APA - Austria Presse Agentur

Frauen-WM-Teambewerb als schnelle Chance auf die Revanche

25. Feb 2021 · Lesedauer 3 min

Für das österreichische WM-Team der Skispringerinnen gibt es nach dem Normalschanzen-Einzel eine bittere Enttäuschung wegzustecken. Keine aus dem ÖSV-Quartett hat so wie erhofft abgeschnitten. Sophie Sorschag und Eva Pinkelnig waren wegen Material-Disqualifikation bzw. als Halbzeit-32. gar nicht in die Entscheidung gekommen, Daniela Iraschko-Stolz wurde Achte und Co-Favoritin Marita Kramer fiel von Rang eins auf vier zurück. Doch es gibt die Chance auf schnelle Revanche.

Denn schon am Freitag (17.15 Uhr, live ORF 1) steht der Teambewerb von der Normalschanze auf dem Programm, in den das rot-weiß-rote Team trotz des Abschneidens zum Auftakt als klarer Medaillenanwärter geht. "Ich denke, wir sind alle heiß darauf", sagte Iraschko-Stolz auf Nachfrage der APA - Austria Presse Agentur. "Gerade die Sophie mit der Disqualifikation, so etwas kann passieren. Sara (Kramers Rufname, Anm.) und ich werden zeigen, dass wir vorne mitmischen."

Das hat die Konkurrenz vorerst noch besser hinbekommen, auch wenn nur knapp vor Kramer bzw. nach einer Verkürzung unmittelbar vor der Salzburgerin. Diesen Jury-Beschluss bezeichnete Mario Stecher als Sportlicher Leiter des ÖSV als absolut nicht notwendig, ein Protest folgte. An den Medaillengewinnerinnen wird das nichts ändern. Für die 22-jährige Klinec aus Kranj ist es der erste Sieg nach elf Weltcup-Podesträngen, für die "silberne" Norwegerin Maren Lundby der erste Saison-Podestplatz.

Bei den Österreicherinnen hingegen war vorerst gegenseitiges Trösten angesagt. "Da leidet man einfach mit mit der Teamkollegin", fühlte Iraschko-Stolz mit Kramer. "Und ich glaube, ich habe schon mehr geweint wie die Sara. Wir werden uns beide ein bisschen aufbauen. Ich muss sie wahrscheinlich mehr aufbauen als sie mich." Die 19-Jährige habe aber die zweifache Startverweigerung vergangene Woche beim Rasnov-Weltcup wegen einer unklaren Corona-Testlage schon so gut weggesteckt.

"Sie ist wirklich für mich sogar ein Vorbild, und das wird sie auch packen. Da werden wir schon zusammenhelfen und morgen gibt es die Revanche", ließ die Wahl-Tirolerin wissen. "Ich glaube, die Sara ist sowieso heiß, dass sie runterklopft und zeigt, über wen die Entscheidung geht." Kramer konnte die offensive Herangehensweise ihrer Teamkollegin nur bestätigen: "Definitiv, morgen ist Team-Wettkampf und da werden wir noch einmal angreifen."

Ihr erster Einzel-Sprung hat der 19-Jährigen neben am Ende "Blech" mit dem Schanzenrekord von 109,0 m auch etwas Positives gebracht. Bisher wurde diese Marke von der im Bewerb drittplatzierten Japanerin Sara Takanashi gehalten (107,5). "Der erste Sprung war mega-gut", urteilte Kramer. "Ich war mir nicht sicher, ob er als gestürzt gewertet wird. Ich habe im Video gesehen, dass ich den Boden nicht berührt habe. Da war ich schon recht froh darüber." Dennoch brachte es ihr nur 1,0 Punkte Vorsprung.

Kramer wurde von Cheftrainer Harald Rodlauer für den Teambewerb als Schlussspringerin nominiert, davor wird Chiara Hölzl an die Reihe kommen. Die Salzburgerin kommt statt Pinkelnig zum Zug und zu ihrem Debüt bei diesen Titelkämpfen. Vorneweg wird Iraschko-Stolz springen, danach Sorschag. In Seefeld hatten 2019 bei der WM-Premiere des Bewerbs Iraschko-Stolz, Hölzl, Pinkelnig und die aktuell am Knie verletzte Jacqueline Seifriedsberger hinter Deutschland und vor Norwegen Silber geholt.

Rodlauer gratulierte den drei Einzel-Medaillengewinnerinnen, dachte aber auch schon an die Revanche-Möglichkeit. "Wir werden nach vorne schauen, wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken", merkte der 54-jährige Steirer am Donnerstagabend an. "Anscheinend sind solche Aufgaben da, um sie zu lösen und nach vorne zu schauen. Und das werden wir machen. Wir haben morgen einen Teambewerb und werden da das Bestmögliche geben."

Quelle: Agenturen