Formel 1 wegen Iran-Konflikts logistisch gefordert
"Die Formel 1 als Organisation ist sehr gut darin, Menschen rund um die Welt zu bewegen. Das ist ihre Aufgabe. Und so konnten sie das auch umsetzen, sodass wir keine Auswirkungen auf unser Rennen erwarten", sagte der Geschäftsführer des Grand Prix von Australien, Travis Auld. Er bezifferte die Zahl der Betroffenen, darunter auch viele Mitarbeiter der Rennställe, auf etwa 1.000 Personen. Ihre Flüge mussten demnach alle umgebucht werden. "Aber es waren auf jeden Fall sehr ereignisreiche 48 Stunden."
Statt über Dubai, Abu Dhabi oder Doha (Katar) nach Australien anzureisen, wichen viele auf Singapur oder Hongkong aus. Auld versicherte: "Die Fahrer werden hier sein. Die Ingenieure werden hier sein. Die Teamchefs werden hier sein. Sie sind diejenigen, denen Vorrang eingeräumt wurde." Zudem seien auch die Autos in Containern längst an der Strecke.
Fragezeichen stehen aktuell hinter dem für den 12. April angesetzten vierten Saisonrennen in Bahrain, wo erst am Wochenende die Formel-1-Reifentests abgebrochen wurden, und eine Woche darauf in Saudi-Arabien. "Wie immer beobachten wir solche Situationen aufmerksam und arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen", zitierten Medien einen Sprecher der Formel 1.
Seit Samstag greifen die USA und Israel Ziele im Iran an. Teheran reagiert mit Gegenschlägen auf Israel und US-Militärstützpunkte in der Region. "Es gibt immer Dinge, mit denen man umgehen muss, auch Pläne ändern und flexibel reagieren. Das ist genau das, was das Team gewohnt ist", sagte Auld über die Veranstaltung in Melbourne.
Am 15. März rast die Motorsport-Königsklasse in Shanghai, zwei Wochen danach ist der Grand Prix von Japan angesetzt. Die letzten beiden Saisonrennen finden wieder im Nahen Osten statt. Katar am 29. November und traditionell als Schlusspunkt Abu Dhabi am 6. Dezember sollen das Formel-1-Jahr beschließen.
Zusammenfassung
- Rund 1.000 Formel-1-Mitarbeiter mussten wegen der Eskalation im Nahen Osten und der Einstellung des Luftverkehrs ihre Flüge nach Australien kurzfristig umbuchen.
- Die Veranstalter des Grand Prix von Australien erwarten trotz der logistischen Herausforderungen keine Auswirkungen auf das Auftaktrennen am Sonntag, da Fahrer, Ingenieure und Teamchefs priorisiert wurden und die Autos bereits vor Ort sind.
- Unsicherheit herrscht bezüglich der Rennen in Bahrain am 12. April und in Saudi-Arabien, da die Formel 1 die Lage weiterhin eng mit den Behörden beobachtet.
