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Dominic Thiem unterliegt bei Tour-Comeback in Belgrad

19. Apr. 2022 · Lesedauer 3 min

301 Tage nach seinem bisher letzten Einsatz auf der ATP-Tour ist Dominic Thiem am Dienstag das Comeback vorerst nicht geglückt.

Der 28-jährige Niederösterreicher und US-Open-Sieger 2020 musste sich beim "Serbia Open" in Belgrad dem Australier John Millman, der im Ranking auf Platz 80 liegt, nach hartem Kampf und 2:33 Stunden mit 3:6,6:3,4:6 geschlagen geben.

Das Match auf dem Centre-Court der mit 597.900 Euro dotierten "Serbia Open" brachte Thiem, der u.a. auch von seiner Freundin Lili Paul-Roncalli in Belgrad angefeuert wurde, eine echte Standortbestimmung. In langen Grundlinien-Rallyes überzeugte Thiem in vielen Phasen mit früheren Stärken, einer starken Rückhand und guter Beinarbeit. Auch wenn ihm das erste Siegerlächeln seit langer Zeit verwehrt blieb: den ersten richtigen Härtetest auch in Sachen Fitness hat er bestanden.

Thiem musste als erster Spieler zum 1:3 seinen Aufschlag abgeben, schaffte aber nach umkämpftem fünften Game mit der dritten Möglichkeit das sofortige Rebreak. Nach einem Ball zum 3:3 gab Thiem sein Service aber wieder ab, diesmal bestätigte Millman das Break und erhöhte auf 5:2. Bei 3:5 hatte Thiem zwei neuerliche Breakbälle, konnte aber keinen verwerten und Millman nutzte den ersten Satzball nach 48 Minuten.

Verbesserungen erkennbar

Im zweiten Durchgang steigerte sich das Niveau der Partie, die immer mehr von langen Ballwechseln geprägt wurde. Thiem gelang zum 3:1 das erste Break des Satzes, nach rund 79 Minuten führte Thiem 4:1. Bei 4:2 fand Millman im umkämpften Aufschlag-Game des Lichtenwörthers noch eine Breakchance vor, doch nach insgesamt 101 Minuten schaffte Thiem später zum 6:3 den Satz-Ausgleich. Im dritten Satz entwickelte sich die zu erwartende enge Entscheidung. Bei 3:4 und 15:40 gelang es Thiem, noch zwei Breakbälle abzuwehren. Als Millman aber auf 5:4 stellte, musste Thiem seinen Aufschlag zu Null abgeben und verlor damit auch das Match.

"Respekt an Domi. Ich kann es nicht als einen meiner größten Siege bezeichnen, weil er von einer Verletzung zurückkommt", sagte Millman noch auf dem Platz. "Ich weiß, wie hart das ist, ich bin selbst von drei Operationen zurückgekommen und es waren wirklich harte zwölf Monate für Dominic. Aber es ist gut, ihn wieder zurückzuhaben, besonders auf diesem Belag. Ich muss diesen Sieg nehmen, weil wenn er immer fitter wird, dann wird es hart."

Nicht Thiem, sondern Millman trifft damit im Achtelfinale auf den Serben Miomir Kecmanovic, der Sieger könnte im Viertelfinale auf Topstar Novak Djokovic treffen.

Einriss in der Sehnenscheide

Thiem hatte sich am 22. Juni 2021 beim Rasen-ATP-Turnier auf Mallorca im rechten Handgelenk einen Einriss in der Sehnenscheide und der dazugehörigen Gelenkskapsel zugezogen. Zwischenzeitlich warf ihn im vergangenen Sommer ein zu früher Wiedereinstieg ins Training zurück, was auch zur Trennung von Langzeit-Physio Alex Stober führte. Nach mehreren wieder zurückgezogenen Comeback-Ankündigungen war Thiem am 29. März beim ATP-Challenger in Marbella erstmals wieder auf dem Platz zu sehen, musste sich aber dem Argentinier Pedro Cachin 3:6,4:6 beugen. Im Vergleich dazu zeigte sich Thiem in Belgrad aber trotzdem klar verbessert.

Unmittelbar nach dem Marbella-Turnier hatte eine Corona-Erkrankung den 28-jährigen Niederösterreicher wieder um einige Wochen zurückgeworfen. Nun hatte er schon vor seinem ersten Match in Belgrad erklärt, dass er bis zu den French Open jede Woche spielen möchte. Angekündigt ist ein Antreten mit Wild Card kommende Woche in Estoril sowie seit Dienstag auch in Genf (ab 14.5.) in der Woche unmittelbar vor Paris.

Quelle: Agenturen