APA - Austria Presse Agentur

Erhöhtes Demenz-Risiko: Mediziner für Kopfball-Verbot im Fußball

03. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Kopfbälle erhöhen das Risiko, an Demenz zu erkranken. Ein an der Studie beteiligter Mediziner fordert nun ein Kopfball-Verbot.

Verteidiger haben ein höheres Risiko an Demenz zu erkranken, als ihre Mitspieler. Das geht aus der Universität von Glasgow hervor. Dabei wurde bei 8.000 ehemaligen schottischen Fußballern, die zwischen den 1930er und 1990er Jahren aktiv waren, der Zusammenhang von Kopfbällen und späteren gesundheitlichen Folgen untersucht.

Der Studie zufolge haben Abwehrspieler ein fünfmal höheres Risiko, von Demenz oder anderen neurodegenerativen Erkrankungen betroffen zu werden, als der Durchschnitt. Bei Feldspielern sei das Risiko viermal so hoch, während Torhüter vergleichbare Werte wie die durchschnittliche Bevölkerung haben. Auswirkungen auf das Risiko hätte auch die Karrieredauer, jedoch nicht die Zeit, in der betroffene Spieler aktiv waren.

Kopfbälle verbannen

Der Studienleiter, Neuropathologe Dr. William Stewart, meint, dass "das wiederholte Köpfen eines Fußballs zu einem erhöhten Risiko einer Demenz führen" könnte. "Anders als sonst wissen wir in diesem Fall, was der Risikofaktor ist. Es ist komplett vermeidbar, wir könnten derartige Folgen verhindern."

Für den Mediziner wäre es denkbar, Kopfbälle komplett aus dem Fußball zu verbannen oder eine Helmpflicht einzuführen, um die Gesundheit der Spieler und Spielerinnen zu schützen.  

In Großbritannien beschäftigt sich die Wissenschaft schon länger mit den gesundheitlichen Folgen wiederholter Kopfbälle - es wurden auch schon Konsequenzen gezogen. Im Kinder- und Jugendfußball sollen Kopfbälle möglichst nicht stattfinden, während sie im Profi-Bereich laut neuesten FA-Richtlinien im Training nur eingeschränkt stattfinden sollen.

Alexander Plank-BachseltenQuelle: Redaktion / apb