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Emotionaler Sieg bringt BW Linz Zuversicht im Abstiegskampf

Heute, 04:01 · Lesedauer 4 min

Blau-Weiß Linz hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wieder richtig Hoffnung geschöpft. Das Schlusslicht der Qualifikationsgruppe bewies im Oberösterreich-Derby gegen SV Ried viel Kampfgeist und Moral und verwandelte einen frühen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Heimsieg. Vier Punkte liegen die Linzer nur noch hinter dem WAC, der nach dem 1:1 gegen Altach heuer noch sieglos ist. Der GAK machte mit einem 5:1 bei der WSG Tirol einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt.

Ein einziger Sieg stand für Blau-Weiß Linz seit 4. Oktober zu Buche - und nach einem Doppelpack von Ried-Stürmer Peter Kiedl (3./Elfmeter, 18.) sah es auch am Samstag ganz bitter aus. "Vor dem Start hat eh keiner mehr einen Schilling auf uns gesetzt, nach dem 0:2 hat der Letzte keine Hoffnung mehr in uns gesetzt", meinte Trainer Michael Köllner im Sky-Interview. Die Rote Karte für Rieds Mittelfeldspieler Nicolas Bajlicz (30.) bremste aber den Spielfluss der Innviertler, die Linzer antworteten mit einem Sturmlauf nach der Pause, den Alexander Briedl (54.), Simon Seidl (64.) und Ronivaldo (83./Elfmeter) zum Erfolg führten.

"Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir die Liga halten. Dazu waren heute drei Punkte notwendig, das haben wir gemacht", betonte Köllner. Vom Klassenerhalt ist auch Simon Seidl überzeugt: "Wir glauben an uns, geben jeden Tag Gas, das hat man heute in der zweiten Halbzeit gesehen. Wir wollen unbedingt in der Liga bleiben, das zeigen wir Woche für Woche."

Für Ried kommt die Länderspielpause nach der enttäuschenden und emotionalen Derby-Woche gerade recht. Drei Tage nach dem Cup-Aus gegen den LASK nach 120 Minuten folgte an der Linzer Donaulände der nächste Rückschlag. "Mit der Roten Karte haben wir - sicherlich auch mitgeschuldet die 120 Minuten am Mittwoch - nicht gut genug dagegen halten können und das Spiel dann verdient verloren", resümierte Trainer Maximilian Senft. "Die Mannschaft braucht die Pause nach dieser Woche. Wir sind heute alle richtig leer."

Eine Leere verspürte offenbar auch WAC-Coach Ismail Atalan, als er nach dem 1:1 gegen den SCR Altach alleine im Regen auf dem Rasen der Lavanttal Arena herumspazierte und danach noch einmal auf der Trainerbank Platz nahm - möglicherweise zum letzten Mal, denn seine Amtszeit könnte nach acht Niederlagen, drei Unentschieden und nur einem vollen Erfolg in der bevorstehenden Länderspielpause zu Ende gehen. Clubchef Dietmar Riegler meinte zu diesem Thema auf Sky: "Es wäre alles viel besser gewesen, wenn wir gewonnen hätten. So müssen wir intern schauen, wie es der Mannschaft geht, wie es dem Trainer selbst geht. Er hat noch immer den Draht zur Mannschaft."

Atalan trauerte möglichem WAC-Sieg nach

Atalan erklärte, es gehe nicht um seine Person, sondern um die Mannschaft. "Die einzige Frage, die ich mir stelle, ist: Wenn wir jede Woche so spielen wie heute, wo würden wir stehen? Mit den ganzen Chancen, mit dem Druck, dem Passspiel." Die Wolfsberger hatten trotz großer Chancen ihren ersten Sieg seit Dezember des Vorjahres verpasst. Altach-Trainer Ognjen Zaric gab zu Protokoll, er könne mit dem Punkt gut leben. Unter seiner Führung haben die Rheindörfler, die in der Qualigruppe einen Punkt vor Ried voranliegen, nur eines ihrer neun Pflichtspiele verloren.

Drei Siege aus den jüngsten vier Partien gab es für den GAK, der mit dem Kantersieg bei der WSG auf Rang drei vorstieß und weiterhin sechs Punkte Vorsprung auf Blau-Weiß hat. Trainer Ferdinand Feldhofer sprach seiner Truppe ein "großes Kompliment" aus. "Wäre die Chancenauswertung besser gewesen, hätte der Sieg auch noch höher ausfallen können."

"Gebrauchter Tag" für WSG

Die WSG findet sich nach einem starken Grunddurchgang, in dem die Teilnahme an der Meistergruppe nur relativ knapp verpasst wurde, plötzlich im Abstiegskampf wieder - der Polster auf den Abstiegsplatz beträgt nur noch fünf Zähler. Trainer Philipp Semlic sprach von einem "gebrauchten Tag. Es war ein Spiel, in dem wir nicht das Nötige gemacht haben, um zu gewinnen. Das müssen wir uns vorwerfen", meinte der Steirer.

Zusammenfassung
  • Blau-Weiß Linz hat im Abstiegskampf der Bundesliga einen 0:2-Rückstand gegen SV Ried in einen 3:2-Heimsieg verwandelt und liegt nun nur noch vier Punkte hinter dem WAC.
  • Der GAK festigte mit einem 5:1-Sieg bei der WSG Tirol Rang drei und hat weiterhin sechs Punkte Vorsprung auf die Linzer.
  • Beim WAC spitzt sich nach dem 1:1 gegen Altach und weiterhin nur einem Sieg im Jahr die Trainerdiskussion zu, während Altach unter Ognjen Zaric in der Qualigruppe nur eines von neun Spielen verlor.