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ÖFB-Frauen wollen gegen Montenegro Selbstvertrauen tanken

21. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam hat am Mittwoch die vorletzte Chance vor der EM in England, auf Matchebene ein Erfolgserlebnis zu feiern. Die ÖFB-Auswahl hat mit Montenegro nur die Nummer 87 der Welt in Maria Enzersdorf zu Gast, alles andere als ein klarer Heimsieg wäre daher im Premierenduell eine große Überraschung.

"Es geht im Idealfall sicher auch darum, Selbstvertrauen zu tanken", sagte ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann. Die Montenegriner sprangen nach langer Suche als Ersatz für den "idealen Gegner" Schottland ein, der wegen der Ansetzung eines WM-Qualifikations-Nachtragsspiels absagen hatte müssen. "Ich bin froh und dankbar, dass wir gegen Montenegro spielen können, es ist kein Ärger mehr vorhanden", verlautete die 41-Jährige. Montenegro hält in der WM-Quali nach sechs Spielen bei neun Punkten, das erste Duell mit dem makellosen Gruppe-E-Leader Dänemark ging am 26. Oktober 2021 mit 1:5 verloren. Die Dänen hatten Österreich in Wiener Neustadt am Sonntag mit 2:1 besiegt.

"Spielrhythmus finden und Abstimmung verbessern"

"Es gilt, den Spielrhythmus zu finden und die Abstimmung zu verbessern. Der letzte Pass nach vorne, einmal einen Raum zu öffnen, das hat im letzten Spiel noch nicht so gepasst, aber auch weil die geistige Frische nicht da war", erläuterte Fuhrmann. Das soll sich nun ändern - gegen einen sicher sehr defensiv eingestellten Gegner. "Sie agieren sehr kompakt in der Defensive mit einem 5-4-1, offensiv werden sie nicht so viel anbieten, was Pressing betrifft", vermutete die ÖFB-Trainerin.

Dass der Gegner von hinten herausspielt, ist nicht zu erwarten. "In der Quali haben sie von der Torfrau nur abgestoßen, dann geht es um die ersten und zweiten Bälle, was grundsätzlich auch nicht so schlecht ist, weil Nordirland ja auch nicht immer herausspielt. Da haben wir eh Aufholbedarf, was Zweikämpfe betrifft", meinte Fuhrmann. In puncto Aufstellung ist vieles offen. Gar nicht zum Einsatz kommen könnte Kapitänin Viktoria Schnaderbeck, da sie zuletzt wieder von Knieproblemen heimgesucht wurde.

Puntigam noch nicht bereit für 90 Minuten

Andere wie Sarah Puntigam, die am Freitag aus dem Urlaub zum Team gestoßen sind, werden wohl nicht über 90 Minuten zum Zug kommen. "Da müssen wir genau schauen, wie viel Spielzeit wir ihnen geben", so Fuhrmann. Puntigam sieht den Test, bei dem der Video Assistant Referee (VAR) eingesetzt wird, als wichtig, um Abläufe einzustudieren oder damit Automatismen entstehen. "Ein wichtiger Punkt ist auch die Spielfitness, die trainiert man, egal ob gegen einen stärkeren oder schwächeren Gegner. Deshalb wird das für uns ein sehr guter Test", verlautete die ÖFB-Rekordteamspielerin.

Kampf um Platz im EM-Kader spitzt sich zu

Da es sich um kein Bewerbsspiel handelt, kann in der vorletzten EM-Testpartie - am Sonntag geht es noch auswärts gegen Belgien - öfter als fünfmal gewechselt werden. Dadurch kann sich auch der Großteil des Kaders einmal mehr auf dem Platz für den endgültigen 23-Frau-Kader für die Endrunde, bei der es nach dem Eröffnungsspiel gegen England am 6. Juli auch noch gegen Nordirland und Norwegen geht, empfehlen. Auf Fuhrmann warten da harte Entscheidungen, stehen doch aktuell noch 28 Akteurinnen im Aufgebot. "Man sieht, wie groß der Pool mittlerweile ist", sagte Fuhrmann.

Am Ende zählen nicht Leistungen der Vergangenheit, sondern der Fitnesszustand. "Wir brauchen zu 100 Prozent fitte und einsatzfähige Spielerinnen." Die von einem Schien- und Wadenbeinbruch genesene Virginia Kirchberger etwa muss deshalb um ihre Endrunden-Teilnahme bangen.

Quelle: Agenturen / mpa