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Ganz Deutschland freut sich auf EM-Finale gegen England

28. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Das Traumfinale der Frauen-Fußball-Europameisterschaft 2022 ist perfekt. Am Sonntag (18.00 Uhr MESZ/live ORF 1) kommt es im legendären Londoner Wembley-Stadion zum Showdown zwischen Gastgeber England und Rekord-Europameister Deutschland. Nachdem die "Lionesses" am Dienstag durch einen 4:0-Kantersieg gegen Schweden das Finalticket fixierten, zog die DFB-Elf am Mittwoch mit einem hart erkämpften 2:1-Erfolg über Frankreich nach.

Die Freude und die Erleichterung war bei der deutschen Mannschaft nach dem Schlusspfiff im Halbfinale grenzenlos. Die Spielerinnen stürmten auf Doppeltorschützin Alexandra Popp zu, lagen sich in den Armen und feierten ausgelassen. "Wir sind so unfassbar glücklich, kein Schwein hat mit uns gerechnet, und wir stehen jetzt im Finale gegen England vor 90.000 - ganz ehrlich, etwas Schöneres gibt es nicht", sagte die DFB-Kapitänin, die so wie die Engländerin Beth Mead bei sechs Treffern hält.

Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg verbarg ihr Siegerlächeln nach Spielende hinter beiden Händen, versammelte kurz darauf ihre Finalistinnen am Rasern zur Einstimmung auf das große Endspiel. Im anschließenden Interview resümierte sie stolz: "Das ist so verdient, wir haben so hart dafür gearbeitet. Wir sind so ein Haufen geworden hier, der sich überall unterstützt."

Die Deutschen, die im Viertelfinale Österreich mit 2:0 besiegt hatten, waren vor 27.445 Zuschauern in Milton Keynes in der ersten Hälfte das bessere Team, gingen in Minute 40 durch einen Volley-Treffer von Popp verdient in Führung. Die Freude wehrte allerdings nur kurz, in Minute 44 kassierte die DFB-Elf durch ein unglückliches Eigentor von Torfrau Merle Frohms den ersten Gegentreffer im Turnier. Nach der Pause kamen die Französinnen besser in Spiel, ausgerechnet in ihrer Drangphase war abermals Popp zur Stelle. Ein wuchtiger Kopfball (76.) sicherte Deutschland den 2:1-Erfolg und die Möglichkeit, am Sonntag den neunten EM-Titel einzufahren.

Im bereits mit knapp 90.000 Fans ausverkauften Wembley-Stadion erwartet den zweifachen Weltmeister nun eine grandiose Kulisse und ein äußerst schwieriger Kontrahent. Die Engländerinnen hoffen auf einen gewaltigen Heimvorteil und träumen vom ersten internationalen Titel überhaupt. Beide Finalteilnehmer konnten bei der aktuellen Endrunde jedes Spiel für sich entscheiden, sorgten offensiv für Spektakel und ließen defensiv kaum etwas zu. Man kann nüchtern behaupten, dass die zwei besten Teams des Turniers am Sonntag aufeinandertreffen. "Es wird ein großartiges Fußball-Fest, es ist ein Klassiker", freute sich Voss-Tecklenburg.

Die Finalpaarung England-Deutschland versprüht natürlich auch einen Hauch von 1966. Bei der damaligen Weltmeisterschaft gewann das "Mutterland des Fußballs" gegen den Erzrivalen durch den wohl umstrittensten "Treffer" der Fußballgeschichte mit 4:2 nach Verlängerung und den bisher einzigen internationalen Titel. Zumindest bis Sonntag wird der Mythos "Wembley 1966" wieder präsenter werden. Die "Löwinnen" möchten dann, wie die Männer vor 56 Jahren, einen Titel einfahren.

Gefühlt ganz Deutschland steckt aktuell im EM-Fieber und drückt die Daumen. Die Live-Übertragung des Halbfinal-Duells mit Frankreich hat beim TV-Sender ZDF für eine Rekord-Einschaltquote gesorgt. Durchschnittlich rund zwölf Millionen Menschen sahen den Einzug der DFB-Damen ins EM-Finale. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz verfolgte die nervenaufreibende Partie, sprach im Anschluss seine Glückwünsche aus und kündigte an, am Sonntag das Endspiel im Stadion zu verfolgen.

Quelle: Agenturen