogen, hatte Lamparter nichts mehr entgegenzusetzen.

"Das ist echt bitter. Wahrscheinlich habe ich etwas zu früh attackiert, aber ich musste zuvor das Loch nach vorne schließen. Mir hat es dann den Stecker gezogen", sagte der Weltcup-Führende. Nach sieben Podestplätzen im Weltcup ging er beim Olympia-Debüt leer aus. "Es tut weh, ohne Einzelmedaille, aber ich bin ja erst 20", meinte Lamparter und resümierte: "Olympia ist nicht das Gleiche wie der Weltcup."

Der Achte des Springens musste vor dem Ziel auch noch seinen Teamkollegen Greiderer vorbeilassen, der seinerseits aber den Coup der Normalschanzen-Konkurrenz nicht zu wiederholen vermochte. Denn Watabe und der Deutsche Ersatzmann Manuel Faißt (+3,3), die zur Spitzengruppe gehört hatten, kamen deutlich vor Greiderer ins Ziel. 11,2 Sekunden fehlten auf ein zweites ÖOC-Edelmetall. "Es war mega-hart, so kalt, dass man gar nichts mehr spürt", sagte der 28-Jährige. "Aber es ist super gegangen. Immer Top drei bei Olympia, das ginge auch nicht. Ich bin zufrieden."

Der Elfte nach dem Springen, meinte, er habe versucht, mit den Norwegern mitzuhalten. "Aber die waren so stark, Hut ab vor ihrer Leistung." Damit bleibt Bernhard Gruber, der Dritte von 2010, der bisher einzige ÖOC-Medaillengewinner in diesem jungen Bewerb (seit 2010).

Franz-Josef Rehrl, als Sechster der beste ÖOC-Springer, als Gesamt-Elfter (+1:08,9) und Mario Seidl als 13. (1:15,2) sorgten für ein mannschaftlich gutes ÖOC-Abschneiden. Die Hoffnungen gelten nun dem Teambewerb am Donnerstag. "Es geht einiges, ich blicke dem zuversichtlich entgegen", meinte Greiderer und auch Rehrl war vor dem "lauflastigen" Bewerb optimistisch. "Wir sind gut aufgestellt. Wir machen unseren Job derzeit tipptopp, für eine zweite Medaille werden wir hart fighten."

Auch Graabak litt unter der Kälte. "Es war wirklich hart, aber das hat mir geholfen. Je schwieriger es ist, desto besser ist es für mich. Im Ziel tat es trotzdem richtig weh", sagte der 30-Jährige, der bei Weltmeisterschaften noch ohne Einzelmedaille ist.

Jarl Magnus Riiber war am Tag nach seiner Entlassung aus der Quarantäne mit 142 m der klar beste Springer, doch in der Loipe tat sich der 24-Jährige nach eineinhalb Wochen ohne Laufen schwer. Vor dem Ende der ersten Runde verlief sich der Norweger auch noch und büßte rund die Hälfte seines Vorsprungs von 44 Sekunden ein. Schließlich musste er nach 8,5 km auch das Spitzentrio zu diesem Zeitpunkt mit Lamparter ziehen lassen und wurde Achter (+39,8). "Durch meinen Fehler habe ich 30 Sekunden verschenkt, aber ich habe mich auch nicht gut gefühlt und schon nach fünf Kilometern Schwäche gespürt", erklärte der 24-Jährige, der 2018 zweimal Olympia-Vierter geworden war.

Riiber war erst am Vorabend um 17 Uhr Ortszeit aus der eineinhalbwöchigen Quarantäne entlassen worden. Danach war er nach eigenen Worten 20 Minuten Langlaufen, ehe er zwei Sprünge als Vorspringer des Teambewerbs absolvierte. "Ich habe versucht, das Beste aus der Situation zu machen."

Quelle: Agenturen