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Formel 1 kehrt Russland für absehbare Zeit den Rücken

03. März 2022 · Lesedauer 2 min

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine hat die Formel 1 eine weitreichende Entscheidung getroffen. Die populärste Motorsport-Rennserie der Welt hat den Vertrag mit dem Ausrichter des russischen Grand Prix gekündigt und wird in absehbarer Zukunft nicht mehr in dem Land gastieren. Das gab die Formel 1 am Donnerstag bekannt. Der im September 2022 angesetzt gewesene Große Preis von Russland in Sotschi war schon in der vergangenen Woche abgesagt worden.

Ab 2023 sollte der russische Grand Prix in St. Petersburg, der Heimatstadt von Wladimir Putin, stattfinden. Der russische Präsident war immer eine treibende Kraft hinter dem Event, das seit 2014 ausgetragen wurde. Er hat das eine oder andere Mal auch die Trophäen bei der Siegerehrung überreicht. Nach Beendigung des Konflikts in der Ukraine beziehungsweise bei einer neuen weltpolitischen Lage könnte das Rennen wieder in den Kalender rücken.

Der Automobil-Weltverband hatte am Dienstag den Angriff russischer Streitkräfte auf die Ukraine verurteilt, aber gleichzeitig klargestellt, dass Piloten aus Russland oder Belarus unter neutraler Flagge weiter bei FIA-Veranstaltungen starten dürfen. Darunter fällt auch die Formel 1, in der mit Nikita Masepin ein Fahrer aus Russland beim US-Team Haas seine Runde dreht.

Der 23-Jährige steht allerdings vor einer ungewissen Zukunft. Wie Berichten zu entnehmen war, versucht der Rennstall, seine russischen Beziehungen zu kappen. Bei den Testfahrten in Barcelona in der Vorwoche waren bereits der Schriftzug des russischen Hauptsponsors Uralkali sowie die russischen Nationalfarben an den Haas-Boliden entfernt worden. Einer der Inhaber von Uralkali ist Dimitri Masepin, der Vater von Nikita.

Bis auf Weiteres bleibt Masepin Haas-Pilot. Am britischen Grand Prix in Silverstone am 3. Juli wird der 23-Jährige aber nicht teilnehmen können. Denn der Verband Motorsport UK erlaubt Piloten mit russischer oder belarussischer Lizenz nicht, in Großbritannien anzutreten - auch nicht unter neutraler Flagge.

Quelle: Agenturen