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EURO 2020: Einbahnstraßenfußball in Sevilla - Spanien scheitert an Schwedens Bollwerk

14. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Mit dem ersten 0:0-Remis in dieser EM trennen sich in der Hitze von Sevilla die Nationalteams Spaniens und Schwedens. Die Skandinavier waren die passivere Mannschaft, kamen aber zu zwei Großchancen. Die Iberer agierten wie gewohnt offensiv, ließen aber zahlreiche aussichtsreiche Gelegenheiten liegen.

Spanien hat im ersten Spiel bei der paneuropäischen Fußball-EM nicht überzeugen können. Der dreifache Europameister kam im Gruppe-E-Duell mit Schweden am Montagabend im Estadio La Cartuja von Sevilla über ein torloses Remis nicht hinaus. Es war in der neunten Partie des laufenden Turniers die erste Nullnummer. Die beiden Teams liegen damit nach der ersten Runde zwei Zähler hinter dem Überraschungs-Leader Slowakei zurück, der Polen zuvor mit 2:1 bezwang.

APA - Austria Presse Agentur

Die Spanier dominierten vor allem in der ersten Halbzeit das Spiel.

Die Spanier blieben erstmals seit langem zweimal in Folge in einem EM-Spiel ohne Tor. Zuletzt war das in der letzten Partie der Endrunde 1996 (gegen England) und im Auftaktspiel 2000 (gegen Norwegen) der Fall. Ein Mitgrund könnte die durch einen positiven Coronafall von Sergio Busquets beeinträchtigte Vorbereitung gewesen sein. Als Reaktion daraufhin wurde das Team rund um Jordi Alba erst am Freitag gegen das Coronavirus geimpft. Nur drei Tage später blieb dann eine Glanzleistung aus. Am Samstag wartet neuerlich in Sevilla Polen als Gegner, die Schweden matchen sich schon am Freitag in St. Petersburg mit der Slowakei.

Die Spanier übernahmen mit dem 18-jährigen Barcelona-Riesentalent Pedri im Mittelfeld von Beginn an die Initiative, einen Traumstart verhinderte Schweden-Tormann Robin Olsen mit einer Glanzparade bei einem Olmo-Kopfball (16.). In der 29. Minute schoss Koke drüber, in der 38. Minute setzte Alvaro Morata den Ball nach einem Danielson-Fehler aus elf Metern neben das Tor. Sonst waren die in einem 4-3-3-System angetretenen Spanier trotz 79 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte und einem Passverhältnis von 467:97 zu langsam im Spiel nach vorne.

Die tiefstehenden Schweden konnten so nur selten vor große Probleme gestellt werden. Und beinahe hätten die Nordländer den Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt. Bei einem Schuss von Alexander Isak war Spaniens Tormann Unai Simon, der den Vorzug gegenüber David de Gea erhalten hatte, schon geschlagen, Marcos Llorente lenkte den Ball aber mit viel Glück für seinen Goalie an die Stange ab (41.). Kurz vor dem Pausenpfiff wurde dann noch auf der anderen Seite Olmo ein zweites Mal gefährlich, wieder war Olsen auf dem Posten.

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Schwedens Torwart Robin Olsen wehrte die spanischen Angriffe ab.

Nach Wiederbeginn änderte sich wenig an der Charakteristik des Spiels, Chancen blieben Mangelware. Bei einer davon mangelte es Morata bei einem Schuss vom Sechzehner neuerlich an der Effizienz (50.). Elf Minuten später narrte auf der Gegenseite Isak die gesamte spanische Abwehr, seine Hereingabe brachte Marcus Berg nicht im Tor unter (61.). Je länger die Partie dauerte, desto mehr nahm der Druck der Iberer zu, ein Olmo-Schuss wurde gerade noch geblockt (73.). Den Matchball hatte "Joker" Gerard Moreno auf dem Kopf, einmal mehr war allerdings Olsen sensationell zur Stelle (90.).

Die Schweden mauerten das 0:0 über die Zeit und trotzten Spanien damit wie im EM-Quali-Heimspiel 2019 ein Remis ab. Nach drei erfolglosen Anläufen zuvor blieben sie zwar auch diesmal ohne Tor, nahmen aber immerhin Zählbares mit.

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Die Partie endete mit dem ersten 0:0 in dieser EM.

Quelle: Agenturen / Redaktion / zak