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Freestyle-Hoffnung Svancer im Slopestyle-Finale Achter

16. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Freestyle-Skifahrer Matej Svancer hat das erste Olympia-Finale seiner jungen Karriere auf Platz acht beendet. Dem 17-Jährigen fehlten am Mittwoch im Genting Snow Park in Zhangjiakou mit seinem Score von 73,05 aus dem ersten Finallauf am Ende 12,30 Punkte auf Bronze. Gold holte sich der US-Amerikaner Alexander Hall vor seinem Landsmann Nick Goepper und dem Schweden Jesper Tjäder. Der Schweizer Mitfavorit Andri Ragettli, Bester der Qualifikation, ging als Vierter leer aus.

"Wegen Corona war es jetzt nicht so hammermäßig, aber angeblich soll Olympia ziemlich cool sein", meinte Svancer nach dem Abschluss seines Debüt-Doppels im Zeichen der Fünf Ringe. Olympische Spiele seien doch sehr anders als die üblichen Contests. "Viel stressiger, alles ist so stressig", sagte Svancer. "Ich kam mir vor wie ein kleiner Fisch im großen Glas, der von allen beobachtet wird."

In seiner Spezialdisziplin Big Air hatte Svancer als einer der Mitfavoriten nach zwei Stürzen die Qualifikation für das Finale verpasst. Im Slopestyle, in dem er im Weltcup noch nie in den Top Ten gelandet war, stellte er aber die bisher beste Freestyle-Platzierung eines Österreichers bei Olympia (exkl. Ski Cross) ein. Auch Andreas Gohl war 2018 in Pyeongchang in der Halfpipe Achter gewesen.

Svancer zeigte als jüngster der elf angetretenen Finalisten einen starken ersten Lauf und lag auf dem sechsten Zwischenrang. Vor allem der Abschlusssprung des gebürtigen Tschechen, der seit dieser Saison für Österreich antritt, war überzeugend. Insgesamt sei er aber auch dieser Run zu unsauber gewesen und deshalb sei er nicht hundertprozentig zufrieden, so Svancer. "Aber zu 78 Prozent. Immerhin habe ich einen Run runtergebracht."

Im zweiten Versuch rutschte Svancer etwas von einer Rail, konnte diesen daher nicht mehr voll durchziehen. Auch der dritte und letzte Lauf, bei dem der Teenager mehr riskierte, brachte keine Steigerung mehr.

Seit er zehn Jahre alt ist lebt Svancer mit seiner Familie im Salzburger Pinzgau, genießt dort neben der sportlichen auch seine schulische Ausbildung. Der fliegende Wechsel von den Kickern auf die Schulbank werde möglicherweise noch anstrengender als sein Olympia-Aufenthalt, vermutete er nun. "Ich war fünf Wochen nicht in der Schule, ich habe absolut keine Ahnung, was in der Schule gerade abgeht."

Angesichts der Rahmenbedingungen in China und der Temperaturen - das Finale fand bei minus 24 Grad statt - freute sich Svancer auf zuhause. "Ich durfte nicht aus dem Hotel raus, aus dem Village. Ich konnte überhaupt nichts anschauen und sprechen mit Ridern war jedem viel zu stressig, dass keiner Covid bekommt." Olympia sei ziemlich groß, so sein Kommentar. "Aber Junioren-WM in Russland ist mir viel größer vorgekommen." Bei Olympia werde durch die Anzahl der Disziplinen einzelnen weniger Beachtung geschenkt.

Der Junioren-Weltmeister im Big Air und Slopestyle gilt auch für die nächsten Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina als Hoffnungsträger. In Stein gemeißelt sieht Svancer sein Antreten aber nicht. "Vielleicht konzentriere ich mich auf Filmen, oder es passiert ganz was anderes." Sein gleichaltriger Teamkollege Daniel Bacher hatte in Zhangjiakou als 17. der Slopestyle-Qualifikation das Finale der Top 12 verpasst.

Quelle: Agenturen